Als Arzt nach Schweden

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jörgT
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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 11. Juni 2018 07:58

Erst einmal: Ja, Ärzte werden noch gesucht, besonders im ländlichen Raum! Und ja, es gibt gewisse Möglichkeiten ...
Aber das ist nicht Dein Problem, Sören: Als junger Kollege bekommst Du keine Anstellung, Weil Dich niemand kennt!
Wende einen Teil Deines Urlaubs o.ä. an, um in einer vårdcentral als Vikarier zu arbeiten! Dann fällt es viel leichter, später eine Anstellung zu bekommen, denn was Du suchst, ist eine sog. ST-Anstellung, eine Ausbildungsstelle als Allgemeinmediziner.
Mittlerweile ist es nämlich so, dass die meisten Regionen und Landsting viel lieber fertige Spezialisten, also Fachärzte rekrutieren ...
Jörg

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon PeteBeat » 11. Juni 2018 17:51

Hallo Jörg,

danke für die Infos! Das hilft mir auf jeden Fall schon mal weiter. Auch wenn ich es natürlich gerne unkomplizierter hätte :)
In Lund habe ich ein paar Kontakte, aber Skåne haben wir ausgeschlossen..

Ich werde mit meinen dann 33 Jahren auch nicht mehr der jüngste Anfänger sein, weshalb ich mich über eine halbwegs zügig bezahlte Anstellung freuen würde. Wäre ein auf wenige Wochen beschränktes Vikariat an einer Vårdcentral realistisch?

Sören

vibackup
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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon vibackup » 12. Juni 2018 21:47

PeteBeat hat geschrieben:Bei der Recherche nach offenen Stellen und Angeboten der verschiedenen "landstingen" finde ich jedoch mittlerweile immer nur ausdrücklich die Information, dass man bei Bewerbung bereits das C1 Zertifikat haben muss.

Nun mein Frage: Weiß jemand , ob es noch Häuser / Vårdcentralen gibt (auch gerne im etwas ländlicheren Bereich), die Sprachunterstützung anbieten bzw. wo es tatsächlich eine Art vergütete Pre-ST Zeit für Nichtmuttersprachler gibt?
Werden überhaupt noch Ärzte aus dem Ausland gebraucht, wie es Anfang der 2000er war?

Wie Jörg schon schrieb: ja, Ärzte werden gesucht, vor allem im Primärvård und in der Psychiatrie.
Was aber das C1 betrifft: daran können die Chefs nicht vorbei, denn das ist inzwischen eine Voraussetzung, um die schwedische Approbation zu bekommen, die ihrerseits Voraussetzung dafür ist, hier als Arzt arbeiten zu dürfen.
Meines Wissens gründet sich das auf EU-Recht und beruht, iirc, auf der "Yrkeskvalifikationsdirektiv" (2005/36/EG) und dem schwedische Gesetz "Lag (2016:145) om erkännande av yrkeskvalifikationer", das diese Direktive umsetzt.
Die vårdcentral oder das Krankenhaus können dich also, egal wie gerne sie es wollen (und das "Wollen" betriftt vor allem vårdcentralen), nicht als Arzt einstellen.
Als "läkarassistent" geht das, denn der Titel ist nicht geschützt, aber du kannst dann eben keine medizinischen Entscheidungen treffen, keine Rezepte schreiben etc.
Und ein AT (das inhaltlich etwa deinem PJ entspräche) darfst du hier nicht mehr machen (denn du hast ja schon die deutsche Approbation, wenn du in D fertig bist), damit fällt eine zeitlich begrenzte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde aus.
Abgesehen davon, daß das AT jetzt wohl wirklich abgeschafft und durch ein "Basisjahr" ersetzt wird, das dem deutschen PJ seeeehr ähnlich sieht. Außer, daß man eben kein Student mehr ist.
Hier gibt es mehr Infos:
https://legitimation.socialstyrelsen.se ... ees/lakare
https://legitimation.socialstyrelsen.se ... kkunskaper
Du könntest ersatzweise gleiches Niveau in Dänisch oder Norwegisch nachweisen, aber ich vermute, daß das dir keinen Vorteil bringt.
Falls doch: das wäre gleichwertig und du darfst auch die Akte in diesen Sprachen führen.
Ansonsten: C1 gilt, oder ein gleichwertiges Niveau.

//M

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 14. Juni 2018 10:50

Eine kleine Ergänzung zu dem Gesagten: Ich habe inzwischen mal etwas mehr nachgefragt und das Landting Dalarna beschäftigt tatsächlich noch einen Sprachlehrer, der eine individuelle Ausbildung ermöglicht. Wenn Du an Details interessiert bist, kannst Du mir eine PN schicken.
Dalarna ist vielleicht für Dich etwas "zu weit nördlich", aber man kann ja darüber nachdenken. Der Bedarf an Allgemeinärzten ist hier so gross, dass es sich für das Landstinget lohnt, eine (bezahlte) Sprachausbildung anzubieten ...
Jörg

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon PeteBeat » 14. Juni 2018 17:58

Ok. Das heißt es ist wahrscheinlich am klügsten bis nächstes Jahr noch weiter so viel wie möglich Schwedisch zu lernen, um dem C1 näher zu kommen. Lese zur Zeit einfach Romane auf Schwedisch, auch wenn ich nicht immer jedes Wort verstehe :D
Dalarna wäre nicht unbedingt zu weit nördlich. Schön wäre ggf. ein Flughafen, den man in 1-2 Std. Fahrt erreicht. Ich schick dir eine PN, Jörg.
Samstag geht es erstmal für eine Woche nach Lappland :wink:

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon Lukä » 27. Juni 2018 20:04

Kein Problem, Ärzte werden auch im hohen Norden händeringend gesucht. Ueberall wohin man hört, nur Mangel, vor allem im Primärvården. Und es wird einfach nicht besser. Wohin in Lapland geht es denn?

susann123

Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon susann123 » 22. April 2019 13:21

Hallo!
Ich würde mich gerne wie mein Vorgänger an diesen Chat anhängen und hoffe ein paar informationen zu ergattern . Ich habr mit grossem Interesse eure Beiträge gelesen!
Ich interessiere mich erst seit kurzem für das Thema auswandern nach Schweden, vor allem seit meinem Facharzt. Ich habe den im letzten Jahr gemacht (Psychiatrie ) und damn meine tochter bekommen , bin derzeit in Elternzeit.
Mit dieser Verantwortung entstand die Idee auszuwandern. In Deutschland ist es recht schwierig als alleinerziehende arbeit und kind zu vereinen , zumal ich davon träume ein kleines häusschen mit garten zu erwerben, was sich hier recht schwierig gestaltet...habe bereits in Frankreich und in der Schweiz gelebt und gearbeitet, leider spreche ich(noch) kein schwedisch, sehe aber aich kein Problem es zu lernen...In Rostock wird im Baltic Center Sprachkurs bis c1 Niveau in 5 Monaten gemacht, diese rekrutieren ua Psychiater, geben dir einen Vertrag, bilden dich in Deutschland aus und dann siedelt man rüber ( aktuell sogar für karolinska in Stockholm )..
Wie sinnvoll ist es sich in d auszubilden zu lassen umd dann erst umzuziehen da ich ja jetzt ohnehin Zeit habe umd man eine Sprache im Land besser lernt? Wie sind die Chancen für Alleinerziehende? Werde ich mein Kind neben der arbeit überhaupt noch sehen können ? Und falls ich in reduzierter Stelle arbeiten kann reicht das Geld für Häuschen mit garten?gibt es arbeitgeber die mich jetzt schon anstellen würden mit reduziertem Gehalt bis ich die schwedische Anerkennung habe?wie bekommt man eine kinderbetreuung und muss diese ganztags sein ( meine Mutter käme whs nach und kann und will die kleine auch betreuen)..
Soll man sich an einen headhunter/ acentur wenden wegen job oder selber suchen?
Ich weiss ..viele Fragen, würd mich fteuen ein paar Ratschläge zu bekomme


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