Arbeitspapiere, Qualifikationen

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snoopy
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Arbeitspapiere, Qualifikationen

Beitragvon snoopy » 26. Januar 2009 15:46

Hallo Ihr Lieben,

nachdem ch die Idee mit meinem Suppenrestaurant nach Eueren treffenden Beiträgen vorerst zurückgestellt habe, plagt mich ein weiteres Problem.
Durch meine Bekannten , in Schweden wohnend, darf ich mich am 02.02.09 bei 2 Arbeitgebern vorstellen.

Auf die Frage hin,was ich an Arbeitspapiere und Zeugnissen mitbringen und am besten noch ins Schwedisch
übersetzen sollte, erhielt ich die Antwort " je weniger desto besser ".
Wieso interessieren sich schwedische Arbeitgeber nicht für die Qualifikationen Ihrer Bewerber ?

Sehr makaber, und sorry für die alberne Darstellung aber man könnte doch jederzeit seinem Arbeitgeber statt einem Gesellenbrief einen Meisterbrief unterjubeln ? Sollte man sich auch bei dem bevorstehendem Probearbeiten nicht so dähmlich verhalten so hat man den Job .

Dies geht nicht in meine Birne rein, liegt vielleicht an meinem Alter ( 44 ).

Ein weiteres Beispiel ohne Euch weiter zu nerven ist die Tatsache, daß Thomas, vor ca. 2,5 Jahren nach S ausgewandert, derzeit eine Fußballmannschaft in der 4. Liga Schwedens trainiert.
Dieser hat in D in der Bezirksliga gespielt ( 4. Liga, aber von unten gesehen )
Ich mag Ihn gar nicht fragen wie er das angestellt hat , vielleicht spiegelt sich hier meine naive, oben beschriebene Darstellung.

Oder wie sieht Ihr das ?


Liebe Grüße

Harry

hansbaer

Re: Arbeitspapiere, Qualifikationen

Beitragvon hansbaer » 26. Januar 2009 16:48

Da hast du aber die zugrundeliegende Logik und Einstellung nicht so ganz verstanden.

In Schweden basiert sehr viel auf gegenseitigem Vertrauen. Wenn jemand sagt, er hat einen Abschluss in irgendetwas, dann wird erst einmal davon ausgegangen, dass dies stimmt. Man kennt hier auch nur wenige formelle Abschlüsse - also kein Titel, sondern nur die Erfahrung zählt. Daher legt man viel mehr Wert auf den Lebenslauf als auf die Zeugnisse. Um die Daten zu überprüfen und sich einen Eindruck zu machen, ruft man einfach die vorherigen Arbeitgeber an.

Im Übrigen ist die deutsche Art, sich zu bewerben, international äußerst unüblich. Deutsche Arbeitgeber hätten am liebsten ja noch ein Zeugnis vom Kindergarten, und aus dem Bewerbungsfoto und den Arbeitszeugnissen hat man eine Wissenschaft gemacht. International beschränkt man sich auf die Dinge, die für den jeweiligen Job wirklich relevant sind, und in vielen Ländern sind Fotos gleich ganz verboten.

Was den Fußball angeht: das schwedische Ligensystem hat nur 10 Stufen, und das auch nicht überall. Da kann die vierte Liga von oben auch fast die vierte Liga von unten sein. Und, naja, die meisten schwedischen Spieler, die richtig gut sind, spielen im Ausland. Wenn du dir mal ein Spiel der Allsvenskan angesehen hast, dann wirst du auch erahnen können, warum :-)

snoopy
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Re: Arbeitspapiere, Qualifikationen

Beitragvon snoopy » 26. Januar 2009 17:28

hallo hansbaer,

selbstverständlich schätze auch ich die Basis des Vertrauens und der Ehrlickeit jedoch war meine Auslegung
als " Angenommene ".
Bezüglich der Schwedischen Ligen , wie kommen denn eigentlich deutsche Trainer, falls es denn welche gibt, in S an ?

Bis dann

Gruß

Harry

hansbaer

Re: Arbeitspapiere, Qualifikationen

Beitragvon hansbaer » 26. Januar 2009 17:35

snoopy hat geschrieben:Bezüglich der Schwedischen Ligen , wie kommen denn eigentlich deutsche Trainer, falls es denn welche gibt, in S an ?


Naja, ich "kenne" nur einen: Peter Antoine. Der kommt ursprünglich aus Essen, lebt wohl schon lange in Schweden und hat mal einen Verein trainiert, der irgendwann anders mal in der zweiten schwedischen Liga war. Er wurde als Fußballexperte im schwedischen Fernsehen bekannt, weil er anscheinend permanent flucht. Als Media Markt nach Schweden kam, war er bei den ersten dümmlichen Kampagnen der Firma der Werbeträger. So ist er einer der bekanntesten Deutschen in Schweden. Wenn er das Bild deutscher Trainer in Schweden geprägt hat, wovon man wohl ausgehen muss, dann kann das kaum positiv gewirkt haben.


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