Als Vorruheständler nach Schweden

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Bernhard0911
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Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon Bernhard0911 » 15. Februar 2016 14:00

Hallo,

ich gehe in zwei Jahren in den Vorruhestand.
Ich und meine Lebensgefährtin wollen dann Deutschland den Rücken kehren und unser weiteres Leben in Schweden verbringen.
Wir kennen Schweden, oder besser das Smaland, von einigen Urlaubsaufenthalten in den letzten Jahren. Da aber Urlaub und Daueraufenthalt schon zwei verschieden Paar Schuhe sind, hab ich doch noch einige Fragen an die Experten hier im Forum.

Ich und meine Lebensgefährtin bekommen zusammen ca. 2500 € Rente. Reicht das um in Schweden den Lebensabend zu verbringen ?

Muss ich, wenn ich die Rente nach Schweden überwiesen bekomme noch irgendwelche Steuern oder Abgaben entrichten ?

Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus ?
Bin ich über die deutsche Krankenversicherung in Schweden komplett versichert ?

Wir wollen in Smaland ein Haus kaufen, welches um die 120.000 € kosten sollte mit 50 % Eigenkapital und der Rest finanziert werden soll. Ist soetwas für einen deutschen Vorruheständler mit Lebensgefährtin bei einer schwedischen Bank zu finanzieren ?

Wie hoch sind die monatlichen Kosten für ein Haus in Smaland ( Steuern, Versicherungen, Heizung, Strom, Wasser usw.) ?

Danke für eure Antworten im voraus !

Bernhard0911

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HeikeBlekinge
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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 15. Februar 2016 14:59

Hej Bernhard!

Ich und meine Lebensgefährtin bekommen zusammen ca. 2500 € Rente. Reicht das um in Schweden den Lebensabend zu verbringen ?
Dicke!
Muss ich, wenn ich die Rente nach Schweden überwiesen bekomme noch irgendwelche Steuern oder Abgaben entrichten ?
Soweit ich weiss nicht, aber da kommen sicher noch Antworten von Ruheständlern die mehr Ahnung haben.

Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus ?
Bin ich über die deutsche Krankenversicherung in Schweden komplett versichert ?

Du musst den Nachweis bringen das du versichert bist. Sonst keine PN in Schweden und die brauchst du!
Frage direkt bei deiner Versicherung nach ob und wie du versichert bist!!

Wir wollen in Smaland ein Haus kaufen, welches um die 120.000 € kosten sollte mit 50 % Eigenkapital und der Rest finanziert werden soll. Ist soetwas für einen deutschen Vorruheständler mit Lebensgefährtin bei einer schwedischen Bank zu finanzieren ?
Sollte kein Problem sein. Lass dich da vom Makler beraten, wir sind damals mit seinem Vit B gut gefahren. Mit 120 000 wird das ja schonmal ne nette Villa ;-)

Wie hoch sind die monatlichen Kosten für ein Haus in Smaland ( Steuern, Versicherungen, Heizung, Strom, Wasser usw.) ?
Nun, das kommt ja nun aufs Haus an ;-), Art der Heizung, Lage etc.
Steht zumeist in jedem Expose!

LG
Heike
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Bernhard0911
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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon Bernhard0911 » 15. Februar 2016 17:18

Hallo Heike,

ich hab mir schon gedacht das man mit 2500 € im Monat hinkommt. Wollte nur nochmal von jemandem etwas dazu Hören der schon länger dort lebt.

Ja, mit 120.000 € sollte schon was nettes zu Kaufen sein. Ich bin leidenschaftlicher Angler, und da wollte ich schon was mit Seeblick und Ufernah. :wink:

Ich lese bei vielen Häusern welche zum Kauf angeboten werden, das diese Elektroheizung haben.
Das stell ich mir ähnlich wie diese Nachtspeicheröfen in Deutschland vor. Das geht in Deutschland richtig ins Geld und ist mittlerweile nicht mehr zeitgemäß.
Wie sind die Kosten für diese Heizungsart in Schweden einzustufen ?

LG Bernhard

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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon vinbergssnäcka » 15. Februar 2016 17:39

Hallo Bernhard,

die Elektroheizungen in Schweden haben in der Regel nichts mit Nachtspeicheröfen zu tun, eher mit den Radiatoren, die man in Deutschland als Zusatzheizung kennt und da sind die, die mit Öl gefüllt sind noch modern. Geeignet meiner Meinung nach nur noch für ein Sommerhaus, welches man im Winter nicht beheizen will, die Heizung kann da nicht einfrieren und die Wasserleitungen muss man da leeren...Wenn man das Haus permanent bewohnen möchte, würde ich anraten, eine andere Heizung einzubauen....je nachdem, was einem liegt....oder ein Haus suchen, was über eine entsprechende Heizung verfügt. Das einfachste wäre eine Luftwärmepumpe, kombiniert mit einem Ofen, wenn das Haus nicht zu gross ist und möglichst offen (innen). Sonst ist üblich: Holzheizung, Pelletsheizung, Berg- oder Erdwärme, Fernwärme....
liebe Grüsse

Heike

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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon Krümel7 » 15. Februar 2016 22:13

Hej Bernhard,
zum Thema Rente und Steuern:
Die Rente bleibt m.E.n. so lange in D steuerpflichtig, solange du auch deutscher Staatsangehöriger bleibst, selbst wenn du nur noch in Schweden wohnst und damit als dort ansässig giltst. Das Thema wurde hier bereits einmal ausführlich diskutiert. Solltest du irgendwann nur noch die schwedische Staatsbürgerschaft besitzen, geht das Besteuerungsrecht auf Schweden über (Artikel 18/19 DBA).
Viel Erfolg beim Umsetzen Eurer Pläne!
Grüße krümel7

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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon EuraGerhard » 16. Februar 2016 11:11

Hallo Bernhard,

noch ein paar Worte zur Elektroheizung: Direkt wirkende Elektroheizungen ("direktverkande elvärme") wurden in Schweden vor allem in den 1970er Jahren häufig verbaut, nicht nur in Sommerhäusern, sondern auch in regulären Wohnhäusern. Strom stand damals dank Wasser- und Kernkraftausbau reichlich und billig zur Verfügung, die Heizungen waren billig und einfach zu installieren, und man wollte vom Öl weg.

Aber Heike hat völlig recht, heutzutage ist dies nicht mehr zeitgemäß. Und in permanent bewohnten Neubauten auch nicht mehr zulässig. Die nachträgliche Umstellung von direkter Elektroheizung auf eine andere Heizungsart ist aber ziemlich aufwändig und teuer: Es müssen nicht nur die Radiatoren ausgetauscht und ein Heizkessel installiert, sondern auch die Rohrleitungen durchs ganze Haus verlegt werden. Ein Kollege hat das durchexerziert, und auch gleich noch eine Erdwärmepumpe installieren lassen. Es war zwar schweineteuer, er hofft aber trotzdem, dass es sich aufgrund des deutlich gesunkenen Stromverbrauchs in absehbarer Zeit amortisiert.

Deutlich einfacher ist es, wenn man schon ein auf Warmwasser basierendes Heizsystem, entweder mit wassergefüllten Radiatoren oder als Fußbodenheizung, aber mit elektrisch beheiztem Kessel, im Haus hat. Dann muss nur noch der Kessel angepasst bzw. getauscht werden.

Der Jahres-Energieverbrauch sowie die jährlichen Betriebskosten sind in Schweden in einem - seriösen - Hausangebot explizit genannt. Auch hat man als Käufer heute einen Rechtsanspruch darauf, dass der Verkäufer vor Vertragsunterzeichnung eine Energiebedarfsberechnung von einem unabhängigen Gutachter vorlegt. Daran könnt ihr euch orientieren, was die laufenden Kosten betrifft.

MfG
Gerhard

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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon Bernhard0911 » 16. Februar 2016 11:26

Hallo Gerhard,

vielen Dank für die ausführliche Antwort !

Du schreibst, das ein Kollege das durch hat , und es schweineteuer war.
Kannst du da Zahlen nennen ?

Ich interessiere mich für eine Pellettheizung in Verbindung mit Festbrennstoff (Holz). Wie sind da die Kosten ? Ich denke da an eine Wohnfläche von ca. 100 m².
Mich interessieren dabei weniger die monatlichen Kosten nach Instalation, sondern die Einbaukosten für so eine Heizung.
Luftwärmepumpe wäre auch noch interessant.

Gibt es da jemanden der Auskunft geben kann ?


Gruß Bernhard

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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon vinbergssnäcka » 16. Februar 2016 12:43

Also ich habe mein Haus auch konvertiert von direktverkande El auf bergwärme. Es gibt da gute Möglichkeiten einer geschickten rohrverlegung, so dass man weder Wände noch böden aufreissen muss. Ich sag mal eine Zahl, rund 250 000kr fuer ein grosses Altes Haus 150 000 musst du rechnen, nur fuer Pumpe und bohren. Fuer eine wärmepumpe sollte man aber neue Heizkörper nehmen, damit es sich richtig rechnet. Das system läuft bei einer Wassertemperatur von ca 25 - 45 grad und das funktioniert nicht so gut mit den alten Heizkörpern


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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon vinbergssnäcka » 16. Februar 2016 12:46

Achso zur Pelletsheizung, also die systeme die ich kenne, die muessen also umgebaut werden zw Pellets oder Holz, man kann nicht mal schnel wechseln. Denkt drann, das da immer schwere Arbeit verbunden ist, notfalls Pelletssäcke zu schleppen. ich denke dran wenn man mal krank ist.....man kann auch nicht einfach mal wegfahren fuer längere zeit bzw dann sollte man eine elpatrone als reserve haben und da wirds wieder teuer


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Re: Als Vorruheständler nach Schweden

Beitragvon EuraGerhard » 17. Februar 2016 10:57

Bernhard0911 hat geschrieben:Du schreibst, das ein Kollege das durch hat , und es schweineteuer war. Kannst du da Zahlen nennen?

Mein Kollege hat rund 150.000 kr dafür hinblättern müssen. Das war allerdings vor rund 10 Jahren, inzwischen ist es sicher nicht billiger geworden. Die Zahlen von @vinbergssnäcka dürften heute realistischer sein.

Ansonsten: Wenn schon die komplette Heizanlage ausgetauscht wird, dann würde ich auch gleich noch einen Schritt weiter gehen und eine Wärmepumpe installieren lassen. Ideal wäre natürlich eine Erdwärmepumpe, wobei man in Småland auch noch gut mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe auskommt (entzieht der Außenluft Wärme und erwärmt damit Wasser für die Heizung).

MfG
Gerhard


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