Arbeitsmoral

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Benutzeravatar
Michel
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 28
Registriert: 9. März 2008 17:47
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Arbeitsmoral

Beitragvon Michel » 4. April 2008 16:42

Hej an alle

Ich wollte gerne mal wissen wie die Schweden so drauf sind beim arbeiten.verbreiten sie genau so ein Streß wie wir Deutschen?

Michel :smt064

Benutzeravatar
zwockelchen
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 247
Registriert: 7. Februar 2008 14:33

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon zwockelchen » 4. April 2008 17:31

Michel hat geschrieben:Hej an alle
Ich wollte gerne mal wissen wie die Schweden so drauf sind beim arbeiten.verbreiten sie genau so ein Streß wie wir Deutschen?
Michel :smt064

Hej Michel,
ich wohne zwar nicht in Schweden und kann es daher auch nicht zu 100% sagen, aber was ich gelesen habe ist das nicht der fall. Sie leben und Arbeiten vielllll ruhiger wie wir. Ich glaube es heißt lagom. Bin mir aber nicht sicher. Die vor Ort leben wissen es besser.
lg zwockelchen
Es ist überall schön, wo man sich wohl fühlt.

nobse

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nobse » 4. April 2008 17:35

Die sind weitaus ruhiger als wir, jedenfalls auf dem Land.

nysn

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nysn » 4. April 2008 18:19

Ich würde mal wieder sagen, dass es hierfür auch nichts Allgemeingültiges gibt - hier kommt es wohl eher auf den Beruf/die Tätigkeit an und auch wieder, wo man hinzieht. Von deutschen Krankenhausärzte, die hier angeworben wurden, hört man z. B. oft, dass es in S sehr viel ruhiger und geregelter zugeht. Man macht seinen Dienst und geht dann nach Hause - nicht so viele Überstunden.

Im IT-Bereich ist es für Business Consultants oft mindestens genauso stressig wie in D (da man viel reisen muss) - Programmierer haben es ruhiger, das sie am Platz bleiben.

Man arbeitet in Schweden mindestens 40 Stunden/Woche und bekommt kein 13. Jahresgehalt. Außerdem hat man wenig, bis fast keinen Umgang mit seinen Arbeitskollegen außerhalb der Arbeit. So was, wie z. B. in
Bayern, wo es doch häufiger auch mal vorkommt am Freitagnachmittag die Woche mit Kollegen im Biergarten ausklingen zu lassen, gibt es hier nicht - wenn, dann äußerst selten.

Was andere Berufsgruppen angeht, habe ich jetzt keine persönlichen Erfahrungen. Kann mir aber denken, dass es ziemlich ähnlich wie in Deutschland auch ist.

Was eigentlich gegen eine "ruhigere Arbeitsweise" spricht, ist die in der Vergangenheit sehr hohe Zahl an wegen Burn out-Sydrom-Krankgeschriebenen gewesen. Mit dem Aufschwung am Arbeitsmarkt ist dieses Thema nicht mehr so häufig in den Zeitungen/Fernsehen diskutiert worden - möglicherweise ist die Zahl gesunken, da inzwischen auch härtere Krankschreibungsregeln eingeführt wurden.

S-nina

helden

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon helden » 4. April 2008 18:35

Hallo S-nina,

das ist ja interessant, in den Büchern heißt es immer, dass man 4 x Pausen hat pro Tag und die Mentalität nicht hektisch ist, zumindest bei Schreibtischtätern.

Da Du IT angesprochen hast, darf ich fragen wie das Gehaltsgefüge so ist?

Als Frischling von der Fachhochschule (Diplom-Informatiker) kriegt man in Bayern so 40 000 Euro / Jahr, ist dies auch in Schweden so? Ich las Schweden setzen gleiche Arbeitslöhne an bei Studierten wie Nicht-Studierten, ist das so?

Und wegen dem Krankschreiben:

Weißt Du welche Bedingungen es da gibt, ich dachte naiv immer, wenn Krank dann krank und nicht noch Zusatzbedingungen...

Danke im voraus für die Info!

:danke:

Schöne Grüße

Zdenek

nobse

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nobse » 4. April 2008 18:54

S-nina hat geschrieben:Ich würde mal wieder sagen, dass es hierfür auch nichts Allgemeingültiges gibt -
S-nina


Allgemeingültigkeit gibt es gar nicht. Ich schrieb auch extra von der Landbevölkerung.
In den Touristenzentren und der Stadt hat man sich schon den geldbringenden Touris angepasst , auch in den Betrieben die landesübergreifend arbeiten ,wird auf Terminen Wert gelegt. Trotzdem strahlen sie noch im Innersten eine Ruhe aus. Dies wird aber auch in ein paar Jahren vorbei sein.

Benutzeravatar
trollebjär
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 161
Registriert: 15. März 2008 07:37
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon trollebjär » 4. April 2008 18:59

helden hat geschrieben:das ist ja interessant, in den Büchern heißt es immer, dass man 4 x Pausen hat pro Tag und die Mentalität nicht hektisch ist, zumindest bei Schreibtischtätern.
Als Frischling von der Fachhochschule (Diplom-Informatiker) kriegt man in Bayern so 40 000 Euro / Jahr, ist dies auch in Schweden so? Ich las Schweden setzen gleiche Arbeitslöhne an bei Studierten wie Nicht-Studierten, ist das so?
Und wegen dem Krankschreiben:
Weißt Du welche Bedingungen es da gibt, ich dachte naiv immer, wenn Krank dann krank und nicht noch Zusatzbedingungen...


Hej
da kann ich auch noch etwas zu sagen.
Als Angestellte sieht's bei uns auf der Arbeit so aus: 2x Pause, jeweils eine halbe Stunde, Mittagessen ca. 45-60 min und dann noch die Gespräche auf dem Flur. Alles ganz locker, wenn man mit dem Strom schwimmt. Ich habe dafür keine Zeit und hetze schon mehr als die meisten. Allerdings ist etwas sehr schön in Schweden: dass keiner erwartet, dass man mehr als die 40 Stunden pro Woche auf der Arbeit ist. Unsre Abteilungsleiterin klagt immer, dass sie als letzte immer das Licht ausmachen muss. :yawinkle:
Gehalt: Deutlich niedriger als in Deutschland. Kann man aber nicht so generell sagen, was am Ende heraus kommt. Es gibt eine Steuerklasse und es wird individuell besteuert. Egal also, ob Du Kinder hast, verheiratet bist etc. Der Steuerfreibetrag ist übrigens ein Scherz. Gleiches Gehalt für studierte wie nicht-studierte? Nja...die Sprünge sind nicht so gross. Krankenschwester ist übrigens ein Studiengang, wie auch andere Berufe, die man in Deutschland nicht unbedingt mit Studium, sondern Lehre verbindet. .
Krankschreiben. Burn-out Syndrom (Utbrändhet) war zeitweise stark verbreitet und kommt immer noch vor. Hat aber nicht immer etwas mit hohem Arbeitstakt zu tun, sondern oft liegt die Problematik ausserhalb der Arbeit, also zB Familie. Oder man mag nicht zur Abeit gehen, weil man von den Kollegen gemobbt wird, weil der Chef blöd ist oder ähnliches. Ist ein ewiges Diskussionsthema in Schweden.
Wenn Dein Arzt Dich krankschreibt, muss davon die statliche Krankenkasse unterrichtet werden, und die kann da eine andere Meinung als der Arzt haben. Letztens stand in der Zeitung, dass so viele Leute krankgeschrieben werden, weil die Arzte dem Patientenwunsch nachgeben. Naja. :smt017

Martina

helden

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon helden » 4. April 2008 19:22

Danke für Deinen Beitag Martina,

das schockt mich jetzt schon einwenig.

Wir hofften, wenigsten gleich zu ziehen vom Verdienst her und dass einer zuhause bleibt bei den Kindern und nur einer arbeiten geht.

Es ist die Frage, ob man sich dies in Schweden leisten kann.

Eigentlich komisch, dass dieser gerechte Staat Familien mit Kindern, die ja wieder Renten zahlen werden, zumindest steuerlich nicht ein bischen bevorzugt wie in Deutschland...

Wie hoch ist den dieser generelle Steuersatz?

Wenn ich 20 000 Kronen theoretisch verdienen würde brutto, wieviel bleibt dann netto?

Bei den doch höheren Lebenshaltungskosten schon erstaunlich, die Fernseh-Shows, die meine Mutter anschaut, sprechen immer von 2 - 3 -fachen Gehalt zu Deutschland. Schon gut, dass wir keinen Fernseher haben, wo diese Märchen verbreitet werden.

Danke für die Infos!

Schöne Grüße

Zdenek

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2206
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon janaquinn » 4. April 2008 19:54

Hej Zdenek,
man kann nicht pauschal sagen, was du bei 20000 kr. Verdienst rausbekommen würdest, da jede Komune einen anderen Steuersatz hat. Er liegt aber meist bei ca. 30-32%. Ich denke aber zwischen 15-16tsd. Kronen würde es liegen.
2-3facher höher als in Deutschland? Nee, dass muss dann ein anderes Schweden sein, als das in welchem ich lebe.Die Norweger verdienen mehr, aber das liegen die Lebenshaltungskosten auch erheblich über Schweden.
Und das einer von euch zuhause bei den Kindern bleibt und nur einer arbeitet, den Gedanken lasst lieber fallen. Ihr werdet beide Gehälter brauchen, viele Dinge sind teurer als in Deutschland, andere liegen ungefähr gleich.

Zum Kontakt am Arbeitsplatz kann ich nur von meinem Mann sprechen, ich arbeite von zuhause aus. In seiner ersten schwedischen Anstellung war er sehr unglücklich, es wurde regelrecht gemobbt.
Nach dem Wechsel im letzten Oktober ist er glücklich, wird von den Kollegen gemocht und ist anerkannt. Einige haben uns ohne mit der Wimper zu zucken, beim Umzug geholfen, auch ich habe zu ihnen einen guten Kontakt.
ABER wir sind vielleicht auch ein anderer Schlag, da wir Gastronomen sind, die ticken weltweit irgendwie gleich.
Kurz gesagt: WIr sind alle etwas durchgeknallt, aber meist äußerst liebenswürdig und beissen nur an Vollmond :lol:

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

karlskronit
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 21. Februar 2008 20:42

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon karlskronit » 4. April 2008 20:17

hallo leute also grundsätzlich ist es ruhiger.
@s-nina, wo bitte gibt es ein 13.gehalt noch in D??? die wenigsten haben noch nicht eimal ein richtiges gehalt 12 monate lang...zu deinen ausserbetrieblichen treffen kann ich natuerlich nur fuer mich sprechen, also ich bin nicht nur mit meinen arbeitskollegen häufig unterwegs, sondern auch mit nachbarn oder sonstigen schweden. ich glaube, dass es auch an einem selbst liegt ob jemand etwas von einem wissen will oder nicht. nicht das wir uns nur treffen, sondern wir verreisen auch manchmal gemeinsam.

@trollebjär, also das gehalt, in der baubranche jedenfalls, ist ca. 2,5 fach höher als in D.


@helden, also es werden je nachdem in welcher kommune du wohnst, zwischen 30%-34% abgezogen. und die lebensunterhaltungskosten im ganzen sind auch nicht höher, wenn man miete(hast du eine kommunale wohnung zahlst du nur miete und strom, keine weiteren nebenkosten wie wasser oder wärme), auto(versicherung,steuern,reparatur ect.), telefon(mobil, festnetz, internet sowieso), kleidung(ist meine auffassung) usw. zusammenfasst. sicher ist wodka und bier noch etwas teurer, doch das brauch ich nicht alltäglich. und die lebensmittel, finde ich, sind auch teurer geworden in D. bei krankheit bekommst du 80% deines lohnes. richtig ist, dass die versicherungskasse manchmal streng kontrolliert, was manchmal aber richtig ist. bei uns gibt es eine halbe std. fruehstueck, eine halbe mittag und um 14.45 uhr ein viertel std. kaffeepause. ist fuer mich völlig o.k. und nach 8 std. natuerlich feierabend.
dann gehts mit den kollegen und freunden auf piste!!! :smt035 :supz: :drinkers: :wink:


Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste