Auswandern

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hansbaer

Re: Auswandern

Beitragvon hansbaer » 4. September 2008 12:40

Nagel mich da nicht fest, aber ich würde nach vorigen Diskussionen in Schwedenforen sogar sagen, dass ein Haupt- bzw. Realschulabschluss in Schweden ziemlich nutzlos sind.

In Schweden macht man 9 Jahre Grundschule und anschließend 3 Jahre Gymnasium. Je nach Gymnasium, das man wählt, bekommt man eine entsprechende fachspezifische Ausbildung. Man hat also schon eine grundlegende Ausbildung, wenn man die Schule verlässt. Das deutsche System mit einer parallel laufenden Berufsschule ist hier meines Wissens unbekannt.

Es gibt lediglich sogenannte "Kvaliciferade Yrkesutbildningar", die einige Berufe abdecken, die man in Deutschland vielleicht mit Mittlerer Reife erlenen könnte - hier benötigt man aber auch den Abschluss des Gymnasiums.

Daher sollten deine Kinder auf alle Fälle noch das Gymnasium besuchen, und dafür müssen sie schwedisch können (bzw. eben deutsche Schule in Stockholm).

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janaquinn
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Re: Auswandern

Beitragvon janaquinn » 4. September 2008 12:45

Hej Anja,
es gibt sicherlich die Möglichkeit im Pflegebereich unter zukommen. Schwedisch ist natürlich Grundvorraussetzung. Es gibt hier die Möglichkeit als Persönlicher Assistent zu arbeiten, meist für Behinderte Menschen.
Habe hier mal einen Link, wo ich bereits drüber geschrieben habe gefragte-berufe-im-sozialwesen-in-schweden,11735.html?hilit=persönliche%20assistenten

Wie es mit Altenheimen ist?? Meine letzte Info war, dass es so gut wie keine Heime gibt und wohl auch keine gebaut werden. Sollte dies falsch sein, bitte berichtigen. Generell kenne ich mich eher in der Materie mit Behinderten Kindern und Erwachsenen aus, als in der Altenpflege.

Was eure Söhne betrifft. Es gibt, sorry Fabian, noch eine Deutsche Schule in Götheborg. Allerdings geht die nur bis zur 9. Klasse. Die Schule in Stockholm hat ein Gymnasium dabei, aber auch hier wird in beiden SPrachen (deutsch-schwedisch) unterrichtet. Wobei ich mir vorstellen kann, es ist vielleicht einfacher da schwedisch zu lernen, als an einer normalen schwedischen Schule.
Auf jedenfall sollten sich die Jungs schon jetzt hinsetzen und anfangen Schwedisch zu lernen, dann ist der Einstieg leichter.

Das nächste: Die Deutsche Schule hier in Stockholm verlangt Schulgeld, über die Höhe weiss ich noch nichts genaues, will mich aber die nächsten Tage/Wochen erkundigen, da ich für meine Tochter dran interessiert bin.
Sobald ich was weiss, könnte ich es hier posten.


LG JANA
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hansbaer

Re: Auswandern

Beitragvon hansbaer » 4. September 2008 13:04

Wie immer meinen Senf dazu :-)

Zum persönlichen Assistenten: das ist kein übermäßig erstrebenswerter Beruf, muss ich sagen. Meine Freundin hat den nun lange gemacht, und man verdient für schwedische Verhältnisse echt schlecht. Man kann zwar davon leben, aber es ist eben ein Job, den jeder machen kann, weil man keine Qualifikationen braucht. Die Entsprechung für Krankenhäuser, Altenheime etc. ist übrigens undersköterska (Unterkrankenschwester). Bezahlung und Qualifikationsanforderungen sind ähnlich.

Zur deutschen Schule: ich hatte im offiziellen Verzeichnis von deutschen Auslandsschulen nachgesehen, und da war nur die in Stockholm verzeichnet. Der Grund ist wohl, dass die Schule in Göteborg eine freie schwedische Schule ist, die zwar eine lange Tradition hat, aber eben nicht ins deutsche Schulwesen eingebunden ist.

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Re: Auswandern

Beitragvon Anjaundmario » 4. September 2008 13:35

Hej, wäre man in Schweden mit deutschem Altenpflegeexamen , langer Berufserfahrung, Weiterbildung zur Heim - u. Pflegedienstleitung eine sogenannte " Unterkrankenschwester " ? Wo werden in Schweden die Senioren betreut die Pflegebedürftig sind ?

:danke: Anja und Mario

hansbaer

Re: Auswandern

Beitragvon hansbaer » 4. September 2008 13:40

Unterkrankenschwester ist gar keine Qualifikation, weil nicht reguliert - jeder darf sich so nennen.

Ich habe das mal hier ausführlicher erklärt: http://schwedenforum.schwedenstube.de/viewtopic.php?t=2019
Altenpfleger ist als Beruf in Schweden nicht anerkannt - eine formelle Anerkennung wird also verweigert werden. Ob und wie ihr da unterkommen könnt, weiß ich nicht.

nysn

Re: Auswandern

Beitragvon nysn » 4. September 2008 14:06

Auch wenn "underköterska" nicht geregelt ist, so werden in Schweden dafür doch höhere Anforderungen gestellt, besonders wenn es um die Altenpflege geht und man eine Anstellung in einem kommunalen Serviceheim anstrebt.

Hier mal ein Link:

http://www.studium.goteborg.se/prod/stu ... enDocument

Da es in diesem Bereich tatsächlich einen Mangel an Fachkräften gibt, bekommen die Erwachsenenschulen in Schweden wieder mehr Geld, um Leute - gerne auch "ältere Semester" - dafür auszubilden. Eine Ausbildung zur "spezialisierten Unterkrankenschwester in der Altenpflege" dauert 90 Wochen und setzt Folgendes voraus:

Grundläggande behörighet med Engelska A och Svenska A samt Omvårdnadsprogrammet eller motsvarande. Minst ett års yrkeserfarenhet från vård och omsorgsarbete.

Englisch A und Schwedisch A sowie Abschluss des "Pflegeprogramms" oder ähnliches. Mindestens 1 Jahr Berufserfahrung aus der Pflege.

Ich könnte mir vorstellen, dass Eure Ausbildung aus Deutschland dem "Omvardnadsprogramm" gleichgestellt sein dürfte. Die Schwedischkenntnisse entsprechen wohl Schwedisch A eines Gymnasiums - also weitaus höher als die zweite Stufe der Einwanderer-Ausbildung SAS (A/B). Englisch also auch mindestens vergleichbar mit den Kenntnissen eines deutschen Gymnasiums/Realschule.

S-nina

hansbaer

Re: Auswandern

Beitragvon hansbaer » 4. September 2008 14:16

Naja, auf was ich mich bezog, ist vor allem, dass bestimmte Tätigkeiten eine voll anerkannte Krankenschwester erfordern.

Meine Freundin ist beispielsweise Kinderkrankenschwester, was ihr es leicht gemacht hat, Jobs als persönliche Assistentin zu finden, denn natürlich schauen die in den Lebenslauf und sehen dann, dass man Vorerfahrungen hat.
In Jobs, wo konkret eine Zulassung als Krankenschwester verlangt wird, ist aber auch durch Vorerfahrung nichts zu machen. Das Gesundheitssystem in Schweden wird ja von den Län organisiert, und wenn die bei bestimmten Stellen eine Krankenschwester verlangen, kann auch der Chef der Einrichtung nichts mehr machen. Meine Freundin erlebte einmal sogar, dass ein angesetztes Bewerbungsgespräch deswegen abgesagt wurde.

tilmann

Re: Auswandern

Beitragvon tilmann » 4. September 2008 14:22

Hej!

S-nina hat geschrieben: Die Schwedischkenntnisse entsprechen wohl Schwedisch A eines Gymnasiums - also weitaus höher als die zweite Stufe der Einwanderer-Ausbildung SAS (A/B).


Inhaltlich ist Svenska A vielleicht höher als Svenska som andraspråk A (SAS A),formell ist der Abschluss aber gleich gestellt. Glaube ich ;-)

Tilmann

nysn

Re: Auswandern

Beitragvon nysn » 4. September 2008 14:34

Inhaltlich ist Svenska A vielleicht höher als Svenska som andraspråk A (SAS A),formell ist der Abschluss aber gleich gestellt. Glaube ich


Hej Tilman,
ehrlich - keine Ahnung!

Als ich damals nach S kam bin ich erst nach gut 1 Jahr zur Komvux gegangen und habe dann gleich den SAS-Kurs (A und B zusammen) in einem halben Jahr gemacht.
Ob das dann wirklich den Kenntnissen eines Muttersprachlers im Gymnasium gleichzusetzen ist - denke kaum - oder?

S-nina

hansbaer

Re: Auswandern

Beitragvon hansbaer » 4. September 2008 14:36

Studientechnisch sind sie gleichgestellt, soweit ich weiß.

Allerdings, um auf den Fall von Anja und Marioe zurückzukommen, ist das hier ja auch keine wirkliche Option, denn ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass die beide nochmal die Schul- bzw. Hörsaalbank drücken wollen.


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