Alkohol

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Skogstroll
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Alkohol

Beitragvon Skogstroll » 20. März 2007 10:11

Der Spiegel hat das Thema Alkoholkonsum bei schwedischen Jugendlichen aufgegriffen:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,471259,00.html

Ich würde den Artikel allerdings etwas relativieren wollen, da es unterm Strich so aussieht, als wäre die schwedische Jugend eine einzige Kampftrinkergemeinschaft. Sicher ist es so, dass gerade der Valborgsmässoafton (30.4.) berüchtigt ist für das Alkoholdebut bei Jugendlichen, und die Mädchen trinken ganz bestimmt nicht weniger als die Jungs. Ich weiss das aus eigener leidvoller Erfahrung, wenn die Mädels schon im Bus auf dem Weg zur Betriebsweihnachtsfeier sich ihre letzte Mahlzeit nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Aber es gibt auch das Gegenteil. Gerade unter Jugendlichen mit etwas besserer Ausbildung (bzw. auf dem Weg dahin) ist es nicht unüblich, dass sie auch mit 18 noch keinen Tropfen angerührt haben, ohne das sie deshalb als "uncool" gelten - im Gegenteil.
Problematisch ist eher die schwedische (und generell skandinavische) Trink-"Kultur", die nach dem Motto "ganz oder gar nicht" verfährt.

Skogstroll

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Joerg
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Re: Alkohol

Beitragvon Joerg » 20. März 2007 18:01

Da sind die Jugendlichen wohl alle gleich, egal welches Land. Und wenn ich mich an meine Jugend erinnere, gab es auch Abende wo bis zum "völligen Verlust der Muttersprache" getrunken wurde. Aber mit zunehmenden Alter konnte ich den Alkohol zum Glück immer weniger ab. Und nachdem nach solchen Abenden mein Gehirn versucht hat den Körper abzustoßen (was sich durch starke Kopfschmerzen äußerte) :roll: habe ich es mit dem Alkohol gelassen. Ich bin jetzt 6 Jahre mit meiner Frau zusammen und sie hat mich noch nicht einmal angetrunken erlebt (ich kann auch ohne Alkohol schlecht drauf sein :lol: ), aber sie wünscht sich das so sehr, weil sie wissen will wie ich dann so bin. Versteh einer die Frauen. Meine Frau selbst trinkt auch keinen Alkohol, und so ist es bis jetzt auch bei unseren Kindern (15 und 6). Wir verteufel vor den Kindern auch nicht den Alkohol, aber durch diese "Offenheit" ist mein Sohn auch nicht interessiert. Und wenn die "Kiddis" mal einen trinken, ist das auch nicht so wild. Haupsache es ist nicht so oft, und sie vergessen ihre Pflichten nicht (Schule, Lehre...).

Gruß Jörg
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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nobse

Re: Alkohol

Beitragvon nobse » 21. März 2007 00:05

Es ist doch eine alte Weisheit ,was verboten ist macht doppelt soviel Spass. In Deutschland sind die Jugendlichen auch nicht viel besser ,die Prohibition in Amerika hatte den Alkohol nicht verteufelt und die Jahre der dummen Spielfilme und Talkshows wo kein Alkohol getrunken werden durfte, sind auch vorbei.
Die Medien brauchen Schlagzeilen ,Hauptsache die Einschaltquoten stimmen. Und wenn unser Kimi mal zwei Bier trinkt ,ist er gleich ein Säufer.
Das einzige was wirklich stimmt ist,daß in allen Ländern die näher an den Polen liegen , die Zuneigung zu Rauschmitteln zunimmt. Dies hat aber ganz normale Gründe , die in derWirkung der Sonne auf die Herstellung und Freigabe der Endorphine liegen.
Gegenteilig ist wieder das Temperament der Völker die näher am Äquator liegen.
Wir sollten nicht so abwertend gegenüber unseren Mitmenschen der nördlichen Regionen sprechen,denn viel von uns würden ein paar dieser Winter gar nicht überstehen, haben die meisten doch schon Probleme an ein paar Regentagen.
Skol!

Peter i Klackbua

Re: Alkohol

Beitragvon Peter i Klackbua » 21. März 2007 14:07

Ich würde mal sagen dass es heutzutage generell etwas verbohrt ist zu glauben dass Modetrends bzw. gesellschaftliche Erscheinungen an eigentlich unbedeutend gewordenen Staatsgrenzen Halt machen.

Der Alc-Konsum in Schweden spielt sich lediglich etwas anders ab als auf dem Kontinent - eben weil man Sprit nicht einfach so im Laden kaufen kann. Gesoffen wird in Schweden vor allem in den elterlichen 4 Wänden - FF-Party... - Deusche Jugendliche können sich den Stoff (auch finanziell) leichter selbst beschaffen und "draußen" konsumieren.

Reines Komasaufen ist in S wohl nur selten "zu machen" - aber Komasaufen ist ja auch nur die spektakuläre Spitze des Eisbergs und nicht der Kern des Problems.
Problematisch ist vielmehr dass "ganz normale" Schüler vermehrt zur Flasche greifen (auch ohne danach halbtot auf der Straße zu liegen). Schweden steht vor dem ganz unspektakulären Problem eine Generation herangezogen zu haben die an stelle der "harten Drogen" von der weichen Droge Alkohol abhängig geworden ist.

Das Problem liegt nicht bei den Schülern - sondern bei den Eltern, die ihren Kindern Alkohol zugänglich machen. Manchmal ist es für die Eltern sicher nicht ganz einfach strikt "NEJ" zu sagen. Wenn bei Allen Partys Alc im Spiel ist - dann will Mancher sicher dem Junior dessen Party auch nicht versauen in dem er "nur Cola" hinstellt.
Ist ja auch manchmal nicht ganz so einfach mit der Geleichstellung... wie wollen Eltern die selbst abundzu einen heben ihrem Jugendlichen klar machen dass dieser abstinent leben muss?

nobse

Re: Alkohol

Beitragvon nobse » 21. März 2007 14:29

Ech galube nicht das es am Elternhaus liegt,natürlich in einzelnen Fällen ja,aber wenn man weiter forscht ,kommt man meistens zu den wahren Ursachen. An diese sind dann meistens schon die Eltern als jugendliche zerbrochen.
Es ist ein gesellschaftliches Problem, den die Jugend macht es doch um sich zu profilieren -dazugehören- seht mal, das was der kann ,kann ich auch.
Wenn dies alles so einfach auszudiskutieren wäre , hätten wir diese Probleme nicht,oder denkt ihr die Kinder werden bewusst von dn Eltern in diese Richtung gebracht.
Und wer sagt denn ,daß das Rauchen ausgemerzt wurde?
es wird nur auf einen anderen Ort verlegt, weiter nichts.
Und da die Politiker und Hhrsteller dieseld issen konneen sie
Ungehemmt darüer schipmfen, Ihr Gestid z doch sichreld

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Re: Alkohol

Beitragvon Imrhien » 21. März 2007 15:12

Sicherlich tragen Eltern nicht alleine zu sowas bei. Ihr Einfluss ist aber enorm. Nicht mehr bei einem 15 jährigen. Klar. Der will nur noch mithalten...
Aber man kann seine Kinder doch konsequent erziehen und sie zu selbstbewussten Persönlichkeiten aufwachsen lassen denen es nicht ganz so wichtig ist was andere denken. Wenn man sich nicht nur über das was andere Denken definiert, braucht man nicht jeden Trend mitmachen. Das ist leichter gesagt als getan und sicher schützt es nicht völlig davor, dass die eigenen Kinder nicht zu Drogen (egal welcher Art) greifen. Vorbild sein und sie entsprechend selbstbewusst erziehen kann aber die Risiken deutlich verringern. Was viele vergessen: Erziehung beginnt sobald sie auf der Welt sind spätestens wenn sie krabbeln. Ich habe schon genug Sprüche alla "Das achen wir wenn sie in die Schule gehn" gehört. Da ist es im besten Fall schwerer, im Schlimmsten aber schon zu spät.

Ach ja, wegen Vorbild... wie man mit den eigenen Süchten umgeht (auch Schokosucht) ist auch prägend für die Kinder. Und es hilft es nicht zu verda... sondern ihnen einen gesunden Umgang damit zu vermitteln.

Liebe Grüße
Wiebke (die hofft, dass sie das gut hinbekommt mit ihren Kleinen)

nobse

Re: Alkohol

Beitragvon nobse » 21. März 2007 15:26

Liebe im Imrhien : Ist es nicht das einzigste was prägt? Das Vorleben?
Doch es gibt noch mehr als die Eltern die Vorleben. Es ist alles ,aber auch alles -egal was ,ein Vorleben. Egal an welche Schule du deine Kinder schickst - es ist VORLEBEN . Darum machst du dir ja Gedanken , : "An welcher Schule soll mein Kind etwas NICHT vorgelebt werden?"

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Re: Alkohol

Beitragvon Imrhien » 22. März 2007 12:19

Lieber Nobse:
Natürlich hast Du vollkommen recht. Alles ist wie Du es so schön in Versalien schreibst, VORLEBEN. Aber Du vergisst dabei leider, dass die ersten 6 Jahre bis die Kinder in die Schule kommen, die Eltern doch diejenigen sind die am meisten VORLEBEN. Natürlich hängt das auch davon ab wieviel Zeit die Eltern mit ihren Kindern verbringen können und auch der Kindergarten ist eine Art VORLEBEN. Wie ich in meinem Text deutlich dargelegt habe, (vielleicht ist es Dir trotzdem entgangen?) sind nicht die Eltern alleine verantwortlich. Aber durch ihre Erziehung und ihr VORLEBEN können sie eindeutig eine Richtung vorgeben und dem Kind behilflich sein auf dieser Bahn zu bleiben.
Ich muss Dir allerdings widersprechen, es gibt auch prägende Erlebnisse die nicht unbedingt im strengen Wortsinn "Vorleben" sind. Der Tod eines Elternteiles kann dazu gehören. Man könnte es als Vorleben bezeichnen, das wäre aber doch etwas seltsam. Prägend ist es aber je nach Alter des Kindes durchaus.

Vorleben nennt man im Fachjagon übrigens "Lernen am Modell"

:)

Liebe Grüße
Wiebke


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