als Ärztin nach Mora?

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Lucia007
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Re: als Ärztin nach Mora?

Beitragvon Lucia007 » 26. Januar 2009 10:41

Ja, das stimmt wohl. Wir haben uns lange besprochen und wir sind durchaus bereit, erst mal unsere Vorstellungen und Ansprüche zurückzuschrauben. Auch hat mein Mann viele Ideen, was er alles machen könnte, wenn er zunächst zu Hause bleiben müßte. Er ist da sehr viel optimistischer eingestellt als ich.

Wir haben vom Klinikchef selbst gesagt bekommen, daß Krankenpflegestellen frei sind und dringend Pflegekräfte gesucht werden. Daran liegt es also nicht. Auch auf den Stationen, die wir uns angeschaut haben wurde uns immer wieder gesagt, daß sie dringend Pflegekräfte suchen. Und dann widerum wird uns gesagt, daß mein Mann aber nicht eingestellt werden kann als Krankenpfleger, weil er nicht die schwedische Fachhochschulausbildung hat und das ließe sich nicht auf die deutsche übertragen.

Andererseits sagt widerum der deutsche Verband für Pflegeberufe, daß der Krankenpflegeabschluß EU-weit anerkannt werden muß, weil in den EU-Ländern eben so vereinbart wurde.

Wir haben uns auch an der Fachhochschule in Trollhättan erkundigt. Aber selbst nach einem Sprachkurs wird es für meinen Mann nicht möglich sein, dort die Ausbildungsteile, die ihm fehlen nachzuholen. Er könnte die ganze Ausbildung machen, wenn er gut schwedisch spricht, aber dann komplett von Anfang an.

Und das sehen wir halt auch nicht ein. Gut - wir wollen nicht mit der Anspruchshaltung kommen: wir sind da und bekommen alles geschenkt und alles ist toll und alle sind begeistert, daß wir nach Schweden kommen. Ich finde, mit einer abgeschlossenen Ausbildung und zig Jahren Berufserfahrung muß nicht so getan werden, als sei das alles nichts wert und zu nichts von Nutzen. Auch wenn in der schwedischen Ausbildung vieles anders ist, ist sicher nicht alles anders und schlechter, was aus Deutschland kommt.

Ich meine auch, wir sind über eine Rekrutierung dorthin eingeladen worden. Und in Berlin hieß es, es sei ja überhaupt kein Problem, daß mein Mann dort in der Krankenpflege arbeitet. Er solle deshalb auch mit mir mitfahren und sich dort anschauen, ob er dort arbeiten möchte. Und nun waren wir da und auf einmal sieht es ganz anders aus.

Auch wenn ich jetzt vielleicht über meinen Beitrag hier gesteinigt werde, weil ich vielleicht nicht alles so akzeptiere, bloß weil es Schweden ist. Wir haben uns das schon lange überlegt mit dem Auswandern und es ist nicht einfach eine fixe Idee. Wir erwarten keinen Luxus und keine überschwengliche Begeisterung. Wir wollen aber beide in unseren gelernten Berufen arbeiten, das war unsere einzige Bedingung. Und wir werden auch nicht aufgeben, das umzusetzen.

@ Aelve: ich würde dort brutto 35.000 Kronen verdienen, das wäre netto schon weniger als in Deutschland, aber das ist mir auch nicht so wichtig. Um das Geld würde ich nicht verhandeln wollen, weil es uns nicht darum geht, wenn wir nach Schweden gehen.

:D Lucia

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Aelve
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Re: als Ärztin nach Mora?

Beitragvon Aelve » 26. Januar 2009 11:54

Liebe Lucia,

ich kenne ja den erlernten Berufsgrad Deines Mannes nicht. Ich habe aber schon sehr oft gehört, dass der erlernte Beruf der Krankenschwester in Schweden anerkannt wird. Bekannte von uns sind ja vor über einem Jahr ausgewandert und die Frau ist Krankenschwester und hat sich alles in Stockholm bestätigen lassen, es reichte für eine Anstellung im Krankenhaus Borås. Dazu muß ich sagen, dass sie noch Fortbildungen zur Unterrichtsschwester absolviert hatte, aber ob das zusätzl. Studium zur Anerkennung beigetragen hat , das weiß ich nicht. Hier hieß es schon öfter, dass der Lehrberuf der Krankenschwester als vollwertig für Schwed. Verhältnisse reicht. Müßt Ihr Euch evtl. nochmals richtig schlau machen, wie der Beruf Deines Mannes dort in Schweden anerkannt wird.

Weiterhin alles Gute für Eure weitere Planung und liebe Grüße Aelve :smt006
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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nysn

Re: als Ärztin nach Mora?

Beitragvon nysn » 26. Januar 2009 12:24

Und das sehen wir halt auch nicht ein. Gut - wir wollen nicht mit der Anspruchshaltung kommen: wir sind da und bekommen alles geschenkt und alles ist toll und alle sind begeistert, daß wir nach Schweden kommen. Ich finde, mit einer abgeschlossenen Ausbildung und zig Jahren Berufserfahrung muß nicht so getan werden, als sei das alles nichts wert und zu nichts von Nutzen. Auch wenn in der schwedischen Ausbildung vieles anders ist, ist sicher nicht alles anders und schlechter, was aus Deutschland kommt.


Hej Lucia,

das sollt ihr auf keine Fall - Eure Anspruchshaltung herunterschrauben. Gute Ärzte sind in Schweden Mangelware - sonst würden sie Euch nicht hierherlocken. Bei Krankenpflegern ist nicht so ein großer Mangel vorhanden, daher könnte es für deinen Mann etwas schwieriger sein.

Es scheint auch etwas "typisch" schwedisch zu sein, alles, was nicht-schwedisch ist, erst mal als 2- oder 3-klassig anzusehen. Das gilt aber generell für alle Berufsgruppen - die Schweden sind einfach besser - weil sie Schweden sind. Auch wenn man es am Anfang wohl nicht so merkt, man bekommt es aber spätestens dann zu spüren, wenn es um Karriere oder mehr Gehalt usw. geht.

Bei 35.000 SEK brutto bekommst du ca. 24.000 SEK netto raus. Für Miete musst du mindestens ca. 8.000 SEK rechnen, wobei Mietwohnungen in und um Trollhättan fast gar nicht zu bekommen sind. Sollte dein Mann dann mal eine Stelle bekommen, wird auch versucht werden, sein Gehalt an der unterst möglichen Grenze zu halten.

Der Winter an der schwedischen Westküste ist auch nicht besonders lustig - besonders, wenn man erst mal keine Beschäftigung hat, kann der Alltag anfänglich recht trist und langweilig sein. Es ist nicht gesagt, dass man in Schweden automatisch eine "bessere Lebensqualität" hat - das ist sehr individuell.

Nach 14 Jahren Schweden-Erfahrung - würde ich nicht sagen, dass Schweden so "klasse" ist, dass es sich lohnt hierherzuziehen, wenn man dafür dann alles tun muss - notfalls auch einen Job bei McDonalds annehmen oder sonstwas. Der schwedische Alltag unterscheidet sich ganz enorm von einem Urlaub!

S-nina

hansbaer

Re: als Ärztin nach Mora?

Beitragvon hansbaer » 26. Januar 2009 12:45

@Lucia: ich habe da auch persönlich etwas Erfahrung damit. Das mit der EU-Anerkennung ist nicht so simpel, wie man gerne glaubt. Die Systeme sind nicht zueinander kompatibel. In Schweden macht man 3 Jahre zur Krankenschwester und später dann noch ca. 1,5 Jahre für eine Spezialisierung, wenn man dies möchte. Zudem schreibt die EU-Richtlinie vor, dass die Ausbildung "zumindest annähernd" gleich lang sein soll. Eine Anerkennung einer Spezialisierung (z.B. Kinderkrankenschwester oder Altenpfleger) ist daher schwierig, weil deutsche Ausbildungen 3 Jahre lang sind und die erworbene Ausbildung aber nicht die Universalausbildung einer Krankenschwester beinhaltet.

Habt ihr schon konkrete Antworten vom Socialstyrelsen? Was die Krankenhäuser etc. sagen, ist das eine, aber alleine das Socialstyrelsen kann die Zulassung vergeben. Daher zählt letztendlich auch nur, was dieses sagt. Wenn er ganz normal Krankenpfleger gelernt hat, dann sollte eigentlich eine Anerkennung nicht das Problem sein. Mit der Zulassung in der Tasche wird es dann auch sicher nicht so leicht am unwilligen Arbeitgeber scheitern - insbesondere bei allgemeinem Personalmangel.

Sollte es mit der Anerkennung nicht klappen, sieht es aber vergleichsweise düster aus. Wenn dein Mann kein Abitur hat, müsste er erst dieses (bzw. eine Light-Version davon) nachholen, damit er die Hochschulszugangsberechtigung hat. Danach folgen bis zu 3 Jahre Studium, je nachdem was die Hochschule anerkennt. Will man diese Ochsentour nicht mitmachen, bleiben die Hilfstätigkeiten, die keinen Beschränkungen unterliegen. Da gibt es aber in Sachen Gehalt und Tätigkeitsfeld natürlich gewisse Grenzen.

ST-läkare

Re: als Ärztin nach Mora?

Beitragvon ST-läkare » 26. Januar 2009 17:36

Wollte Euch mal Mut zusprechen, haltet durch, wenn ihr nach Schweden wollt. Allerdings sind die von Euch erlebten Dinge nichts leider nichts Neues, obwohl Personal fehlt und die meisten Regionen froh sein könnten, wenn sich ausländisches med.Personal dort niederlässt. Solltest Du eine ST-Stelle antreten, so achte darauf und frage unbedingt, ob ueberhaupt genuegend und auch motivierte Fachärzte vorhanden sind, um Deine Spezialisierung sicherzustellen. Sonst sitzt Du da, und hast keinen "Handledare", weil die Abteilung nur mit ST-Ärzten und Leihärzten läuft, die kein Interesse haben Dich auszubilden, und dann wird wieder ein Ortswechsel nötig. Schuechternheit und Bescheidenheit sind beim Rekrutierungsvorgang eher nicht zu Eurem Wohlergehen. Dann wäre nicht nur Dein Mann, sondern auch Du mit dem Auswanderungsvorhaben u.U. sehr ungluecklich und frustriert.

Kaka
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Re: als Ärztin nach Mora?

Beitragvon Kaka » 26. Januar 2009 20:46

Hej ,
hier ist der Link noch einmal,http://www.socialstyrelsen.se/ alle Seiten auch in englischer Sprache. Schicke ein Anschreiben in englisch oder schwedisch hin. Beglaubigte Kopie der Krankenpflegeausbildung und nach 6-9 Wochen kommt die schw. leg som sjuksköterska.
Hast du die schwedische leg som läkare bekommen? Dort bekommt man auch die schwed. leg som sjuksköterska
kaka
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