Arzt, was mache ich wenn...

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Imrhien
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Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon Imrhien » 9. März 2009 13:59

Ich habe, angeregt durch einen anderen Thread (Krankenkasse im Rentenalter oder so) eine Frage.
Was mache ich eigentlich wenn ich hier mit der Aussage oder Behandlung eines Arztes nicht zufrieden bin und gerne hätte, dass ein anderer Arzt drauf schaut oder ich gar eine Spezialisten haben möchte? Ich weiss, manche finden das System dass man erst mal zum Hausarzt muss toll. Es mag ja auch gut sein. Aber nicht immer habe ich das Gefühl, dass ich da ordentlich weiter komme. Ich will gar nicht sagen, dass die sich nicht kümmern oder sich keine Zeit nehmen. Die nehmen auch mich und meine Sorgen soweit ernst. Sie sagen nur erst mal rund raus, dass das wohl nichts schlimmes sei. Immer... Und jetzt komm mir keiner mit: Vielleicht haben sie ja recht... Ich hab schon meine Gründe weshalb ich trotdem unsicher bin.
Als Beispiel: Meine Tochter hat Probleme mit der Haut. Vermutlich nichts schlimmes. Empfindlichkeit gegen die Kälte (obwohl unter den Kleidern?), ûberempfindlichkeit gegen Seife (wir testen grade sensible...), Lebensmittelallergie (keine Ahnung wo wir da anfangen sollten) oder meine Sorge Neurodermitis. Es wird mal schlimmer mal besser. Beim Arzt gaben sie uns auf der Stelle ein Cortisonsalbe und meinten aber, dass das gar nichts schlimmes sei. Wir sollen nur die salbe drauf tun und gut ist. Hallo? Ich weiss, ich weiss. Cortison ist nicht so böse wie man immer dachte. Es ist niedrig dosiert und so. Aber ich fühle mich nicht gut dabei. Es ist wie mit Kanonen auf Spatzen schiessen ohne rauszufinden weshalb die Spatzen da sitzen.
Wir haben das eine Weile gemacht und ich hatte das Gefühl, dass es gar nichts hilft. Wir machen jetzt einfach eine spezielle Creme für Neurodermitisdrauf, die ist eben gut um die Haut schön zu pflegen und zu entspannen. Die hilft. Besser als alles andere bisher. Die Ursache ist nun halt noch ungeklärt.
Wie mache ich das? Kann ich zum Arzt und drauf bestehen, dass die einen Test nach Allergien machen wo er doch der Meinung ist, dass das nichts ist? Kann ich einfach bei einem Spezialisten anrufen und nach einem Termin fragen?
Ich will den Arzt gar nicht schlecht machen. Er denkt sicher, dass das nicht schlimm ist und er war nett. Ich will nur, dass man alle Möglichkeiten testet denn Cortison war wohl nicht das richtige Mittel. Und wenn ich weiss, dass eine einfache Creme hilft (da sind nur verschiedene Fette drin, keine medizinischen Mittel), dann brauche ich doch nicht sowas nehmen.
Ich möchte halt eigentlich gerne rausfinden was dahinter steckt.
Ich werde einen neuen Termin ausmachen und sehen wie er reagiert. Ich würde nur schon mal gerne hören welche Möglichkeiten ich überhaupt habe.

Grüsse
Wiebke

blueII
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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon blueII » 9. März 2009 14:20

Hej Wiebke

uns steht ein ähnliches Problem zuvor.
Ich möchte/brauche jährlich eine bestimmte Augenuntersuchung bei unserer Tochter.
Sie hat ein Hämagniom am Augenlid und die Ärtze in Deutschland haben in diesem Zusammenhang noch andere Dinge festgestellt die zu einem Problem werden können.
Um zu kontrollieren ob alles im noch im "guten" Urzustand ist oder ob sich einige Dinge zum schlechteren wenden, ist empfohlen worden jedes Jahr ein Test zu machen, der sehr aufwändig ist und sich über einen ganzen Tag zieht.
Nun versuche ich gerade diesen hier durchzusetzen und stoße auf das von Dir beschriebene Problem.
Aussagen...ist doch nicht sio schlimm...ohne eine Untersuchung zu machen oder auch nur in die Berichte der deutschen Ärzte zu schauen bekomme ich postwendend. Jetzt habe ich durch diese Geschichte einige Vorkenntnisse und kann in diesem Fall mit medizinischen Begriffen um mich werfen und mir so ein wenig gehör verschaffen.
So habe ich erstmal einen Termin bei einem "fahrenden" :shock: Augenarzt bekommen. Muß jetzt erstmal abwarten, was da passiert...ansonsten werde ich darauf bestehen, weitergeleitet zu werden...da ich weiß dass in Udevalla eine Augenklinik existiert...bin mal gespannt wie die Untersuchung wird...und wenn, ob die sich weigern mich weiterzuleiten.

Auch in Eurem Fall würde ich unbedingt auf Abklärung der URSACHE bestehen und nicht mit irgendwelchen Medikamenten jonglieren!!
Habt ihr denn noch nicht die freie Wahl der Ärtze wie in Stockholm??
Bei Euch in der nähe muß doch auch die Vidarklinik sein...ein hömopathisch ausgerichtetes Krankenhaus die gut in Allergien und so sind.

Bleib hart...blas Dich auf und setz dich durch :wink: ...ein Recht dazu hast du bestimmt...man muß es nur durchsetzten.

LG
Heike

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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon HeikeBlekinge » 9. März 2009 14:50

Das kenne ich. Diese Vertröstungen, es sei nichts schlimmes.
"Nimm Alvedon (oder Cortison)!"
Das scheint ein Standartspruch zu sein. Grauenvoll.
Ich weiss nicht, wie es die Schweden machen. Ob sie schmerzunempfindlicher sind? Alte Hausmittelchen vorherrschen? Der Glaube allein hilft...?!?
Letztes Jahr litt ich unter heftigsten Rueckenschmerzen. Nach 2 Wochen ging ich zum Arzt, als alles was ich ausprobiert hatte nicht half. Antwort: "Komm in 3-4 Wochen wieder wenn es nicht besser wird. Und - ach ja - nimm Alvedon."
Mein Hinweise, das mir nur sehr starke Schmerzmittel helfen wuerden (die ich grade noch daheim hatte zum Glueck), ich kaum schlafen könne etc wurden einfach ueberhört.
Auf Raten einer guten Freundin ging ich dann zum Kiropraktiker. Nach 4 Behandlungen, Akupunktur und insgesamt an die 3 Monate ging es mir endlich wieder besser.
Ich hatte nicht den Eindruck, das mein Zustand den Arzt in irgendeiner Weise gross beruehrte. Geschweige denn, das er nach 3 Wochen etwas getan hätte.

Tja!? Laufen Schweden nach ein paar Tagen trotz dem 3-4 Wochen-Hinweis wieder zum Arzt? Ist man nicht ausdauernd genug? Oder muss man erst kriechen? Bluten? Am Ersticken sein??

Ich habe das System noch nicht durchblickt!
Die Kinder einer Nachbarin hatten einmal Warzen, recht unangenehme in Gesicht und an den Händen. Sie war vom Arzt vertröstet worden, das sie von allein wieder weg gehen wuerden. Was sie natuerlich nicht taten. Sie schien dann nicht locker zu lassen und scheinbar bekam sie dann irgendwann doch Hilfe. Aber auf den Termin bei einem Hautarzt hat sie dann wohl 4 Wochen warten muessen... WARUM konnte das nicht der in der Vårdcentral??
Völlig unkoordinert das ganze System!

Genau! Was macht man wenn?!....

So, muss jetzt mit dem Luetten zum Tandvård. Dort fragen sie uns bestimmt zum wiederholten Mal, was er denn fuer Zähne hat??!! Dentinogenesis imperfecta sagt denen nämlich rein gar nichts. Und den Termin beim Facharzt, zu dem er letztes Jahr im März per Remiss ueberwiesen wurde, den hat er erst am 26.3. dieses Jahres :evil: Immerhin hat er ihn!!!

LG
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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon Tommy3 » 9. März 2009 14:55

Hej,

verwechselt nicht die freie Arztwahl mit dem Recht auf beliebig viele Untersuchungen, die von EUCH vorgeschlagen werrden und nicht von den Ärzten. Das Recht auf Second Opinion gibt es nicht.

Willkommen in Schweden!

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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon blueII » 9. März 2009 16:39

Tommy3 hat geschrieben:Hej,

verwechselt nicht die freie Arztwahl mit dem Recht auf beliebig viele Untersuchungen, die von EUCH vorgeschlagen werrden und nicht von den Ärzten. Das Recht auf Second Opinion gibt es nicht.

Willkommen in Schweden!


Da es nicht um BELIEBIG viele Untersuchung sondern um Diagnose bei Wiebke geht, hat sie sehr wohl ein recht drauf.

So wie ich unsere Nachbarn hier erlebe, beim Durchsetzen irgendwelcher Straßenarbeiten für uns durch die Komune oder andere Dinge, können die sehr wohl sehr wehrhaft und hartnäckig werden und auch harte Töne anschlagen.
Der Umgang mit der staatlichen Etage oder auch Ärtzen ist da keinesfalls zimperlich.

Ich werde gerne berichten, ob ich Erfolg haben werde, aber ich habe mir vorgenommen - wenn die örtliche Untersuchung nicht zu meiner Beruhigung ist - die Praxis nicht ohne Überweisung zu verlassen....wir werden sehen.

LG
Heike

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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon HeikeBlekinge » 9. März 2009 16:48

Ich druecke dir heftigst die Daumen, Heike!!

LG
Heike
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Tommy3

Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon Tommy3 » 9. März 2009 16:55

Hej,

als ich mal 'ne Überweisung kriegen sollte, sagten die mir bei VC: ja, die werden dir einen Termin beim Spezialisten schicken.
Na schön. Warten. Warten. Warten. Nichts kam. Irgendwann rief ich da an und fragte nach, da sagten die: achso, aber wir dachten, das wäre nicht so wichtig!

Viel Glück, aber rechne nicht unbedingt mit Erfolg.

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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon Imrhien » 9. März 2009 17:03

Ihr macht mir Mut...
Ich werde mir einfach mal einen Termin in der barnvård besorgen und dem Arzt erklären, dass seine tolle Cortisonsalbe nichts taugt und ich gerne einen umfassenden Allergietest hätte. Mal sehen was er dazu sagt.
Wenn der nichts macht werde ich wohl die vård wechseln und in der nächsten anfragen.
Hoffe aber mal, dass es nicht so wild wird. Eigentlich habe ich keinen Bock auf den Mist. Ihc mag doch einfach nur mein Kind zum Arzt bringen und mir helfen lassen. Hat man nicht schon genug Ärger mit Arbeiten, Kinder, Haushalt, Partner, Essen, Schlafen? Wo soll man da noch Zeit und Nerven herholen um sich um so was zu streiten? Echt nervig. Es reicht doch schon, dass man den Termin zwischen die Arbeitszeit und die wertvolle Familienzeit quetschen muss.

Grüsse
Wiebke
(Oh man, es ist Montag und ich bin so müde als wäre Freitag. Das Wochenende hat irgendwie gar nichts gebracht. Man sollte Samstags nicht auf Fortbildungen gehen und Sonntags mit dem Besuch Spieleabende machen...)

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Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon Distriktläkare » 9. März 2009 17:13

Jatja, ist immer schwer, was dazu zu schreiben und nicht gleich zu polarisieren. Aber ich fange trotzdem einfach mal vorsichtig an. Zunächst mal zu Tommy3: Damit hast Du recht, und es ist einer der Stützpfeiler des schwedischen Systems, dass eben nicht wie in Deutschland üblich jede verfügbare (und teure) Untersuchung durchgeführt, wenn es sich um eher banale Erkrankungen handelt. Das ist einer der wesentlichen Gründe, warum das schwedische Gesundheitswesen im gegensatz zum deutschen noch einigermaßen bezahlbar ist (neben dem Fehlen der Krankenkassen und der Beschränkung von Spezialistenniederlassungen).
Zu Wiebke: Ich kann verstehen, dass Du verunsichert bist, weil die Hauterkrankung Deiner Tochter aus Deiner Sicht nicht genau genug abgeklärt wird. Da treffen zwei medizinische "Weltanschauungen" aufeinander. Das schwedische System ist in erster Linie klinisch ausgerichtet (also nach den Krankheiterscheinungen und deren Behandlung), das deutsche eher wissenschaftlich (also nach der Ursache einer Erkrankung). Rötungen und Jucken der Haut bezeichnet man allgemein als Dermatitis. Eine solche Dermatitis kann allergisch bedingt sein oder einfach nur durch Austrocknung (vor allem bei Kälte draußen und Heizungsluft drinnen) entstehen. Behandelt wird eien Dermatitis im akuten Zustand mit Kortison (schulmedizinisch), im Intervall dann mit einer fetthaltigen Creme. Klar kann auch eine Neurodermitis dahinter stecken, aber die Behandlung ist die selbe. Wenn eine echte Allergie die Ursache ist, dann hat man die Hauterscheinungen da, wo das Allergen eingewirkt hat. Also bei Nickelallergie z.B. im Bereich der Uhr, des Halses (Kette) oder auch im Bereich der Oberschenkel (Schlüssel in der Hosentasche). nahrungsmittelallergien als Ursache gibt es auch, wenn z.B. nach Genuss von Erdbeeren, Kiwi, Südfrüchten etc. ein Ausschlag überall auftritt und reproduzierbar ist. Dann lässt man das weg. Das ist das, was schulmedizinisch-erfahrungsmäßig "sinnvoll" ist. Sicher gibt es darüberhinaus viel Glauben, aber eben nichts was Studien standhalten würde. Also, kurz gesagt, ich denke auch dass es "nichts schlimmes" ist und wenn die Fettcreme gut hilft ist doch alles prima. Du kannst ja trotzdem Deinen Arzt nochmal auf einen Allergietest ansprechen.
Zu Heike: Du hast geschrieben
"Mein Hinweise, das mir nur sehr starke Schmerzmittel helfen wuerden (die ich grade noch daheim hatte zum Glueck), ich kaum schlafen könne etc wurden einfach ueberhört.
Auf Raten einer guten Freundin ging ich dann zum Kiropraktiker. Nach 4 Behandlungen, Akupunktur und insgesamt an die 3 Monate ging es mir endlich wieder besser.
Ich hatte nicht den Eindruck, das mein Zustand den Arzt in irgendeiner Weise gross beruehrte. Geschweige denn, das er nach 3 Wochen etwas getan hätte."

Die weitaus häufigste Ursache von Rückenschmerzen (gerade im Bereich der Lendenwirbelsäule) sind Muskelverspannungen. Medikamentös kann man die zwar behandeln (eine gewisse Dämpfung des Grundschmerzes erreichen), aber nicht wegbekommen. Bei Belastung der verspannten Muskulatur wird es trotzdem noch zu Schmerzen kommen. Das einzig Sinnvolle ist die Vermeidung von Überlastung und eine angepasste Rückengymnastik mit Kräftigung der wirbelsäulennahen Muskulatur und vorsichtiger Dehnung der akut verspannten Muskulatur, um eine gewisse Entspannung zu erreichen. Ich bin selber auch Chirotherapeut und finde das eine hilfreiche Methode. Allerdings ist sie in aktuellen Studien (genauso wie die Akupunktur, die ich auch betreibe und eigentlich gut finde) den ganz normalen Muskelübungen unterlegen. Letztlich kann man sagen, dass Rückenschmerzen einfach eine Zeit brauchen, bis sie weggehen, und insofern ist der Rat, ein paar Wochen zu warten, schon berechtigt. Ich hätte allerdings wohl ein paar Übungen gezeigt. Alvedon (=Paracetamol) ist übrigens ein anerkanntes Mittel bei muskelbedingten Rückenschmerzen und hat gegenüber anderen Schmerzmitteln den großen Vorteil, dass es die Magenschleimhaut nicht schädigt. Man sollte es allerdings ausreichend hoch dosieren, also als Erwachsener 3 Gramm davon am Tag einnehmen. Natürlich wiederum nicht auf Dauer, versteht sich. Traditionell wird es meist unterdosiert (also nur 500mg bei Bedarf genommen, was selbst für Kinder meist nicht reicht). Mehr als 10 am Tag sollte man aber keinesfalls einnehmen, da es bei erheblicher Überdosierung schwere Leberschädigungen bis hin zum tödlichen Leberversagen machen kann.

Wie schon in anderen Postings geschrieben: Ich will hier nicht alles rechtfertigen, was andere Ärzte machen, ich möchte nur darauf hinweisen, dass nicht alles grundsätzlich schlecht und gefährlich ist. Ist doch eigentlich auch schön, wenn der Arzt einen beruhigt, dass das vermutete schwere Leiden doch gar nicht so schlimm ist und man damit gut hundert werden kann. man muss es aber auch glauben. Und wenn dieses Vertrauensverhältnis nicht gegeben ist, dann wird keine behandlung funktionieren. In so einem Fall würde ich mit der Leitung der betreffenden vårdcentral einen Termin machen und um einen anderen Arzt bzw. wenn das nicht geht um die Erlaubnis bitten, die vårdcentral zu wechseln, da das Arzt-Patient-Verhältnis gestört ist. Das sollte schon möglich sein (zumindest wenn es um das selbe län geht).

Liebe Grüße,
Thomas

Tommy3

Re: Arzt, was mache ich wenn...

Beitragvon Tommy3 » 9. März 2009 17:27

Hej,

Distriktsläkare hat hier in vielem Recht. Man ist aus D oft gewohnt, auch wegen kleinerer Beschwerden zum Arzt und möglichst auch zum Spezialisten zu gehen. Das gewöhnt man isch in S schnell ab. Wegen Erkältung, Halsschmerzen, Rückenschmerzen usw geht meine Familie schon seit Jahren nicht mehr zum Arzt. Meine Rückenschmerzen sind bisher immer verspannte Muskeln gewesen, die mich zum Wahnsinn getrieben haben. Wegen der Schmerzen verspannt sich das immer mehr, und deswegen sind Schmerzmittel gut, weil der nicht empfundene Schmerz die Möglichkeit eröffnet, dass sich die Musken wieder entspannen. Der Chiropraktiker hat schon mal das ganze wieder zurecht gezerrt, ansonsten hilft die Zeit. Es beunruhigt mich schon nicht mehr.
In D wird Krankenversorgung überkonsumiert, und in S ist sie unterversorgt. Das ist der Unterschied.

Bevor ich das letzte Mal zur VC gegangen bin, habe ich gewartet, bis sich drei mindere Gebrechen angesammelt haben. Das ist rationeller.


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