Arbeiten bei IKEA?

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Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Auswanderer » 18. Oktober 2006 18:54

Wie ich in dem "lohnt es sich noch" Thread geschrieben habe, habe ich
inzwischen (während der letzten 16 Monaten) 5 Bewerbungen auf
10 Stellen bei 3 Firmen in Schweden geschrieben. Einmal kam es zum
Telefoninterview, einmal, bei IKEA, zu einem persönlichen
Interview---viereinhalb Stunden auf Schwedisch, was mich davon
überzeugt hat, dass meine Schwedischkenntnisse doch ausreichen.
(Skånsk muss ich noch lernen....)

Ich habe die Stelle nicht bekommen. Ich habe gefragt, warum, aber es
hieß, das darf man mir nicht sagen. Ist das üblich? Sonst ist in Schweden
meist weniger Geheimniskrämerei als hier.

Jetzt ist eine ähnliche Stelle wieder ausgeschrieben, aber eine, die
eigentlich besser zu mir paßt. Ich bewerbe mich und schaue, was
passiert.

Ich mache etwas sehr spezialisiertes. Es ist durchaus möglich, dass
sich kein qualifizierter Schwede auf diese Stelle bewirbt, und ich glaube
nicht, dass man aus Prinzip lieber einen Schweden einstellen möchte,
auch deshalb, weil die Stelle auch mit Reisen verbunden ist, auch in
Länder, wo ich gewohnt habe und/oder die Sprache spreche.

Was weiß man so allgemein über IKEA als Arbeitgeber?

Es ist relativ leicht, in Schweden aus brutto netto auszurechnen. Es ist
mir klar, dass ich nicht so viel verdienen werde wie in Deutschland, aber
darauf kommt es mir auch nicht an. Jetzt die berühmte Frage: wieviel,
netto, braucht man zu zweit? (Kinder sind für die nächsten Jahren
geplant; mittelfristig gehen wir davon aus, dass meine Frau in Schweden
als Lehrerin arbeiten kann. Sie ist Sprachlehrerin und spricht auch
Sprachen, für die in Schweden Lehrer gesucht werden. Die (Teil-)
Anerkennung des Diploms ist weniger problematisch und vor allem
schneller als in Deutschland (die Behörde garantiert eine Höchstzeit
von 6 Wochen in Schweden; in Deutschland haben wir 1 Jahr warten
müssen und dann sagte die Uni, der Bescheid sei so schwammig
formuliert, dass er wertlos sei). Aber zunächst wollen wir von einem
Gehalt leben. Eigenes Häuschen ja, aber auf dem Lande und nicht
in einer teueren Stadt. Sonst keine großen Ansprüche, außer der
Versorgung mit Bio-Lebensmitteln, falls sich dies in Schweden lohnt
(oder werden "normale" so streng kontrolliert, dass man keine
extra-Bio-Kost braucht)?

Wenn man fest angestellt ist, wie leicht ist es, von einer Bank einen
Kredit zum Hauskauf zu bekommen? Gibt es einen Mindestanteil
an Eigenkapital und wenn ja wieviel? Stimmt es, dass es billiger sein
kann, ein Haus zu kaufen statt zu mieten (sprich: Raten sind billiger
als Miete; dass ein Hauskauf langfristig billiger ist, ist klar).

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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon janaquinn » 18. Oktober 2006 19:15

Hallo Auswanderer, also von IKEA als Arbeitgeber habe ich gerade in Deutschland nur positves gehört, die Stellen sind heißbegehrt und werden sehr sehr selten schnell wieder aufgegeben, zumindest nicht freiwillig. Es gibt Kindergärten, die Benefits von IKEA-Deutschland sind wohl auch sehr sehr gut. Am besten schaust du mal auf

http://www.ikea.se

nach, dort kannst du dir wahrscheinlich auch genauere Info´s über die Benefits besorgen, oder zumindest Unterlagen anfordern. Desweiteren ist es wie in einigen Threads schon geschrieben, in Schweden geht sehr sehr viel über Referenzen. Je mehr du hast, je öfter du von unterschiedlichen Stellen empfohlen wirst, umso eher die Chance einen Job zu finden. Habe es gerade aus eigener Erfahrung mitbekommen.

Mieten ist generell teurer als´kaufen, zumal es wohl recht schwer ist, eine "normale" Mietwohnung zu bekommen, denn auch da brauchtst du Referenzen. Es gibt die sogenannten Bostadsrätt, ein Wohnrecht welches du kaufen kannst, mußt dann aber noch eine Avgift zahlen, welche auch nicht unbedingt günstig ist. Die Finanzierung einer Immobilie in Schweden ist wohl wesentlich einfacher als in Deutschland. Ich empfehle dir mal ein Buch, es ist sehr sehr gut geschrieben, da wird auch auf Immobilien eingegangen.[ISBN]3-8334-3031-1[/ISBN]

Es wurde von Auswandern geschrieben, und behandelt viele Aspekte des Lebens in Schweden. Ich habe es an einem Tag verschlungen und die 17,-€ haben sich gelont.

LG JANA
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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Auswanderer » 18. Oktober 2006 19:38

janaquinn hat geschrieben:in Schweden geht sehr sehr viel über Referenzen. Je mehr du hast, je öfter du von unterschiedlichen Stellen empfohlen wirst, umso eher die Chance einen Job zu finden.


Der beste Referenz wäre wahrscheinlich mein jetziger Chef, aber ihn
kann ich wohl nicht angeben, weil er dadurch erfährt, dass ich weggehen
will. Ich habe nichts dagegen, dass er das weiß, nachdem ich eine
neue Stelle habe, aber wenn ich nicht aber nicht so schnell eine bekomme,
dann könnte das Nachteile für mich haben (er geht sowieso, warum sollten
wir noch in ihn investieren,...).

Ich habe einige Leute, die mein Fachwissen auf dem entsprechenden
Gebiet beurteilen können, auch einige "große Köpfe" auf diesem Gebiet,
aber sie sind nicht schwedisch. Ich kenne jemanden in Schweden, der
für mich eine Referenz schreiben würde, aber er kennt sich auf dem
Gebiet nicht aus.

Was für Referenzen will man haben?

Der ISBN-Link führt nicht zu dem Buch.

Fischkopf

Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Fischkopf » 18. Oktober 2006 19:52

Hallo Auswanderer!

Frag doch mal beim Europaservice nach, wie Du dich wegen Deinen Referenzen verhalten sollst. Es gibt gewisse EU Richtlinien, nach dem sich auch ein Deutscher Chef richten muss. Die haben Fachwissen und können gut beraten.

mfg
Fischkopf

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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon janaquinn » 18. Oktober 2006 19:56

Hallo Auswanderer, also wir haben unsere Referenz über den ehemaligen Küchenchef eines Kollegen meines Mannes bekommen. Mein Mann hat mit seinem Kollegen über unser vorhaben gesprochen, worauf dieser erwähnte, daß sein ehemaliger Chef in Schweden gearbeitet hat und noch Kontakte hat, er hat ihn angerufen und diesem von meinem Mann und seinem beruflichen Werdegang erzählt. Dadurch bekamen wir die Telefonnummer des Ex_Kollegen, der in Stockholm ein bekannter Feinkostgroßhändler ist.Er hat úns angerufen und bat um die Unterlagen incl. der Zeugnisse und hat sie am nächsten Tag weitergeschickt.Wie es der Zufall wollte, ist er ebenfalls ein Münchner und so war die Sympathie auf beiden Seiten groß. Außerdem hat der Küchenchef eínes großen Stockholmer Hotel´s ebenfalls die Unterlagen weitergeschickt, welche wir zugeschickt haben, da er für einen qualifizierten Koch wie meinen Mann keine Stelle hatte, aber für uns war es ein Glück, denn so hatten wir 2 schriftliche Referenzen mit Gewicht von unterschiedlichen Richtungen.

Was deine Bekannten betrifft, schreib sie einfach mal an, auch wenn sie nicht aus Schweden sind und bitte sie um Referenzen, bzw. frage sie ob es möglich ist, ob du sie als Referenz angeben kannst, mit Telefonnummer, denn dies scheint in Schweden sehr verbreitet zu sein.
Die Refernzen sollten natürlich dein Können und Wíssen beurteilen können und müssen damit einverstanden sein, daß du sie als Referenz angibst.
Ich glaube dir gern, daß du erst alles in trockenen Tüchern haben willst, bevor du deinen Chef unterrichtest. Mein Mann hatte heute seinen " Gang nach Canosa", aber es lief nach seiner Aussage sehr sehr gut und sein Chef freut sich für und möchte nur genau wissen, ab wann mein Mann in Stockholm ist, damit ein Nachfolger gesucht werden kann.

Aber du hast ja selber geschrieben, daß ihr gerade in der Bewerbungsphase seit, dann hast du noch ein wenig Zeit, bevor du "beichten" mußt.

Noch ein Tips zur Jobsuche

http://ec.europa.eu/eures/main.jsp

Ist die Jobbörse der EU, da kannst du geziehlt suchen und hast auch gleich nähere Info´s über das Jobprofil

Hejdå JANA
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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon janaquinn » 18. Oktober 2006 20:04

Code:

vielleicht klappt es diesmal

LG JANA :oops:

p.S. JA klappt, habe es ausprobiert
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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Auswanderer » 18. Oktober 2006 20:37

Fischkopf hat geschrieben:Es gibt gewisse EU Richtlinien, nach dem sich auch ein Deutscher Chef richten muss.


Klar, das ist aber nicht der Punkt. Mein Chef würde sich auf jeden
Fall absolut richtig verhalten.

Aber nehmen wir an, ich bekomme die Stelle NICHT. Und dann, ein
paar Monate später, muss er entscheiden, ob er mich oder einen
Kollegen befördert, zur Weiterbildung schickt usw. Wenn er genau
weiß, dass ich weggehen will, und vielleicht wenn er meint, ich werde
es schaffen, handelt er nicht im Interesse des Arbeitgebers, wenn er
in mich investiert. Lieber in den anderen Kollegen, der mit Sicherheit
hier bleibt, investieren. Klar, er darf mich vielleicht nicht unmittelbar
darum benachteiligen, aber Gründe, den einen oder den anderen
zu befördern gibt es ja immer.

Torgum

Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Torgum » 19. Oktober 2006 09:14

Ahm....
was hast du denn von einer Beförderung, wenn du ohnehin gehen willst? Am Geld kann's ja nicht wirklich liegen, wenn ich deine letztes Postings gelesen habe...

aber mal die Spitzfindigkeiten beseite. Das ist echt ne doofe Situation. Ich hab sowas in der Art auch grade hinter mir ... ich kenn mich nun mit Schweden noch nicht so gut aus, aber meinen jetzigen Job hab ich mir durch mein Auftreten erkämpft, da Referenzen noch nicht vorlagen.

gruß

Torgum

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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Skogstroll » 19. Oktober 2006 14:47

Zum Thema Bio-Lebensmittel:
Da ist Schweden ein Entwicklungsland! In grossen Städten mag es sowas vereinzelt geben, auf dem platten Land absolute Fehlanzeige!
Die Schweden haben ein völlig ungetrübtes Verhältnis zu Farb-, Konservierungs-, Aroma- und sonstigen Hilfsstoffen. Und natürlich hat ein richtiger Schwede mindestens eine Allergie gegen so exotische Sachen wie Milch, Mehl, Eier oder Fisch. Backt unter dieser Randbedingung mal einen Kuchen für den Kindergeburtstag!
Wer's nicht glaubt soll sich mal das Lösgodisregal in einem beliebigen schwedischen Supermarkt ansehen. Allein die Farben!
Einzige Ausnahme bilden einige mit dem KRAV-Siegel versehene ökologische Lebensmittel.
Andererseits ist Schweden bisher von Gammelfleisch-Skandalen verschont geblieben, und bei manchem ambulanten oder stationären Händler bekommt man qualitativ richtig gute Sachen. Gearde hier im Norden sind Rentierprodukte und Fisch wirklich gut.

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Re: Arbeiten bei IKEA?

Beitragvon Auswanderer » 19. Oktober 2006 16:22

Torgum hat geschrieben:Ahm....
was hast du denn von einer Beförderung, wenn du ohnehin gehen willst? Am Geld kann's ja nicht wirklich liegen, wenn ich deine letztes Postings gelesen habe...


Das Problem ist, dass es vielleicht NICHT klappt, zu gehen. OK, ich
könnte ohne Beförderung leben, aber was ist, wenn man z.B. Leute
entlassen muss? Da entläßt man doch als ersten denjenigen, der
sowieso gehen will, oder?


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