Auswandern als junger Maler und Lackierer?

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Richi91
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Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon Richi91 » 31. August 2011 18:15

Hallo leute ,
da ich noch 20 Jahre jung bin und mir nun langsam (aber sicher) mal ernsthafte gedanken über meine Zukunft machen muss , habe ich einige fragen an euch!
Also ich bin gelernter Maler und Lackier und Arbeite zurzeit auch noch bis Januar in meinem Beruf! Ich hab vor ca. 2 Monaten ausgelernt und gehe im Januar zur Bundeswehr (für ein jahr) . Nun habe ich mich ein bisschen über das Auswandern informiert (im internet , büchern usw.) und viel gelesen , dass deutsche Handwerker usw. u.a sehr in Schweden gesucht werden! Außerdem habe ich aber auch gelesen , dass die Schweder viel auf erfahrene Arbeitskräfte wert legen. Natürlich will ich nichts überstürzen und von heute auf morgen auswandern , sondern noch 2 - 2 1/2 Jahre warten und in der Zeit Geld sparen , Sprache lernen und mich sehr gut informieren.
Nun meine Sorge: Wie könnt ihr das einschätzen? Wie sind meine möglichkeiten in ca. 2 Jahre als "junggeselle" in Schweden? Gibt es da überhaupt eine Chance für mich ?
Lg Richard
:schwedentor2:

Volker
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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon Volker » 31. August 2011 21:16

Hallo Richard,

Maler werden gesucht. Wir haben uns vor ein paar Monaten ein Angebot für das Malen unserer Fenster geben lassen. Dass der Chef vom Malerbetrieb überhaupt so "gnädig" war vorbeizukommen, haben wir nur dem Umstand zu verdanken, dass er Verwandte in der Nachbarschaft hat, die uns kennen. Nächstes Jahr will er dann bei uns zum Malen kommen, genauer gesagt seine Angestellten. So lange ist die Wartezeit. So ähnlich ging es auch anderen Nachbarn.

Manchmal ist es schon ein Problem an Handwerker ranzukommen. Dank des rotavdrag http://www.rotavdrag.se (keine Ahnung, wie man das übersetzen soll), zahlt man ja als Kunde keine Steuern auf die geleistete Arbeit oder anders gesagt nur die Hälfte. Ich kenne mich aber in Steuersachen nicht so genau aus. Ich zahle sie halt.

Das Nachbarhaus wurde übrigens von zwei jungen Mädels gestrichen, die bei der Arbeit ständig gelacht haben und sich über jeden Regenguss gefreut haben, der ihnen eine Pause gönnte. Ich schließe daraus, dass das Arbeitsklima auch in Ordnung ist, jedenfalls in diesem Betrieb.

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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon goteborgcity » 31. August 2011 22:17

@Richie91

Es werden zwar in den verschiedensten Gegenden Maler gesucht, aber Du solltest Dich erkundigen inwieweit Deine Ausbildung hier anerkannt ist, denn die Malerausbildung findet in Schweden in Gymnasien statt, ist also Abiturbegleitend. Hinzu kommt, dass das Berufsbild nicht in allen Punkten dem deutschen entspricht. Auch solltest Du bedenken, dass Du hier als Anfänger in der Regel maximal 2000 Euro brutto verdienst und selbst bei mehrjähriger Berufserfahrung und Spezialisierung nicht über 2600 Euro hinauskommst. Da Maler auch aussen arbeiten, musst Du ausserdem berücksichtigen, dass hier auch noch bei sehr kalten Temperaturen gearbeitet wird, was für so manchen Deutschen eine Umstellung ist.

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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon Richi91 » 1. September 2011 05:32

Volker hat geschrieben:Hallo Richard,

Maler werden gesucht. Wir haben uns vor ein paar Monaten ein Angebot für das Malen unserer Fenster geben lassen. Dass der Chef vom Malerbetrieb überhaupt so "gnädig" war vorbeizukommen, haben wir nur dem Umstand zu verdanken, dass er Verwandte in der Nachbarschaft hat, die uns kennen. Nächstes Jahr will er dann bei uns zum Malen kommen, genauer gesagt seine Angestellten. So lange ist die Wartezeit. So ähnlich ging es auch anderen Nachbarn.

Manchmal ist es schon ein Problem an Handwerker ranzukommen. Dank des rotavdrag http://www.rotavdrag.se (keine Ahnung, wie man das übersetzen soll), zahlt man ja als Kunde keine Steuern auf die geleistete Arbeit oder anders gesagt nur die Hälfte. Ich kenne mich aber in Steuersachen nicht so genau aus. Ich zahle sie halt.

Das Nachbarhaus wurde übrigens von zwei jungen Mädels gestrichen, die bei der Arbeit ständig gelacht haben und sich über jeden Regenguss gefreut haben, der ihnen eine Pause gönnte. Ich schließe daraus, dass das Arbeitsklima auch in Ordnung ist, jedenfalls in diesem Betrieb.

Dankeschön für die Antwort und auch kleine 'Motivation' am morgen.
goteborgcity hat geschrieben:@Richie91

Es werden zwar in den verschiedensten Gegenden Maler gesucht, aber Du solltest Dich erkundigen inwieweit Deine Ausbildung hier anerkannt ist, denn die Malerausbildung findet in Schweden in Gymnasien statt, ist also Abiturbegleitend. Hinzu kommt, dass das Berufsbild nicht in allen Punkten dem deutschen entspricht. Auch solltest Du bedenken, dass Du hier als Anfänger in der Regel maximal 2000 Euro brutto verdienst und selbst bei mehrjähriger Berufserfahrung und Spezialisierung nicht über 2600 Euro hinauskommst. Da Maler auch aussen arbeiten, musst Du ausserdem berücksichtigen, dass hier auch noch bei sehr kalten Temperaturen gearbeitet wird, was für so manchen Deutschen eine Umstellung ist.

Danke auch für die Antwort und vorallem für diese Info , dass mein Ausbildungsberuf dort (evtl) nicht anerkannt wird. Das ist ja garnicht mal so gut... Ich werde mich mal informieren.
Lg


edit: Puh ein glück. werde mich aber nochmal vergewissern:
"Für die meisten Tätigkeiten ist es unerheblich, ob Ihr Ausbildungs- oder Studienabschluss bei den europäischen Nachbarn anerkannt ist. Nur bei Berufen, die eine staatliche Anerkennung voraussetzen – wie beispielsweise Arzt oder Lehrer –, sollte die Anerkennung geklärt sein, bevor Sie sich bewerben. Die Europäische Union hat für diese Berufe Richtlinien entwickelt, mit deren Hilfe die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen geregelt wird.

In den meisten Fällen entscheidet der Arbeitgeber jedoch anhand Ihrer Bewerbungsunterlagen, ob Ihre Ausbildung und Qualifikation seinen Anforderungen entspricht. Sie sollten davon ausgehen, dass der Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben, in der Regel nicht weiß, was sich hinter Ihrer deutschen Berufsausbildung und -bezeichnung genau verbirgt. Zeugniserklärungen, aber auch die Anerkennung von Abschlüssen können hilfreich sein."

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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon sverige_aelg » 1. September 2011 13:26

Volker hat geschrieben:Hallo Richard,

Maler werden gesucht. Wir haben uns vor ein paar Monaten ein Angebot für das Malen unserer Fenster geben lassen. Dass der Chef vom Malerbetrieb überhaupt so "gnädig" war vorbeizukommen, haben wir nur dem Umstand zu verdanken, dass er Verwandte in der Nachbarschaft hat, die uns kennen. Nächstes Jahr will er dann bei uns zum Malen kommen, genauer gesagt seine Angestellten. So lange ist die Wartezeit. So ähnlich ging es auch anderen Nachbarn.


Das unterscheidet sich stark von Region zu Region. Hier in Stockholm gibt es zwar viel zu tun, aber der Preiskampf ist auch nicht ohne. Man muss sein Handwerk können und auch leben (als Profi), um sich von den anderen abzugrenzen. Nur dann hat man gute Aussichten.

Volker hat geschrieben:Manchmal ist es schon ein Problem an Handwerker ranzukommen. Dank des rotavdrag http://www.rotavdrag.se (keine Ahnung, wie man das übersetzen soll), zahlt man ja als Kunde keine Steuern auf die geleistete Arbeit oder anders gesagt nur die Hälfte. Ich kenne mich aber in Steuersachen nicht so genau aus. Ich zahle sie halt.


Leider nicht ganz korrekt: Man kann die erbrachte Arbeitsleistung (nicht das Material u.ä.) von seiner Steuerschuld abziehen und hat somit eine verminderte Steuerschuld. Daraus resultiert dann die Ersparnis. Dies macht der Betrieb für einen und man muss im Nachgang 'nur' prüfen, ob die Angaben an das schwedische Finanzamt korrekt waren. Schuldig für diese korrekten Angaben ist aber immer der Auftraggeber, nicht das Unternehmen!
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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon jörgT » 3. September 2011 16:10

sverige_aelg hat geschrieben:Leider nicht ganz korrekt: Man kann die erbrachte Arbeitsleistung (nicht das Material u.ä.) von seiner Steuerschuld abziehen und hat somit eine verminderte Steuerschuld. Daraus resultiert dann die Ersparnis. Dies macht der Betrieb für einen und man muss im Nachgang 'nur' prüfen, ob die Angaben an das schwedische Finanzamt korrekt waren. Schuldig für diese korrekten Angaben ist aber immer der Auftraggeber, nicht das Unternehmen!



Auch das ist nicht ganz richtig: Du kannst 50% der Arbeitsleistung von Deiner Steuer abziehen (lassen)!

Jörg :wink:

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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon sverige_aelg » 5. September 2011 19:51

Just det! Tack för information.

:D
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Re: Auswandern als junger Maler und Lackierer?

Beitragvon Swedheart » 13. September 2011 21:53

Ja, wichtig ist es auf jeden Fall im voraus abzuklären, inwiefern du in Schweden in deinem erlernten Beruf arbeiten kannst. Zudem finde ich es extrem wichtig, dass wenn man sich entscheidet in ein fremdes Land auszuwandern, die Sprache davor schon lernt. Am besten schon einige Sprachkurse in D belegen, die du dann deinen Bewerbungen nach Schweden beifügen kannst und dann am besten auch vor Ort am Anfang noch Kurse besuchen. Wenn du dann vor Ort bist und gezwungen bist auf schwedisch zu kommunizieren, dann kommst du sicherlich auch relativ schnell in die Sprache rein (ein bisschen ists auch abhängig von der Sprachbegabung...).


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