Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

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Hanse

Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon Hanse » 13. November 2006 10:14

Hej tillsammans

wir kennen die Situation ja vom Urlaub:
Wir haben - damit überhaupt mal ein Kontakt mit den Leuten zustandekommt - einen "Schwedisch für Anfänger"-Craschkurs gemacht, sitzen mit Schweden abends beim Grillen zusammen am Feuer - UND VERSTEHEN (fast) NIX! Und wenn wir was sagen nicken sie nur mit dem Kopf und sagen "ja, ja". Verstehen sie uns oder sind sie nur freundlich? :?:
Im weiteren Verlauf des Abends sprechen dann wir untereinander weiter in Deutsch und die Schweden in Schwedisch und das mit dem Kontakt hat sich erledigt (vielleicht ab und an noch ein wenig Englisch).

Ich hatte teilweise schon mit den Haus-Expose´s der Makler oder hier im Forum mit der einen oder anderen Signatur meine Probleme. :oops:

Also so könnte ich mir unseren Einstieg in Schweden nicht vorstellen.
Schon deshalb nicht, weil ich dann auch, zumindest ansatzweise, mitbekommen möchte, was die Schweden so untereinander (auch über uns :smt013 ?) reden.
Und - wie schon in den vorherigen Beiträgen bemerkt wurde: Einkaufen, Arzt, Bank, Amt, Werkstatt, ... Funktioniert wahrscheinlich nicht einmal mit Wörterbuch.
Ausserdem (das ist meine Meinung) erschwert es das schwedisch lernen ja ganz erheblich, wenn man mangels Grundkenntnissen zwangsläufig immer wieder (oder nur) auf deutsche Zeitungen, Magazine (Fernsehen?) etc. zurückgreift.

Daher haben wir unsere Kenntnisse weiter vertieft und jetzt auch gleich nochmal einen schwedisch-PC-Kurs bestellt (wird warten schon ungeduldig darauf).

Und von D nach D auswandern (sprich von D in eine D-Enklave in S) kann man sich wohl sparen - ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren.

Also für uns gibt es nur eine Entscheidung - wenn nach Schweden, dann mit allen Konsequenzen (was natürlich nicht heisst, dass es dann keinen "KIKA" mehr im Fernsehen und kein deutsches "Micky-Maus" o.ä. mehr geben wird. Die deutsche Sprache wollen wir nicht aufgeben).

Hälsningär - Hanse

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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon Auswanderer » 13. November 2006 11:12

Meine Meinung: Es ist einfach unheimlich arrogant, daran zu denken,
in ein Land zu ziehen, wo man die Sprache nicht kann. (Es sei denn,
man ist Flüchtling oder so etwas, aber das ist hier nicht der Fall.) Selbst
wenn man doch irgendwie durchkommt, sollte man die Sprache lernen.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon janaquinn » 13. November 2006 11:39

Hej Zusammen, ich kann mich eigentlich den meisten nur anschliessen, wie kann in ein Land auswandern, dessen Sprache man nicht mal annähernd beherrscht und dann auch noch erwarten, auf Ortschaften zu treffen, wo deutsch gesprochen wird :evil: ?
Entweder ist man, wie Auswanderer schon sagte, unheimlich arrogant, sehr dumm ( entschuldigung), opitmistisch oder alles dreies zusammen!
Ich frage mich gerade, wofür ich mich jeden Abend 2 Stunden an den Rechner setze, und schwedisch pauke, was i.M. nicht wirklich einfach ist, weil beide Kinder eine fette Grippe haben und ich auch angeschlagen bin.Warum ich zu 99% mich durch die Job-und Hausanzeigen per Wörterbuch durchzuschlagen, wenn ich es doch so einfach haben kann. (Ironie on) Ich ziehe in ein fremdes Land, spreche die Sprache zwar nicht, aber die werden schon alle deutsch sprechen. Warum soll ich mir die Mühe machen, bereits im Vorfeld zumindest mir Grundkenntnisse anzueignen, auf denen ich dann im Land aufbauen kann. Alle Welt spricht deutsch, alsom brauch ich ja keine Sprachkenntnisse. Und im Land dann angekommen, sich wundern das alle schwedisch, spanisch ect... sprechen. Im Urlaub haben doch alle deutsch gesprochen. (Ironie off).
Nee, sorry, aber das ist echt arrogant und eigentlich eher ein Fall für irgendwelche Auswanderer-Dokus, aber nicht für´s reale Leben.
Lernt die Sprache, und dann geht nach Schweden. Und nicht umgekehrt. Ist nämlich auch sehr unhöflich der Schwedischen Bevölkerung gegenüber und auch den Leuten gegenüber, welche es in der richtigen Reihenfolge machen: Sprache, Job, Haus und dann auswandern.
In diesem Sinne
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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon Skogstroll » 13. November 2006 11:40

Stellt Euch doch einfach mal die Situation umgekehrt vor:
In Eurer Nachbarschaft zieht ein Türke/Kasache/Kroate ein. Kein bedauernswerter Flüchtling, sondern eher ein gut betuchter Mensch. Er spricht nicht nur kein Wort deutsch, er erwartet auch noch von seinen deutschen Nachbarn / Verkäufern / Automechanikern / Ärzten...., dass sie doch bitte möglichst türkisch/kasachisch/kroatisch mit ihm sprechen.

Wie wird dieser Mensch wohl von seinen deutschen Nachbarn angesehen werden?

Damit will ich um Gottes willen nichts gegen Türken, Kasachen oder Kroaten gesagt haben, die Auswahl ist rein willkürlich, und gerade die benehmen sich nämlich meist nicht so. Wohl aber viele Deutsche, die alle Jahre wieder zur Somerzeit hier auftauchen und nichtmal versuchen, wenigstens englisch zu kommunizieren.
Warum sind wir Deutschen nur so beliebt in aller Welt . . . .

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(der sich manchmal in Grund und Boden schämt, ein Deutscher zu sein)

P.S.: Die schwedische Sprache kenn nur sehr wenige deutsche Lehnwörter. Darunter das schöne deutsche Wort "Besserwisser".

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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon janaquinn » 13. November 2006 11:55

Hej, was soll ich zu Skogstroll Beitrag anderes sagen als:
DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE
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Bild


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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon tigerelch2004 » 13. November 2006 12:31

Hejsan :D :smt023 :smt023 :smt023 :smt023 :smt023 :smt023

mehr ist dem nicht hinzuzufügen - Klasse!

Nette Grüße

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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon Herbertsson » 15. November 2006 12:58

Gottfried hat geschrieben:Wie kann man nur solche unreflektierten Empfehlungen aussprechen?

Wenn man alle Steine die einem im Wege liegen zuerst aufsammeln würde, ist man schon müde wenn man ans Ziel kommt, lass sie doch liegen und gehe daran seitlich vorbei.

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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon janaquinn » 15. November 2006 13:06

Hej, mag ja sein, daß es "einfacher" zu sein scheint an den Steinen seitlich vorbei zulaufen, aber man kann auch stolpern und ganz bös´auf der Nase landen. Ausserdem, ein spitzer kleiner Stein, den man an der Seite nicht gesehen hat, kann den Weg sehr beschwerrlich und anstrengend machen.
Wir, für unseren Fall gesehen, heben lieber die Steine auf und sammeln sie ein, mag zwar müde machen, aber so sind fast alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt und das Ziel ist einfacher zu erreichen.
In diesem Sinne werde ich weiter meine Steine aufsammeln und jetzt Schwedisch pauken, denn ist ein tolle Sprache und ich freue mich darauf, sie sprechen zu dürfen und nicht ganz "bauerndoof" in der neuen Heimat zu landen.

hälsningar JANA
p.s. habe mir übrigens sagen lassen, daß die "Eingeborenen" recht positiv reagieren, wenn man die Landessprache spricht, auch an Job kommt man wohl besser, wenn man versteht, was der zukünftige Chef sagt.
Zuletzt geändert von janaquinn am 15. November 2006 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon Skogstroll » 15. November 2006 13:07

Genau da liegt das Problem:
An der Sprache kommt man nicht seitlich vorbei. Entweder macht man sich die Mühe, diesen "Stein" aus dem Weg zu räumen, oder man stolpert und fällt auf die Nase.
Und wer hat behauptet, dass man dabei nicht auch mal müde werden kann?

Etwas an diesem Bild stimmt trotzdem nicht: Die Sprache ist kein "Stein auf dem Weg", ich finde es total faszinierend, in einer fremden Sprache kommunizieren zu können, es eröffnen sich neue Welten!

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Re: Auswandern, aber wie ist es wegen der Sprache?

Beitragvon Dietmar » 15. November 2006 13:24

Skogstroll hat geschrieben:P.S.: Die schwedische Sprache kenn nur sehr wenige deutsche Lehnwörter. Darunter das schöne deutsche Wort "Besserwisser".

Stimmt leider. Nur um den Ausgleich wieder herzustellen: Das ebenfalls schöne deutsche Wort "Kindergarten" ist sogar bis in die hintersten Winkel von Südamerika bekannt, und ziert dort manchmal den Eingang entsprechender Einrichtungen :-)

Warum sind wir Deutschen nur so beliebt in aller Welt

In Sachen "Spracharroganz", wenn man denn nun unbedingt diesen Vorwurf erheben möchte, gibt es übrigens noch Schlimmere! Jedenfalls habe ich die meisten Amis so erlebt, dass sie davon ausgehen, die ganze Welt müßte IHRE Sprache sprechen.


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