Als Arzt nach Schweden

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Karo0815
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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon Karo0815 » 25. Februar 2016 13:28

Ich habe noch eine ganz andere Frage, die mit dem schwedischen Aufenthaltsrecht zu tun hat. Kennt sich jemand von euch damit aus? Oder soll ich die Frage lieber nochmal in einem anderen Thread des Forums stellen?

Falls ja, hier kommt sie:

Ich möchte ja zusammen mit meiner Freundin nach Schweden---wir haben allerdings noch nicht geheiratet. Sie ist Krankenschwester und kommt aus den Phillippinen, hat also noch keine EU.Staatsbürgerschaft (aktuell arbeutet sie als AuPair in Norwegen). Sie hat ebenfalls einen Antrag auf Anerkennung ihrer Ausbildung beim Socialstyrelsen bereits im Herbst gestellt----allerdings kann das bei Nicht-EU-Bürgern noch deutlich länger dauern, bis ihre Papiere fertig sind (bis zu 11 Monate).Wenn ich schon eher in Schweden sein sollte---gibt es dann eine Möglichkeit, sie schon früher als meine Lebenspartnerin mit nach Schweden zu holen? Oder gibt es solche Regelungen nur für Verheiratete?

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 26. Februar 2016 09:06

Erst einmal eine Antwort auf Deine vorletzte Frage: Natürlich kannst Du Dich schon jetzt bewerben - Du hast ja schliesslich eine Approbation in einem anderen EU-Land. Die schwedische Legitimation ist da im Prinzip nur eine Formsache.
Etwas anders ist die Lage bei Deiner Freundin. Nach schwedischem Familienrecht lebt Ihr in einem sambo- oder eher särbo-Verhältnis (sambo: Zusammenwohnen, särbo: getrennte Wohnsitze, aber doch gemeinsame Lebensplanung), zwei durchaus anerkannte Formen des Zusammenlebens. In diesem Falle müsstet Ihr aber nachweisen, wie lange und in welcher Form Euer Zusammenleben stattfindet. Google mal sambo und such Auch mal im Forum, ich erinnere mich, dass wir eine lange Diskussion dazu vor vielleicht einem halben Jahr hatten. Wenn Ihr verheiratet seid, ist es auf jeden Fall einfacher für Deine Freundin ...
Und noch ein Hinweis aus eigenem Erleben: Es ist beinahe unmöglich, eine Sprache auf hohem Niveau zu erlernen, wenn man sie nicht täglich spricht, sich also in dem "Wunschland" befindet. Wir verlassen uns absolut nicht auf Sprachkurse ausserhalb Schwedens, wenn wir ausländische Ärzte anstellen - und so machen es viele Landsting. Leg Deine Energie besser darauf, praktische Erfahrungen als Arzt zu sammeln - das wird höher bewertet ...
Jörg

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 26. Februar 2016 10:40

Aus der Erfahrung eines Schweden der seit letztem Fruehjahr mit einer Philippinin verlobt ist, kann ich dir berichten, dass das MV die Einreise seiner Verlobten zwecks Zusammenfuehrung und späterer Hochzeit momentan aufgrund der Fluechtlingskrise nicht erlaubt! Die Beiden haben kein Visum erwirken können oder es wird ihnen eine Wartezeit mit bis zu zwei Jahren angegeben!
So sitzt er bis auf weiteres unglucklich wartend hier zuhause in Schweden und sie darf noch nicht einmal zu Besuch kommen!

Das Beste wäre eventull ihr wuerdet vorher versuchen zu heiraten!?

lg
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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon EuraGerhard » 26. Februar 2016 11:22

Zur Freundin: Hat sie schon irgend eine Art von Aufenthaltsstatus/Berechtigung für die EU? Schengen-Visum o.ä? Falls ja, dann stellt zumindest die Einreise nach Schweden und der Aufenthalt bis zu 3 Monaten kein Problem dar.

Und lebt ihr bereits zusammen? Falls ihr - nachweisbar! - seit mindestens zwei Jahren zusammenlebt, Deine Freundin eine Aufenthaltsgenehmigung für die EU hat, und Du (als EU-Bürger mit festem Job) ein Aufenthaltsrecht in Schweden hast, solltest Du sie eigentlich als Sambo nach Schweden holen können. Den Nachweis über das mindestens zweijährige Zusammenwohnen könntet ihr beispielsweise durch Bescheinigungen vom Einwohnermeldeamt, oder einen gemeinsam unterschriebenen Mietvertrag führen.

Falls ihr nicht mindestens zwei Jahre zusammenlebt, wird es schwierig. :(

MfG
Gerhard

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon Karo0815 » 26. Februar 2016 20:14

Nej, wir leben aktuell noch nicht zusammen. Aber sie hat eine Aufenthaltsberechtigung für Norwegen, die bis 2017 reicht. Sie kann in der EU jetzt frei reisen.
Aber wenn du sagst, dass das NAcholen schwierig wird, wenn man noch nicht zusammenlebt, dann wäre vorher heiraten wohl die beste Alternative....

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon vibackup » 27. Februar 2016 10:13

Karo0815 hat geschrieben:Ich mache jetzt ab März einen Schwedisch-Knüppelkurs. Damit sollte ich wesentlich schneller sein und bis Sommer zumindestens B1 erreichen, bzw. bis Ende Sommer hoffentlich B2.

Das ist gut.
Karo0815 hat geschrieben:Ein Problem ist ja, dass die Anerkennung meiner Approbation noch bis ca. Mai dauern wird. Meint ihr denn, es macht Sinn, sich überheupt vorher schon zu bewerben? Oder sollte ich damit lieber warten, bis ich meine Anerkennung vom Socialstyrelsen in der Hand habe?

Brauchen die inzwischen so lange?
Meine kam (2001) fast mit wendender Post...
Wenn ich dich anstellen sollte, wäre dein Schwedisch für mich wichtiger als die schwedische legitimation; letztlich fällt zwar die Anstellung, solltest du die legitimation nicht bekommen, aber wenn du in D deine Ausbildung gegangen bist und es kein Verfahren gibt, dir die deutsche Approbation zu entziehen, habe ich es schwer, zu sehen, dass du keine schwedische legitimation kriegen solltest.

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 29. Februar 2016 08:15

Ist das wirklich so bei Euch, Michael? In Dalarna bekommen im Prinzip alle ausländischen Ärzte erstmal einen Sprachkurs - unabhängig von Kursen, die sie vielleicht selbst in den Herkunftsländern gemacht haben. Wir haben extra eine Sprachlehrerin angestellt, weil die Qualität einer Sprachausbildung im Ausland so unheimlich unterschiedlich ist ...
Bei uns liegt der Schwerpunkt eindeutig auf klinischer Erfahrung, deshalb meine Empfehlung. Du siehst, der Rekrutierungsprozess ist weit entfernt von einheitlich - fast jedes Landsting kocht sein eigenes Süppchen!
Jörg :?

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon vibackup » 1. März 2016 17:59

jörgT hat geschrieben:Ist das wirklich so bei Euch, Michael? In Dalarna bekommen im Prinzip alle ausländischen Ärzte erstmal einen Sprachkurs - unabhängig von Kursen, die sie vielleicht selbst in den Herkunftsländern gemacht haben. Wir haben extra eine Sprachlehrerin angestellt, weil die Qualität einer Sprachausbildung im Ausland so unheimlich unterschiedlich ist ...

Nun bin ich, seit ich an der Uni arbeite, nicht mehr Chef (und seit gestern auch nicht mehr ÖSR ;-)), aber ich hatte damals auch eine Sprachlehrerin stundenweise.
Das war aber nur für die, die ich anstellte, bei euch scheint das eine landstingsinitiative zu sein?
Ich stimme dir zu, die klinische Erfahrung war wichtig, aber wenn du einen Kollegen zwei Stunden siehst, ist es sehr schwer zu beurteilen, wie der funktioniert.
Kommt der aus Schweden, kannst du den anderen Chef/Studierektor anrufen und hören, wie es gelaufen ist, aber wenn der Kollege aus dem Ausland kommt... da gelten andere Regeln... da braucht man Proxies.
Und einer ist eben, zu sehen, welche Initiative der Suchende selber entwickelt hat.

jörgT hat geschrieben:Bei uns liegt der Schwerpunkt eindeutig auf klinischer Erfahrung, deshalb meine Empfehlung. Du siehst, der Rekrutierungsprozess ist weit entfernt von einheitlich - fast jedes Landsting kocht sein eigenes Süppchen!


Und manchmal jede Klinik...

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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon jörgT » 2. März 2016 09:06

Stimmt, Michael, Lt Dalarna hat zwei Sprachlehrer fest angestellt und bietet für alle Bewerber aus dem Ausland vier Monate Sprachkurs an - in den letzten vier bis acht Wochen arbeitet man an zwei Tagen, um die Sprache zu trainieren und den Kontakt zu den Kollegen zu bekommen. Das gilt für alle Berufskategorien ...
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Re: Als Arzt nach Schweden

Beitragvon Karo0815 » 7. März 2016 19:19

Hey, ich muss euch nochmal mit 2 Fragen nerven:

1) Das Socialstyrelsen hat sich heute bei mir gemeldet und geschrieben, dass sie noch das "Certificate of good standing" von mir brauchen.
Weiß jemand von euch, woher man sowas kriegt? Von der Bezirksregierung, vond er ich auch die Approbation bekommen hab? Vond er Ärztekammer?

2) Was genau habe ich mir unter den Referenzen vorzustellen, die man ja für Bewerbungen braucht?
Wären das zum Beispiel Empfehlungsschreiben von Oberärzten bei denen man gearbeitet hat? (In meinem Fall als PJ-ler)
Oder irgendetwas anderes?


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