Hej Ekorre,
ich kann nur von meinem Län sprechen, wenn ich von der Schule spreche. Und da auch nur von ein paar Schulen. Obwohl ich vermutlich schon mehr von innen gesehen habe, als viele andere. Ich habe nämlich, ausser denen, in denen mein Sohn ist/war, auch einige andere besucht und teils dort gearbeitet. Teils als Hilfe für ein Mädchen, das die Sprache noch lernte, da war ich im normalen Unterricht bei verschiedenen Lehrern dabei und teils habe ich selber deutsch unterrichtet. Das war die Qual schlechthin. Und da meine ich mich selber! Die Schüler hatten teilweise null Respekt vor mir und dem Stoff und den Materialien. Und tatsächlich hat meine Nachfolgerin (Deutsch als Fremdsprache, also schwedische Kinder, die deutsch lernen) den Spruch zu hören bekommen: Warum hab ich nicht godkänt, ich bin doch immer Anwesend, mit Bleistift und Buch. Das muss man sich mal vorstellen, dass der für Anwesenheit und Bleistift und Buch das Klassenziel als erreicht eingetragen haben wollte. Dabei war er geistig nie anwesend. Er spielte schon bei mir immer mit dem Telefon, obwohl ich es mehrmals verboten hatte und es ihm immer wieder wegnahm. Er rannte durch den Klassenraum und nervte alle und zündelte mit einem Feuerzeug rum. Ich hab ihn immer wieder rausgeschickt, was auch nicht half, denn er kam einfach wieder, draussen war langweilig. Und die anderen Lehrer meinten, dass er bei ihnen ja nicht besser wäre und sie ihn mir daher nicht abnehmen könnten. Toll, oder?
Das war leider ein Extrem an dieser Schule, aber auch von anderen Beispielen weiss ich, dass es nicht immer leicht ist. Und wie gesagt, alle Lehrer mit denen ich mich privat unterhalten habe, meinten, dass sie eigentlich nur noch auf was anderes warten oder eine Umschulung beginnen möchten. Oder sie haben längst woanders gearbeitet und erzählten mir, dass sie früher mal Lehrer waren. Gerade vor Weihnachten hat mir eine Deutschlehrerin (Schwedin) frustriert erzählt, dass sie das Gefühl hat, dass sie den Schülern gar nicht mehr helfen kann und dass es nur noch schwerer wird für die Lehrer. Sie hatten gerade im Sommer erst gekündigt und hat sich selbständig gemacht. Im Bereich Gartenpflege. Ich denke, das sagt aus, wie unglücklich viele Lehrer sind.
Wie gesagt, ich kann nur über dieses Län berichten. Es kann durchaus sein, dass es in anderen Ecken Schwedens besser ist. Und ich sage auch nicht, dass es in Deutschland besser ist. Die Schulen die ich dort kenne, sind besser. Aber ich kenne auch dort nicht alle Schulen

Mag also in beiden Ländern gleich schlimm sein, oder gleich gut. Je nach dem wo man gerade lebt und welches Glück man hat. Von der Lehrerin meines Sohnes bin ich begeistert und dort ist auch recht gute Ordnung in der Klasse. Mehr als ich es hier an anderen Schulen gesehen habe. Aber das hängt eben auch wirklich sehr stark vom Lehrer ab und von der Zusammensetzung der Klasse.
Deutsch für Ausländer, also DaF kann ich nur empfehlen. Da hast Du Chancen bei allen Stellen wie medborgarskolan oder ähnliches. Ausserdem kannst Du vielleicht im Bereich Deutsch an der Uni unterkommen. Es schadet jedenalls nicht das zu machen. ZUmal Du es dann meist mit Erwachsenen zu tun hast, oder jungen Erwachsenen. Das ist ein riesen Unterschied. Die Arbeit mit meinen Erwachsenen macht mir echt Spass. Eine Gruppe habe ich seit Jahren. Obwohl ich eigentlich längst aufhören wollte, weil cih zu viel arbeite, kann ich diese Grupper einfach nicht gehen lassen. Oder sie mich nicht
Tourismus: Geh doch im Frühjahr, möglichst noch früher, bei verschiedenen Stellen in der Nähe vorbei, wo man Besichtigungen machen kann. Gibt es eine Grube, ein Schloss, irgendeine Atraktion in Deiner Nähe? Etwas wo Touristen hinwollen? Dann geh hin und stell Dich persönlich vor. Die suchen oft nur Saisonarbeiter, aber das kann eine nette Abwechslung im Sommer sein. Und ein Einstieg. Je mehr schwedische Arbeitgeber Du im CV nennen kannst, desto besser für die nächste Stelle. Man verdient halt im Tourismus echt wenig. Aber dafür lernt man vieles dazu. Das gleicht sich aus. Vor allem, wenn man sonst noch was hat wovon man leben kann.
Viel Erfolg,
Wiebke