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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Auswandern
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2011 18:20 
Stiller Beobachter

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Beiträge: 2
ich würde sehr gerne nach schweden auswandern ( Nordschweden )

und da als LKW-fahrer arbeiten suche hier den ersten kontakt

habe mir vorgestellt das ich ca Mai 2012 - September 2012

Auswandere möchte bis da hin alles schon geklärt haben

( Arbeit für mich und meine Frau, Wohnung )

:schwedentor2:


:danke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2011 19:19 
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Registriert: 11. Oktober 2011 16:47
Beiträge: 65
Hej
Weisst du wieviel Stellen zur Zeit nördlich einer Linie Jämtland/Västernorrland offen sind? Eine einzige freie Stelle fuer einen Fahrer im Holztransport. Ohne Dich jetzt anzugehen wuerde ich vorschlagen, wenn du unbedingt nach Schweden auswandern willst, versuche erstmal im unteren Drittel von Schweden als Fahrer Fuss zu fassen. In S einen LKW im Inland sicher ans Ziel zu bringen kannst du nicht mit dem fahren in DE vergleichen. Gerade in Norrland mit einem halben Jahr Schnee und Eis und einem 24m Zug mit Gewichten bis 65to wird von einem Fahrer viel Erfahrung erwartet. Und die kannst du vermutlich nicht vorweisen. Und gerade auf Jobs dort oben warten viele arbeitslose Fahrer die die gewuenschten Voraussetzungen schon mitbringen. Die Sprache kommt auch noch dazu, ist aber nicht so zwingend wie in anderen Branchen, aber etwas schwedisch muss man schon mitbringen. Besser wäre es im Sueden als Fahrer einen Job zu suchen, aber auch das wird nicht ganz so leicht sein. Nutze die Zeit und versuche an einen Fahrerjob zu kommen, probiere es ein halbes Jahr und entscheide dann ob du das möchtest.

Fuer deine Frau kann ich dir keine Empfehlung geben, du hast nicht geschrieben in welcher Branche sie arbeiten möchte bzw. welche Ausbildung sie hat. Gerade im hohen Norden sieht es ausser im Vårdbereich nicht gerade rosig aus mit Jobs.

Die Wohnungssuche dagegen duerfte noch dass leichteste sein, da relativ viel Wohnraum leersteht und auch guenstig zu erwerben ist. Dass gilt hauptsächlich fuer das ländliche wohnen, in den Städten muss man dann schon wieder etwas mehr bezahlen, es ist aber immer noch guenstiger als im Sueden.

Wäre nett wenn du uns auf dem laufenden hälst, Tips und Hilfe wirst du hier sicher immer bekommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2011 10:46 
Neuling
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Registriert: 26. Juli 2011 17:02
Beiträge: 8
Wohnort: Süd-Lappland
So ganz so hoffnungslos würde ich die Lage nicht einschätzen. Im Norrbottnischen Pajala wird in den nächsten Jahren eine grosse Erzgrube eröffnet und man erwartet einen grossen Anstieg an freien Arbeitsplätzen u.a. auch LKW-Fahrer. Man erwartet, dass mind. 300 Arbeitsplätze direkt in Zusasemmenhang mit der Grube entstehen und ausserdem noch viele Arbeitsplätze im Servicebereich. Vielleicht ist Pajala deine Zukunft? Die Anforderungen an LKW-Fahrer sind wie oben schon gesagt aber deutlich höher als in Deutschland!


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2011 11:13 
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Registriert: 3. Mai 2011 09:48
Beiträge: 176
Wohnort: 25541 Brunsbüttel
Hier das Unternehmensregister von Pajala (ganz schön viel, finde ich).

http://pajala.uc.standout.se/companies/search?search=

Und ein Bild von der neuen Grube:


Dateianhänge:
Tapuli.jpg
Tapuli.jpg [ 73.33 KiB | 1598-mal betrachtet ]

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CU Karsten :smt006

Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches. (Mark Twain)
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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2011 11:14 
Schweden Guru
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Beiträge: 1430
Wohnort: jämtland
f-m hat geschrieben:
So ganz so hoffnungslos würde ich die Lage nicht einschätzen. Im Norrbottnischen Pajala wird in den nächsten Jahren eine grosse Erzgrube eröffnet und man erwartet einen grossen Anstieg an freien Arbeitsplätzen u.a. auch LKW-Fahrer. Man erwartet, dass mind. 300 Arbeitsplätze direkt in Zusasemmenhang mit der Grube entstehen und ausserdem noch viele Arbeitsplätze im Servicebereich. Vielleicht ist Pajala deine Zukunft? Die Anforderungen an LKW-Fahrer sind wie oben schon gesagt aber deutlich höher als in Deutschland!



das projekt ,wird erst mal auf eis gelegt.man sollte sich vorher erkundigen bevor man was ins net stellt

Dem größten Bauprojekt Schwedens, der Erschließung der Erzgrube nördlich von Pajala, droht das Aus. Wie der Schwedische Rundfunk am Freitag meldet, fehlt es dem Unternehmen Northland Ressources an Geld, um das Projekt im kommenden Jahr weiter zu finanzieren. Die Investoren sind von der Schulden- und Finanzkrise in Europa betroffen. Es handelt sich um die französische Société Général, die italienische Unicredit und die deutsche West LB. Sie sollten umgerechnet rund 330 Millionen Euro in das Projekt investieren. Der Geschäftsführer von Northland Ressources, Axel Waplan, rechnet damit, dass die Banken weiter interessiert sind. Zurzeit werden über einen Finanzierungsplan verhandelt, so Waplan.

(Quelle: Radio Schweden)



gruß elke


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2011 13:29 
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Registriert: 30. September 2011 17:14
Beiträge: 26
hej

wie passt dann diese Meldung ins Bild, fage ich mich:

http://www.dn.se/nyheter/sverige/lyxiga ... t-i-pajala

:?

_________________
hälsningar, Synne

Det vi inte gör idag, slipper vi göra om i morgon!


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2011 14:36 
Neuling
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Registriert: 26. Juli 2011 17:02
Beiträge: 8
Wohnort: Süd-Lappland
das projekt ,wird erst mal auf eis gelegt.man sollte sich vorher erkundigen bevor man was ins net stellt


@Elke:
Dass das Projekt auf Eis gelegt ist, kann ich nicht aus dem Artikel entnehmen. Laut Sveriges Radio P4 besteht weiterhin Zuversicht:

Pajalas förra kommunalråd och numera vd i Utvecklingsbolaget i kommunen, Bengt Niska oroas inte över att pengarna i det stora gruvprojektet snart är slut.

I början av nästa år blir Northland Resources kassa tom. Det innebär att ett av Sveriges största byggprojekt, den nya järnmalmsgruvan i Pajala kan stoppas om inte nya pengar tillförs.

Bygget kring gruvan i Pajala hittils kostat 800 miljoner kronor och att några nya pengar inte skulle komma in är otänkbart för Bengt Niska.

– Jag ser vilken takt det är i uppbyggnaden av området, så nej, det finns ingenting annat än att det här blir verklighet, säger Bengt Niska.

Att de tre utländska bankerna som har sina säten i Frankrike, Tyskland och Italien har blivit nedskrivna som följd till finansoron i världen är inget som Bengt Niska tror kommer att påverka deras fortsatta utlåning.

– Jag är ingen bankman, men vad jag vet är att det alltid kommer att finnas ett behov av järnmalm och då kommer det även att finnas banker som är beredd att låna ut pengar.


Mir ist aber auch nicht entgeangen, dass Northlands Ressources Aktien fallen, aber das heisst noch nicht, dass das Projekt auf Eis liegt. Was tatsächlich passiert, muss die Zukunft zeigen. Aber in dem Artikel den du gepostet hast, steht ja auch:

Der Geschäftsführer von Northland Ressources, Axel Waplan, rechnet damit, dass die Banken weiter interessiert sind. Zurzeit werden über einen Finanzierungsplan verhandelt, so Waplan.

Also scheint es noch Hoffnung zu geben. Ich drücke vision alle Daumen, dass seine Auswanderung klappt. Wenn die Grube kurzfristig tatsächlig auf Eis gelegt werden sollte, müsste er sich wohl wirklich was anderes suchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 22. Oktober 2011 15:32 
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Registriert: 20. März 2009 12:38
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Hi, selbst wenn es freie Stellen gibt, gehen die fast immer erst mal an die Schweden bevor man als Einwanderer eine Chance hat. Ausserdem sollte man schon Erfahrung haben mit dem Winterwetter und wie schon oben erwähnt mit den grossen LKW`s. Das ist mit Deutschland wirklich nicht zu vergleichen.

Gruss Speedy...

... die 4 Jahre dort oben im Jämtland gelebt hat und vor allem die Stellenvergabe am eigenen Leib erfahren hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 4. November 2011 11:56 
Stiller Beobachter

Registriert: 21. Oktober 2011 17:38
Beiträge: 2
an alle die geantwortet haben meinen Dank eure antworten helfen uns sehr eine entscheidung zu treffen

wir werden erstmal wirder in urlaub fahren ( nach Nordschweden ) und mal sehn was so geht

wer weiss was alles passiert

Danke nochmal an alle



P.s. man hört in Deutschland das in Schweden / Nordschweden sehr viele Fahrer gesucht werden

das arbeit da sei aber keine Fahrer


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 9. November 2011 21:25 
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Speedy hat geschrieben:
Hi, selbst wenn es freie Stellen gibt, gehen die fast immer erst mal an die Schweden bevor man als Einwanderer eine Chance hat.

Hejsan Vision und Speedy,

da gibt es aber einen Trend der nicht schön ist und auch den schwedischen Arbeitnehmern schwer zu schaffen macht. Bei der Jobsuche kommt nämlich noch erschwerend dazu und wo die Gewerkschaften hier schwer mit zu kämpfen haben das viele Firmen in Schweden, auch Speditionen! so anfangen wie in Deutschland und viele Osteuropäer einstellen die für 50 oder 60 kr/Std. arbeiten. :(
Meine Frau bekommt jeden Monat eine Zeitung von der Gewerkschaft, wenn man liest was da so alles drin steht versuchen viele schwedische Arbeitgeber Zustände mit Dumpinglöhnen wie in Deutschland einzuführen. Da kann man nur hoffen und beten das die Gewerkschaften in Schweden weiterhin so stark bleiben und sich der Trend nicht weiter fortsetzt das viele Arbeitnehmer sich aus Kostengründen nicht mehr bei den Gewerkschaften gegen Arbeitlosigkeit versichern und damit die Gewerkschaften schwächen.
Aber wie auch schon hier geschrieben ist eine gute Planung und die Sprache das "A" und "O".

Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

_________________
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 10. November 2011 20:43 
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Beiträge: 172
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Hi,

Haro wunderst Du Dich das die Firmeninhaber so etwas machen???

Die kleinen Firmen werden hier in Schweden geschröpft bis zum geht nicht mehr.

Sag bitte nicht das das nicht stimmt. Wir haben selbst eine kleine Firma und muessen jeden Tag, jede Woche und jeden Monat kämpfen um mindestens einen Angestellten zu haben. Ganz abgesehen davon, dass wir selbst uns kein Gehalt auszahlen können weil das Geld nicht reicht. Als Angestellter bekommt man das natuerlich nicht mit. Arbeitet man in einem staatlichen Betrieb sowieso nicht, das zahlt ja der Steuerzahler.

Als Arbeitgeber kann ich nur hoffen, dass sich die Gewerkschaften etwas mehr entkrampfen, damit ich die Möglichkeit habe mehr Arbeitsplätze zu schaffen ohne in die Illegalität abzudriften.

Gruss Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 10. November 2011 21:37 
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Speedy hat geschrieben:
Haro wunderst Du Dich das die Firmeninhaber so etwas machen???

Die kleinen Firmen werden hier in Schweden geschröpft bis zum geht nicht mehr.

Als Arbeitgeber kann ich nur hoffen, dass sich die Gewerkschaften etwas mehr entkrampfen, damit ich die Möglichkeit habe mehr Arbeitsplätze zu schaffen ohne in die Illegalität abzudriften.

Gruss Speedy

Hej Speedy,

also wir haben in unserem Bekanntenkreis auch vier Bekannte die in verschiedenen Branchen selbstständig sind und denen geht es obwohl es auch nur Kleinbetriebe ohne oder mit max. einem Beschäftigten sind ganz gut. Die haben Arbeit bis zum abwinken und verdienen gutes Geld.
Gut wir kennen auch welche die sich hier selbstständig gemacht haben und es aus nachweislich selbst verschuldeten! Gründen es nicht geschafft haben.
Ich weiß ja nicht genau was Du für ein Gewerbe bereibst, war so weit ich weiß, glaube was mit Autos und wie die Konkurenz bei euch in der Gegend ist aber vielleicht hast Du einfach den falschen Standort das Du so kämpfen musst.

Wenn Du aber damit meinst das die Gewerkschaften sich entspannen sollen" damit die Arbeitgeber Mitarbeiter für 50 oder 60 kr/Std. beschäftigen können und demnächst hier Zustände herrschen wie in Deutschland, wo fast 70 % der Arbeitnehmer für unter 8 €/Std. arbeiten dann kann und muss ich Dir wiedersprechen.
Ich meine mich betrifft das im Prinzip nur durch meine Frau die hier arbeitet da ich Rentner bin aber Zustände wie in Deutschland möchte ich in Schweden nicht haben. :roll:
Auf der Firma, wo meine Frau arbeitet waren auch einige Osteuropäer für 50 kr/Std. beschäftigt bis ein paar Deutsche und Schwedische Mitarbeiter in die Gewerkschaft gegangen sind. Nun werden alle ordnungsgemäß bezahlt und der Firma geht es dadurch nicht schlechter und die macht auch nicht pleite. :wink:

Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 11. November 2011 10:54 
Hallo Haro,

wenn ich Deine Beiträge im Forum lese, kann ich sehen, dass du Schweden immer noch schön rosarot siehst :-)
Naja - wenigstens scheinst du ja zufrieden und gluecklich zu sein, und das ist ja an sich ein guter Zustand!
Die Kontakte, welche ich hatte, und auch meine gesammelte Erfahrung zeigt leider ein anderes Bild.

Gewerkschaften:
Viele Unternehmer sehen diese als Sand im Getriebe (ok - welcher Unternehmer, gleich wo, tut das nicht?).
Der Grund ist allerdings nicht - wie man meinen könnte - die leidigen Lohnforderungen, sondern viel mehr, dass
die Gewerkschaften in Schweden ihre schuetzende Hand ueber "faule Eier" halten. Aus eigener Erfahrung ist es hier nahezu unmöglich, Mitarbeiter zur Räson zu bringen, welche nichts können und vor allem nichts wollen. Da wird dann eher der Bock zum Gärtner gemacht. Versuche, Druck auszuueben,werden als Mobbing interpretiert. Hat man erst einmal einen solchen Parasiten im Betrieb, wird es schwer, ihn wieder loszuwerden. Weiterhin erschweren Gewerkschaften oft durch ihre sture Haltung notwendige innerbetriebliche Reformen. Ich kenne zumindest 2 Beispiele, wo die Gewerkschaft nicht unerheblich mit Schuld hatte, dass das Unternehmen den Bach hinunterging.
Natuerlich sind Gewerkschaften wichtig - meiner Meinung nach sind sie aber hier in Schweden etwas zu mächtig.

Ausbeutung:
Oh, das gibt es hier in Schweden zu Genuege!! Ganz skrupellose sogar! Hast du denn die Skandale um die Beerpfuecker in Jämtland nicht verfolgt? Schamlos, gemein, skrupellos! Jugendliche werden in Schweden besonders gerne ueber den Tisch gezogen. Mindestlohn? Fehlanzeige in Schweden! Jedenfalls gesetzlich gibt es hier keinen. Das bedeutet, dass alle Polen, Thailänder usw, die natuerlich nicht in einer Gewerkschaft sind (und deshalb die ideale Arbeitskraft in Schweden darstellen) fuer einen Apfel und ein Ei in Schweden arbeiten!

Arbeitsbedingungen

35 oder 37 - Stunden Woche? :-)
Wir arbeiten hier in Schweden 40 Stunden die Woche.
Urlaub? 25 Arbeitstage wuerde ich sagen ist Durchschnitt.
Weihnachtsgeld? Du bekommst ein Handtuch als "Julklapp"
Urlaubsgeld? Ein paar lächerliche Prozent.

Deutschland ist nicht sooooo schlecht :-)

Sei mir nicht böse, Haro, ich meine es wirklich nicht schlecht :-)
Ich kann Menschen, denen es in Schweden so gut gefällt, nur beglueckwuenschen. Allerdings sehe ich oft, dass es sich dabei um Menschen handelt, welche eher "in ihrer eigenen" Welt in Schweden leben. Sprich: Eigenes Haus in einer Idylle, guter Job oder Rentner, oftmals auch sprachlich etwas von den Feinheiten der schwedischen Sticheleien isoliert.

Fuer mich, welcher eher unter den "Svenssons" lebt, in einer Mietwohnung, mit den Vorurteilen der Arbeiterklasse konfrontiert wird und mit der alltäglichen Unfähigkeit (hier in Nordschweden), offenbart sich leider ein anderes Bild.
Ich denke dennoch, dass jeder fuer sich weiterhin in diesem Forum das Bild von "seinem Schweden" postet soll, so dass alle Leser sich ein differenziertes Bild machen können!

In diesem Sinne,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern
BeitragVerfasst: 23. November 2011 22:19 
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Registriert: 26. April 2008 22:05
Beiträge: 270
Wohnort: Rosenfors (Småland)
Hallo Paul,

ich kann eigentlich nicht sagen das ich Schweden so rosarot sehe wie Du meinst, ich sehe aber auch nicht alles so rabenschwarz wie Du und einige andere in diesem und anderen Foren.
Sicher gibt es die von Dir angesprochenen Probleme wie Ausbeutung Lohndumping usw. auch in Schweden, das hat auch keiner abgestritten. Schwarze Schafe und Gangster gibt es leider überall auf der Welt. :(

Die Gewerkschaften sind den Arbeitgebern ja immer und überall ein Dorn im Auge darüber brauchen wir ja nicht lange zu diskutieren. Das die Gewerkschaften die Möglichkeit haben wie von Dir geschildert ihre Hand über "faule Eier" zu halten mag ich bezweifeln, auch in Schweden hat jeder Arbeitgeber das Recht ganz normal nach den gesetzlichen Kündigungsfristen zu kündigen und das tun Sie auch, schon selbst im Bekanntenkreis erlebt.
Es ist aber besser die Gewerkschaften sind wie in Schweden so das die Arbeitgeber Respekt vor Ihnen haben wie in Deutschland, wo Sie mit Lustreisen, Spenden und anderen Zugeständnissen gekauft werden.

Wegen der Ausbeutung, ich habe das mit den Beerenpflücken in Nordschweden auch mitbekommen und finde es auch nicht gut, das sind aber Fälle die es überall auf der Welt gibt. Erinnere dich mal an die Erntehelfer aus Polen die früher und teilweise heute noch zu unmenschlichen Bedingungen in Deutschland gehaust haben und ausgebeutet worden sind, das ist im Endeffekt nichts anderes.

Ich bin zwar als Rentner selbst nicht mehr aktiv im Berufsleben bin deswegen aber nicht blind und taub und Zeitung lesen kann ich auch. :wink: Dafür sind aber meine Frau, viele Bekannte und Freunde hier im Berufsleben aktiv.
Ein kleines Beispiel zur Ausbeutung: Meine Frau ist gelernte Bürokauffrau und uns war von Anfang an klar war das Sie wegen der Sprache anfangs nicht im Büro würde arbeiten können, daraufhin hat Sie einen Job in einer Molkerei angenommen. Diese hatte erst ein halbes Jahr vorher eröffnet, war also noch im Aufbau. Dort haben auch andere Mitarbeiter aus Rumänien, Bosnien usw. wie sich hinterher rausstellte für ca. 50 kr/Std. gearbeitet. Meine Frau hat dort für ca. 90 kr/Std. Anfangslohn angefangen. Kurze Zeit später fing dort auch ein neuer Vorgesetzter an der meinte erst mal fast alle Mitarbeiter schikanieren zu müssen. Darauf hin sind drei Deutsche Mitarbeiterrinnen und ein paar andere in die Gewerkschaft gegangen und der neue Vorgesetzte wurde erst mal belehrt das es so nicht ginge. Darauf hin wurden auch von der Gewerkschaft die Löhne, Zuschläge usw. überprüft und auf den Tariflohn der einiges! über 50 und 90 kr/Std. lag angehoben. Im weitern Verlauf gab es noch ein paar kleinere Streitigkeiten die aber schnell aus dem Weg geräumt wurden. Mittlerweile herrscht Frieden in der Firma und meine Frau kommt mit dem neuen Vorgesetzten gut aus und verdient dort einschließlich Zuschlägen mit ca. 120 kr/Std. Netto, verglichen mit Deutschland gutes Geld. So einfach lässt sich Ausbeutung bekämpfen. Wir haben also auch schon unsere Erfahrungen gemacht. :wink:

Was Urlaubs- und Weihnachtsgeld usw. anbelangt bekommt meine Frau z.b. bei jedem Urlaubstag einen Zuschlag auf jede Stunde, wenn man den zusammenrechnet kommt man ungefähr auf einen Monatslohn als Urlaubsgeld.
Gut, Weihnachtsgeld direkt gibt es dort auch nicht, bestenfalls das von Dir genannte Handtuch oder eine Jacke mit Firmenaufschrift. :wink: Dafür hat aber dort jeder Arbeitnehmer ein Arbeitszeitkonto was einmal im Jahr ausbezahlt wird und ungefähr einem halben Monatslohn entspricht. Das wären also in der Summe 1,5 Monatslöhne als Sonderzahlungen. Außerdem achtet der Betrieb auch peinlich genau darauf das die Pausen und Arbeitsschutzbestimmungen usw. eingehalten werden. So viel zu den Arbeisbedinungen und Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Wollen wir aber doch mal Ehrlich sein, eine 37 Stunden- Woche, mehr wie 25 Tage Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld ist auch in Deutschland außer vielleicht bei größeren Firmen und Großkonzernen wie VW, BMW, Audi, Mercedes etc. nicht mehr üblich. Die meisten Mittelständigen Unternehmer bezahlen auch in Deutschland kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld mehr da es in Deutschland in kaum einem Tarifvertrag festgeschrieben ist und eine kann- Leistung ist.

Wir werden so oft über unsere Homepage angeschrieben und bekommen dadurch sehr viel mit wie es in Deutschland zu geht. Wo z.b. studierte Leute mit sehr guten Fachausbildungen für 7 €/Std. Brutto!! oder als 1 € Jobber irgendwo arbeiten müssen weil sonst die Leistungen von der Arge gestrichen werden. Eine Friseuse z.b. die bei einem Vollzeit- Job mit knapp 800 € Netto über die Runden kommen muss oder eine Krankenschwester die im Dreischichtbetrieb mit 1.300 € Netto nach Hause geht. Außerdem gibt es Politmagazine wie Panorama, Frontal21, oder Report Mainz etc. die regelmäßig über solche Misstände in Deutschland berichten.

Wieso sollte ich Dir böse sein, das ist doch ein Forum, wo jeder seine Meinung sagen kann. Jeder macht halt so seine Erfahrungen und die sind scheinbar wie überall auf der Welt sehr unterschiedlich.
Beispiele für unterschiedliche Erfahrungen: Mein Arzt in der Vårdcentrale hat jetzt bei einem Routine EKG festgestellt das bei mir irgendwas nicht ganz in Ordnung ist, da war wohl eine kleine Spitze in der Linie zu viel. Noch nicht mal ganz eine Woche später hatte ich einen Termin im Krankenhaus Oskarshamn zum Belastungs- EKG. Weil dort auch nichts genaues festgestellt werden konnte hatte ich eine Woche später einen Termin im Krankenhaus Kalmar zur einer speziellen Herzuntersuchung. (Scintigraphy) So viel zu den langen Wartezeiten auf Facharzttermine schwedischen Gesundheitssystem die hier im Forum immer beklagt werden. Wie gesagt nur ein Beispiel! was nicht heißen soll das es an anderer Stelle in Schweden nicht anders ist.
Genau das gleiche ist das sich viele in den Foren beschweren das in Stockholm, Göteborg, Malmö usw alles so teuer ist. Bei uns hier auf dem Land kostet eine 50 m² Wohnung ca. 2.000 kr Miete, in Stockholm z.b. wenn man Glück hat bekommt man die für 8.000 kr. Wenn ich in Deutschland nach München, Frankfurt oder Berlin ziehe weiß ich auch das ich für eine 50 m² Wohnung mit fast 1.000 € Miete rechnen muss und alles viel teurer ist wie in der Kleinstadt, also brauche ich mich nicht zu beschweren.

Das waren jetzt ein paar Beispiele dafür wie unterschiedlich die Erfahrungen sind und so sind sie mit Sicherheit auch in Beziehung Arbeitsleben und deshalb könnten wir bestimmt stundenlang darüber schreiben.

Wir, viele Bekannte und Freunde leben auch hier, haben mit Schweden zu tun und wir leben auch unter ihnen und nicht isoliert. Gut, wir haben auch hier Deutsche die sich nicht integrieren, die Sprache nicht lernen und meinen Sie kommen damit weiter, wer's mag allein zu leben oder nur unter Deutschen, ok das muss jeder selber wissen.

Wir sind z.b mit anderen Deutschen bei uns im Ort zu Gemeindeversammlungen eingeladen worden, gehen da auch regelmäßig hin und bekommen so einen Einblick wie viele Sachen in Schweden hinter den Kulissen so laufen, die Gemeindearbeit aussieht und bekommen so Sachen mit die andere Leute nicht mitbekommen, übrigens sehr interessant!!!

Sicher, und ich denke da sind wir uns alle einig ist in Schweden auch nicht alles Gold was glänzt und es gibt auch hier Probleme, Ausbeutung, Mobbing, Gewalt usw. und sicher ist die Lage in den Ballungszentren Stockholm, Malmö, Göteborg und anderen großen Städten nicht so wie bei uns auf dem Land. Wollen wir doch mal ganz ehrlich sein, wenn man in Deutschland und Schweden mal genau hinschaut sieht man das solche Sachen in Schweden doch nicht in dem Maße vorkommen wie in Deutschland und hier doch vieles besser ist wie in Deutschland und es sich hier allein schon wegen der ruhigen, gelassenen Mentalität der Schweden die meine Frau (typisch Deutsch :wink: ) auf der Arbeit oft aufregt viel besser leben lässt wie in Deutschland.

Ich denke und die Erfahrung haben wir und viele andere auch gemacht das es sehr darauf ankommt wie man den Schweden begegnet, auf sie zugeht und man sich integriert, also vieles an einem selbst liegt.

Viele Grüße aus Småland :flagge:
Harald

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