auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

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priscilla
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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon priscilla » 3. Januar 2009 19:10

july hat geschrieben:Ich würde mich ersteinmal erkundigen, ob Ihr die Unfallrente deines Mannes auch nach Schweden bekommen würdet. Als "normaler" Rentner kann man auch sein Geld im Ausland erhalten soweit ich weiss.


Das würde ich Euch auch empfehlen. Als "normaler" Rentner kann man zwar sein Geld im Ausland bekommen, aber ich habe von eben diesen schon gehört, daß die Rente gekürzt wird, sobald man auswandert aus Deutschland. Die genaue Höhe der Kürzung ist mir nicht bekannt. Da aber die Rente Deines Mannes ein sehr wichtiges Einkommen ist, frage da auf alle Fälle mal nach beim Unfallversicherungsträger.

Was die medizinische Versorgung in genau Euerm Fall angeht,da kann ich nichts sagen. Aber die "gewöhnliche" medizinische Versorgung hier ist ganz anders als in Deutschland. Da kommt man nicht so schnell an einen Arzt ran.

Trefft also keine vorschnellen Entscheidungen, sondern informiert Euch vorher genau über diese Sachen. Möglicherweise kann Euch auch die schwedische Botschaft in Deutschland weiterhelfen mit Informationen, zumindest was die medizinische Versorgung für Deinen Mann angeht.

Viel Glück!

oldschwede
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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon oldschwede » 3. Januar 2009 22:00

hej tommy

irgendwie erinnert mich dein stil arg an ein anderes forum

äußert informativ und bereichernd . :danke:

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janaquinn
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Re: auswandern-aber leider alles etwas schwierig!

Beitragvon janaquinn » 4. Januar 2009 11:20

Hej Merle,
wollte mich eigentlich schon früher melden, aber leider bin ich ziemlich krank geworden, so hatte ich nicht wirklich Lust zum schreiben..sorry...

Vieles wurde ja schon geschrieben, einiges ist mit Vorsicht zu geniessen..

Fakt ist, es ist nicht leicht mit einem behinderten Angehörigen auszuwandern, aber es ist generell möglich, mit viel Planung und einer gehörigen Portion Eigeninitiative und in eurem Fall, sollte auch ein gewisses finanzielles Polster vorhanden sein.

Ich habe dazu auch für´s Forum einen Bericht geschrieben, allerdings war er auf die Auswanderung mit behinderten Kind bezogen, aber einiges kann durchaus auf deinen Mann übertragen werden.

Sobald ihr eure Personnummer habt, meldet euch bei der F-Kassa, auch wenn generell die Meinung gilt, man ist automatisch versichert, geht auf Nummer Sicher und meldet euch nochmal dort, dann könnt ihr euer Anliegen vortragen. Die F-Kassa ist defintiv nicht die schnellste Behörde, aber sie helfen und unterstützen.

Der Pflegedienst, welcher hier angesprochen wurde, wird übrigens von der F-Kassa bewilligt und auch gezahlt, die Kommunen verteilen das Geld nur an die Leute, welche euch unterstützen. Anrecht auf die Persönliche Assistenz, wie es hier heisst, hat jeder, welcher mind.20 h/Woche unterstützung im normalen Alltag braucht und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Auch kann man wählen zwischen Kommunalen und Privaten Anbietern, was wichtig zu wissen ist, wenn man diesen Job selber durchführen will.
Die F-Kassa bewilligt eine gewisse Wochenstundenzahl, die dann monatlich abgerechnet wird, entweder durch euch, wenn ihr es selber durchführt oder direkt durch die Assistenten, die euch unterstützen. Ihr müsst dann die Stundenzettel gegenzeichnen, damit alles seine Richtigkeit hat.

Hilfsmittel: Ihr bekommt alles was ihr benötigt: Pflegebett, Rolli ect....dies wird durch die Kommune gezahlt. Meist gibt es sogenannte Hilfsmittelzentralen, dafür bekommt ihr einen Termin genannt, wann ihr kommen sollt, dort werden die Hilfsmittel nach den Bedürfnissen deines Mannes ausgesucht und ihr habt jedes Mitspracherecht..bekommt also genau das, was IHR wollt. Meist werden die Sachen innerhalb kürzester Zeit geliefert, sollte die Hilfsmittel nach euren Vorstellungen angepasst werden, kann die Lieferung ein wenig dauern.

Ihr könnt ebenfalls Pflegegeld beantragen, darauf kann, durch die F-Kassa, auch eine Steuererleichterung bewilligt werden, wir haben eine zugesprochen bekommen.

Benötigt ihr ein Auto, damit dein Mann transportiert werden kann, könnt ihr einen sogenannten Bilstöd beantragen, dies ist ein staatlicher Zuschuss von bis zu 60.000 Sek, damit ihr ein Auto kaufen könnt, aber daran sind einige Bedingungen geknüpft: er kann nur alle 9 Jahre beantragt werden, das Auto darf in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden und das Auto muss dafür geeignet sei, deinen Mann zu transportieren. Ein eventueller behindertengerechter Umbau des Auto´s kann ebenfalls durch die F-Kassa bezahlt werden, muss ebenfalls beantragt werden. Meist ist dies aber nur eine Formalität, wenn man den Bilstöd bereits erhalten hat.

Wichtig ist, dass ihr alle vorhanden Arztbriefe habt plus einen aktuellen, falls möglich auf Englisch, dass erspart die Zeit einer Übersetzung.
Bei allen Terminen steht euch ein Dolmetscher zur Seite, wenn ihr das wünscht, solltet ihr das Gefühl haben, euer Dolmetscher übersetzt nicht in eurem SInne, könnt ihr ihn ablehnen und einen anderen verlangen.

Wichtig: Im Vorfeld mit eurer deutschen KK abklären, welche und ob ihr Hilfsmittel ins Ausland ausführen dürft, meist sind die aber weniger kulant und verlangen die komplette Rückgabe aller Hilfsmittel.

Solltest du weitere Fragen haben, dann melde dich am besten an und schick mir eine PN...

LG JANA
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