Als Rentner auswandern nach SE

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Juscha
Stiller Beobachter
Beiträge: 2
Registriert: 2. Februar 2019 15:12
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Als Rentner auswandern nach SE

Beitragvon Juscha » 2. Februar 2019 15:18

Moin . . .
wir überlegen nach Schweden auszuwandern. Wir lieben das Land, haben einige Freunde in Schweden.
Es gibt aber viele Fragen . . .
gibt es etwas zu beachten, als Rentner nach Schweden auszuwandern?
Was ist mit der Rente aus DE?
Muss man Steuern bezahlen, wie in DE als Rentner?
Muss man Eigenkapital mitbringen?
Was kommt beim Hauskauf auf uns zu an Nebenkosten - Makler, Steuern, etc. ?

Wir freuen uns auf hilfreiche Tipps.
Viele Grüße
Juscha

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1276
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Als Rentner auswandern nach SE

Beitragvon Petergillarsverige » 3. Februar 2019 13:57

Es gibt einen Spruch: Liebe sollte gesommert und gewintert haben. Evtl. kann man eine Hütte den Winter über mieten und schauen ob man das aushält. Dann weiter planen.
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

jörgT
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1828
Registriert: 14. Oktober 2006 14:48
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Als Rentner auswandern nach SE

Beitragvon jörgT » 4. Februar 2019 08:55

Eure Fragen sind leider etwas zu global gestellt, aber ich will versuchen, zumindest einen Teil zu beantworten!
Als Rentner nach Schweden zu ziehen ist einerseits leichter, andererseits aber auch schwerer. Ihr müsst nicht mehr in kürzester Zeit die Sprache möglichst gut lernen und braucht Euch nicht mehr um einen Job kümmern - dagegen kann es schwerer sein, Kontakt zu bekommen und ein Netzwerk aufzubauen. Letzteres ist aber sehr wichtig, weil Ihr sonst schnell isoliert sein könnt. Deshalb muss man seine Wohngegend mit Bedacht wählen: Wie ist die medizinische Versorgung, welche Wege haben wir zurückzulegen, um zur Apotheke, zum Tierarzt, zur Vårdcentral ("Poliklinik") oder zum Krankenhaus zu kommen etc …
Wie die Rente aus Deutschland behandelt wird, kann ich Euch nicht sagen - aber es gibt genügend Rentner hier im Forum, die dazu etwas wissen.
Und ja, natürlich braucht Ihr Eigenkapital, wenn Ihr einen Hof kaufen wollt - dagegen braucht Ihr keine Mittel nachzuweisen, um in Schweden zu leben: Ihr habt die Krankenversicherung in Deutschland, Euer "Einkommen" stammt von dort und Ihr beansprucht keine Mittel aus dem schwedischen Versorgungssystem …
Achtung beim Hauskauf: In Schweden bestellt und bezahlt der Verkäufer den Makler! Für den Käufer entstehen nur Gebühren für einen ev. Kredit und Ihr benötigt keinen Notar, um den Hauskauf rechtskräftig zu machen - hier helfen Makler und Bank bei der erforderlichen Umschreibung. Ach so - für die Umschreibung fallen natürlich Gebühren an, aber die sind vergleichsweise niedrig!
Seht Euch das "Objekt der Begierde" gut an und leitet möglichst einen eigenen Sachverständigen an - ansonsten kann es sehr schwer werden, den Verkäufer für Mängel haftbar zu machen, die Euch nach dem Kauf auffallen. In Schweden gilt: "Gekauft wie gesehen!" und der Käufer ist verpflichtet, das Objekt zu prüfen. Ev. könnt Ihr einen Passus in den Kaufvertrag aufnehmen lassen, dass Ihr das Haus bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nach dem Kauf von einem Sachverständigen kontrollieren lassen dürft - aber das ist Vereinbarungssache und der Verkäufer muss nicht zustimmen!
Man könnte noch viel mehr nur zum Hauskauf schreiben, aber mit der Suchfunktion hier im Forum findet Ihr jede Menge Hinweise und Hilfe!
Viel Glück!
Jörg

Benutzeravatar
sverige_aelg
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 109
Registriert: 11. Januar 2009 21:32
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Als Rentner auswandern nach SE

Beitragvon sverige_aelg » 11. Februar 2019 08:58

Hej,

zum Thema Steuern:
Eure Rente wird in D versteuert und dann ausbezahlt.
Da es ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, werdet Ihr in S nicht noch einmal besteuert.
Ob es möglich ist, das Einkommen/Rente Brutto aus D zu beziehen und dann hier zu versteuern, weiss ich nicht. Sollte vermutlich machbar sein und evtl ist das sogar günstiger, da ihr hier nur die kommunale (und ab etwa 440 TSEK/Jahr und Nase noch 20% staatliche) Steuer bezahlen müsst. Damit ist dann auch die Krankenversicherung hier abgedeckt.
In D. habt ihr ja neben der Steuer noch die Sozialabgaben.
Aber dazu können Euch andere vlt. noch mehr Details und eigene Erfahrungen schildern.
Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)

rappa
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 13
Registriert: 13. Juni 2018 12:28
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Als Rentner auswandern nach SE

Beitragvon rappa » 11. Februar 2019 15:10

hallo,

in Schweden versteuern ist meist ein Verlustgeschäft. Da es in Schweden z.b. bei Ehepaaren keine Zusammenveranlagung gibt, keine Berechnung der Bemessungsgrundlage gemäß Renteneintrittsjahr, evtl. doppelter Grundfreibetrag bei zusammenveranlagung bei Antrag auf freiwillge unbgegrenzte Steuerpflicht, gibt es keine Chance, dass die Steuerlast in Schweden geringer sein könnte als in D.
Das Argument mit den Sozialabgaben zählt insofern nicht, da in Schweden die Landstingskatt quasi dem deutschen Krnakenvers./Pflegebeitrag entsprechend angesehen werden kann. Die Landstingskatt liegt je nach Landsting bei ca. 11-13%. Entspricht so ungefähr der deutschen Krankenvers./Pflegevers. Also ein Nullsummenspiel.

Dafür zahlt in Schweden jede Person Kommunalskatt mit dann zw. 19 und 23% (zzgl. Landstingskatt)
Da nicht jeder in Danderyd leben kann, (Danderyd: 29,8% (inkl. Landstingskatt)) kann die Steuerlast bis auf 34,95% steigen, je nach Kommune. Vor allem die Kommunen auf dem Land und im Norden haben die deutlich höheren Steuersätze als die Städte.
In D würde man bei 25000 Euro/p.a. (Einzelveranlagt ca. 4200 Euro Abgaben zahlen, in S 6000Euro)
Zusammenveranlagt in D ca. 2600 gegen die 6000 in Schweden)

Schöne Grüsse
rappa

Benutzeravatar
sverige_aelg
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 109
Registriert: 11. Januar 2009 21:32
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Als Rentner auswandern nach SE

Beitragvon sverige_aelg » 11. Februar 2019 15:24

Danke für den informativen Beitrag.
Das ist ja doch ein kleiner Unterschied :o
Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Exabot [Bot] und 6 Gäste