auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

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merle

auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon merle » 28. Dezember 2008 16:46

[b] Hallo erstaml an alle! ich bin neu hier, habe sonst nur manchmal still mitgelesen, wenn mich die schwedensehnsucht packt.
ich würde mich freuen wenn jemand mein posting liest und mir vielleicht helfen kann.
ich habe viele Fragen.

unsere Situation ist schon ein bißchen besonders.

mein mann und ich haben vor ca. 8 jahren "erste anläufe" unternommen um nach schweden auszuwandern. wir hatten zu dieser zeit ein sommerhaus in schweden und auch bereits viele freunde.er war! schlosser hatte arbeit in aussicht und wir hatten angefangen schwedisch zu lernen,- alles lief...
unsere kinder waren damals 2 und 4 jahre alt.

dann 2001 kam alles anders: mein mann hette eine autounfall und ist seitdem querschnittsgelähmt ein jahr später hat er krebs. damals war er erst 27 jahre alt. alle träume,- besonders die schweden betreffend waren ausgeträumt.

nun zum aktuellen problem: nun fast 8 jahre später, mein mann immernoch gelähmt (100% schwerbehindert) ist trotzdem eine gewisse routine bei uns eigekehrt, aber der traum ist geblieben.

Unsere Kinder sind inzwischen 11 und 9 jahre und wir haben eine kleine rente hier in deutschland da mein mann nicht arbeiten kann. ich verdiene durch selbstständigkeit ca. 500,-€ pro monat.
da wir unser haus hier durch die Unfallversicherung bezahlt haben kommen wir aus...

nun endlich geht es los (infos sind aber nötig,- damit man mir tipps geben kann)

Kann ich bzw. unsere Familie nach schweden auswandern? können unsere kinder ganz normal in die schule gehen? auch wenn mein mann nur seine rente bezieht und ich max. einige stunden arbeiten gehe?

sollen wir wenn wir gehen uns alle in schweden anmelden, oder sollte mein mann mit der 100% schwerbehinderung lieber in Deutschland gemeldet bleiben?
Ich bin einfach an allen Ideen und Tipps interessiert.

Unser Sohn (12 Jahre) hatte mit ca. 8 Jahren eine schwere krankheit und ist etwas lernverzögert. Ich weiß meine Lebensgeschcihte hört sich an wie ein Horrorfilm, leider ist es so. Ich brauche jetzt mal ein bißchen glück und vielleicht klappt es dann doch noch mit meiner Wahlheimat!
ich danke allen dir mir mit infos und tipps helfen schon im vorraus. Und wie gesagt ich bin an allen tipps interessiert....Vielen dank
merle

oldschwede
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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon oldschwede » 29. Dezember 2008 13:28

mhh

wie die pflege deines mannes hier oben ausieht im genauen weiß ich nicht ich kann sagen das es verschiede modelle gibt eine davon ist der heimservice dieser muß wenn versicherungen fehlen, aber bezahlt werden.
das wäre nachzufragen, wie dazu dann deutsche versicherungen stehen.

in deinem fall würde ich meinen das du mit deiner selbsständigkeit auf beiden füßen stehen mußt
sprich du solltest damit die ganze famillie durchbekommen und zwar hier in schweden

sonst seh ich etwas schwarz weil halt eine person als verdiener von vornereien ausfällt.


gruß Anders

hansbaer

Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon hansbaer » 29. Dezember 2008 20:31

Natürlich ist das traurig, wenn man liest, wie gebeutelt manche Leute vom Schicksal sind.
Jedoch möchte ich ein paar Dinge zu bedenken geben, denn eine Auswanderung ist nicht unbedingt die Lösung von Problemen.

  • Der Umzug ist teuer. Nicht nur, dass ihr den ganzen Hausstand nach Schweden verlagern müsst. Ihr braucht ein behindertengerechtes Haus bzw. Wohnung, und eventuelle Anpassungen (Rampen etc.) müssen bezahlt werden. Hinzu kommen unzählige kleinere Aufwendungen, die dabei entstehen, z.B. Möbel, die nicht mehr in das neue Heim passen und gekauft werden müssen. Natürlich ist eine genaue Schätzung schwierig, aber wir reden hier wohl von einem ordentlichen vierstelligen Eurobetrag. Habt ihr ein Finanzpolster für diese Aufwendungen?
  • Die europäische Arbeitsfreizügigkeit ist nicht unbeschränkt, sondern daran geknüpft, dass man ausreichend Einkommen hat, um davon zu leben. Ich bezweifle sehr stark, dass das Skatteverket und das Migrationsverket von eurer Finanzbasis so überzeugt sein werden, dass sie grünes Licht geben.
  • Ebenso wird oft eine Krankenversicherung verlangt, die man vorlegen muss. Dass das so hinhaut, ist eigentlich nur denkbar, wenn ihr bei deinem Mann versichert seid.
  • Ist dein Einkommen auch weiterhin gegeben?
  • 400€-Jobs gibt es in Schweden nicht, sondern es wird erst einmal alles mit ca. 30% versteuert. Auch zahlt man sowohl bei Medikamenten wie auch bei Arztbesuchen erst einmal, bis man eine Pauschale erreicht hat. Das Kindergeld beträgt, wenn ich mich recht erinnere, nicht viel mehr als 100 €. Ich habe drei Jahre lang auf einem studentischen Budget gelebt, und ich schätze, dass man selbst bei sehr spartanischer Lebensweise nur schwerlich unter 500€ monatliche Lebenshaltungskosten pro Person kommen wird. Du hast nicht den Umfang der Rente deines Mannes genannt, aber deiner Wortwahl nach zu urteilen kann es nicht so üppig sein. Selbst wenn ihr die bürokratischen Hürden besteht, erscheint es mir nahezu unmöglich, dass ihr mit eurem finanziellen Spielraum über die Runden kommen werdet.
  • Eure Kinder würden natürlich in die Schule gehen dürfen. Jedoch solltet ihr bedenken, dass eure Kinder kein schwedisch können, und es dein Sohn mit Lernverzögerung eventuell noch schwieriger haben wird, Fuß zu fassen. Mit Kindern auszuwandern ist oft heikel, da viele Kinder den radikalen Wechsel des Umfelds nicht so leicht verkraften, wie man sich das wünscht.

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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon Imrhien » 29. Dezember 2008 21:02

Hej,
ich habe ein paar Anmerkungen. Erstens glaube ich nicht, dass es legal wäre, wenn Ihr in Schweden lebt und in Deutschland gemeldet wärt. Du fragtest ja ob Dein Mann in Deutschland gemeldet sein sollte. Es gibt Modelle wo Familien das gemacht haben, ich glaube aber, dass es entweder einfach gemacht wurde und nie auffiel oder die entsprechende Kommune entweder alle Augen zudrückt oder es Regeln gibt, die mir nicht bekannt sind. Gefunden habe ich bis heute nur Texte in denen deutlich steht, dass man das nicht darf. Man muss nachweisen, dass man den grösseren Teil des Jahres in Deutschland ist um da gemeldet zu sein.
Wenn man in Schweden lebt, ist man da automatisch in der Krankenversicherung. Wie das im Pflege- und Rentenfall ist, das weiss ich nicht. Da könnte es anders sein. Ansonsten wärst mindestens Du und die Kinder in Schweden versichert.
Aufrgund Eurer Lage käme, meiner Meinung nach, kein einsames rotes Haus am See in Frage, Ihr braucht notfalls auch schnelle Wege ins Krankenhaus und/oder gute Anbindung an soziale Dienste. Sobald Ihr hier lebt und offiziell eine Personennummer habt, müsste das alles regelbar sein. Egal ob Dein Mann in Deutschland oder Schweden versichert ist, das lässt sich alles klären. Es gibt da entsprechende Formulare, über die er die entsprechenden Hilfsmittel bekommen müsste. Auch ohne, dass Ihr alles selber zahlen müsst. Es stimmt aber, dass man in Schweden erst mal 30% Steuern auf alles zahlt. Ausser man verdient soooo wenig, dass man eine Steuererleichertung beantragen kann. Dann hat man aber so wenig, dass Ihr davon auch nicht leben könnt. Solltest Du eine Stelle bekommen, wärst Du damit alleine verantwortlich, ausser der Rente.
Eure Kinder haben ein Anrecht auf Schule und eine gezielte Betreuung. Ihr könnt studiehandledning beantragen, das bedeutet, dass jemand mit in die Klasse kommt und den Kindern die Eingliederung in die Klasse erleichtert. Jemand, der auch bei den Hausaufgaben hilft und ins Deutsche übersetzt. Das ist allerdings zeitlich begrenzt und ersetzt nicht die eigene intensive Arbeit. Es ist nur eine kleine Hilfe. Man muss darauf bestehen, da es KOmmunen und Schulen gibt, die gerne sparen...
Euer Vorhaben klingt recht schwer, ich kann aber nicht beurteilen ob es möglich ist oder nicht.
Das ist aber auch nicht meine Sache. Entscheiden müsst Ihr am Ende selber.


Ich wünsche viel Erfolg

Wiebke

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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon Infosammler » 31. Dezember 2008 20:03

Hej hej,

schau doch mal ob du hier ein paar antworten auf deine Fragen findest? http://www.schwedentor.de/auswandern-le ... ehinderung Persönlich kann ich dir leider nicht helfen. In Schweden ist es im übrigen für eine Mutter möglich auch mit Kindern mehr zu arbeiten als in Deutschland, ohne das man arm wegen der Betreuungskosten wird. Ich wünsche euch viel Glück.

Gruß Claudia
Var inte för optimistisk, ljuset i slutet av tunnel kan vara ett tåg. Franz Kaffka

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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon july » 1. Januar 2009 11:07

Hej Hej!

Ich würde mich ersteinmal erkundigen, ob Ihr die Unfallrente deines Mannes auch nach Schweden bekommen würdet. Als "normaler" Rentner kann man auch sein Geld im Ausland erhalten soweit ich weiss.
Und kannst du auch in Schweden mit deiner Selbstständigkeit weiter Geld verdienen?
Um die Betreuung deiner Kinder brauchst du dir nicht allzu viel Sorgen machen. Das Modell, dass die Kinder den ganzen Tag betreut werden, damit die Eltern beide Arbeiten können, ist überall die norm. Somit könntest du unter Umständen mehr, als in Deutschland arbeiten.
Zu der Behnderung deines Mannes kann ich dir leider nicht viel weiterhelfen.
Aber sucht euch eine nicht ganz so einsame Gegend aus, dass könnte sonst mit der Pflege, und für dich als betreueende und arbeitende Person zu lange Wege geben.

Liebe Grüße
Julia
wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist

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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon oldschwede » 2. Januar 2009 13:33

ich hab mal meinen kumpel gefragt wie das läuft mit der versorgung als querschnittsgelähmter.
da er selber betroffen ist weiß er gut bescheid

leider ist es nicht so einfach. direkt vom staat unterstützt wirst du nur wenn du schwedischer staatsbürger bist

aber auch versicherungen die von der faket --gewerkschaft - kommen helfen da mit
sachen die mann selber krankheitshalber anschaft bekommt man nicht wiederersetzt alles muß beantragt werden: rampen hebemittel.....autos

da keines der beiden sachen bei deinem mann eintreffen kommt es nur auf die jetztige versicherung deines mannes an ob sie mitmachen ihn auch in schweden zuversorgen oder bei anschaffungen die nötig sind zuhelfen
pflege dienst : wie das genau läuft weiß ich noch nicht aber man zahlt einen gewissen höchstbeitrag und der rest der staat --versicherung --
inwie fern das nun bei euch zutrifft muß auf schwedischerseite abgeklärt werden .
gruß anders

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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon belanna » 2. Januar 2009 15:16

Tut euch was Gutes- bleibt in Deutschland!! Was da auf euch zukommt, ist mehr als ihr vielleicht denkt. Ämter, freundliche, aber oft inkompetente Mitarbeiter auf diesen, Wartezeiten, eine med. Versorgung, die nicht besser ist als in D, weite Wege - Lasst lieber die Finger davon. Zieht ihr doch- nun, ihr werdet noch an meine Worte denken. Ich wuensche euch alles nur erdenklich Gute.
Gruss Bel
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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon Skoghult » 3. Januar 2009 17:29

Hej belanna,

warum diese zünische Antwort. Es wurde hier ein konkrete Frage gestellt.

Hast Du selbst schlechte Erfahrungen in Schweden gemacht, dann berichte doch bitte darüber.

:smt006
Gruss Marie-Luise

Tommy2

Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon Tommy2 » 3. Januar 2009 17:54

In den Infos oben stehen ziemlich viele Halbwahrheiten drin, die korrigiert werden sollten:

"...eine davon ist der heimservice dieser muß wenn versicherungen fehlen, aber bezahlt werden...." Falsch. Richtig ist, dass die Kommunen einen gewissen Heimservice anbieten für Gebrechliche und Behinderte, die allein wohnen. Ansonsten wird dieser Dienst den Angehörigen aufgebürdet. Für die, die diesen Dienst bekommen, ist er allerdings gratis. Versicherung ist dafür nicht nötig.

"..direkt vom staat unterstützt wirst du nur wenn du schwedischer staatsbürger bist.." Falsch. Würde gegen jede Diskriminierungsvorschrift verstossen. Wenn man in S ordnungsgemäss gemeldet ist, hat man da gleiche Anrecht auf Sozialleistungen wie jeder Schwede auch.

"...Es stimmt aber, dass man in Schweden erst mal 30% Steuern auf alles zahlt. Ausser man verdient soooo wenig, dass man eine Steuererleichertung beantragen kann. ..." Auch falsch. Man kann keine Steuererleichterung beantragen. Man kann allerdings beantagen, dass nicht gleich soviel vom Gehalt abgezogen wird, und das wird dann später bei der Steuererklärung berücksichtigt. Unter dem Strich gibts keine Steuererleichterung, auch nicht für Kinder oder Gatten.

Man sollte hier schon etwas auf korrekte angaben achten, damit den Leuten, die eventuell einwandern wollen, keine falschen Vorstellungen gemacht werden.


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