Ärzte in der Warteschleife

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svenska-nyheter
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Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon svenska-nyheter » 9. Februar 2015 16:19

Die Wartezeit für ausländische Ärzte und Krankenschwestern, die in Schweden arbeiten wollen, nimmt zu.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

vibackup
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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon vibackup » 9. Februar 2015 17:05

svenska-nyheter hat geschrieben:Die Wartezeit für ausländische Ärzte und Krankenschwestern, die in Schweden arbeiten wollen, nimmt zu.

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Just für die abgebildete Spezialität, also operierende Ärzte, benötigen wir keinen Nachschub; im Gegenteil, wir haben eine Überversorgung in dem Bereich.
Psychiater und (in geringerem Maße) Allgemeinmediziner werden benötigt.
Wir haben nicht zu wenige Ärzte, sondern gemessen am Bedarf sind die Ärzte falsch verteilt: zu viele Chirurgen, Kardiologen etc., zu wenige Psychiater (da ist Schweden im Niveau mit Mexiko und Kolumbien, also bei der Hälfte der westlichen Länder) und Allgemeinmediziner (etwas besser als für die Psychiatrie, aber immer noch schlechter als andere europäische Länder).

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon HeikeBlekinge » 10. Februar 2015 08:41

Und Gynäkologen werden gebraucht!
www.lilla-koksgarden.se


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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon Skoghult » 10. Februar 2015 09:19

...... und Hautärzte
Gruss Marie-Luise

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon Speedy » 10. Februar 2015 09:59

Skoghult hat geschrieben:...... und Hautärzte



Ja genau, die braucht es auch. Mein Mann, der Hautkrebs hat, wartet mun schon seit einem halben Jahr auf einen Termin. Hier in Halland sieht das ganz schlecht aus.

Leider ist es ja fast weiterhin fast unmöglich sich in D behandeln zu lassen, ausser es ist akut.

Gruss Erika

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon vinbergssnäcka » 10. Februar 2015 13:21

ich glaube es braucht jede Form von Spezialisten...Rheumatologen, Ortopäden und vor allem Gastrologen sind hier Mangelware...

eventuell würde es vielleicht schon helfen, wenn die vorhandenen Ressoursen weniger administrative Aufgaben hätten....

aber ich seh das ja nur als Patient....oder das was ich von den Ärzten höre...
liebe Grüsse

Heike

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon vibackup » 10. Februar 2015 19:40

Nun weiß ich nicht, woher ihr die Zahlen habt, aber generell muss man unterscheiden zwischen Zugänglichkeit (also der Möglichkeit, Kontakt zu einem Arzt zu bekommen; hier ist Schweden generell schlecht, und offensichtlich ohne eine Tendenz zur Verbesserung) und einem Mangel an Ärzten der jeweiligen Spezialität.
Was das Letztere betrifft, so liegt Schweden, was ich sehen kann, für die meisten Spezialisierungen gut, und hat auch im Verhältnis zu anderen europäischen Ländern insgesamt nicht zu wenige Ärzte.
Was wir aber haben, ist eine Schiefverteilung der Ärzte sowohl geographisch, als auch zwischen den Fachrichtungen.
Was die Geographie betrifft, so befinden sich überproportional viele Ärzte in und um Stockholm, und zu wenige auf dem platten Land, ein Phänomen, das man ja auch in bspw. Mecklenburg-Vorpommern sehen kann.
Was die Fachrichtungen betrifft: wo ich gesehen habe, dass es einen dramatischen Mangel gibt, sind Psychiater (da liegen wir bei der Hälfte dessen, was in anderen europäischen Länder normal ist) und in geringerem Ausmaß Allgemeinärzte. Im übrigen haben wir nach den mir vorliegendem Material eher eine (an der Zahl der Ärzte gemessen) Überversorgung im Verhältnis zu anderen Ländern in Europa, allerdings einen deutlichen Unterschied, wieviele Patienten ein Arzt im Schnitt pro Tag sieht (Ungarn: 14, Deutschland: 7, Schweden: 2).
Das Problem liegt oft nicht in der Administration (da haben die deutschen Kollegen schon vor 13 Jahren mehr gemacht als wir heute), sondern oft in einer schlechten Organisation, die sich weder am Bedarf noch an einer schnellen Erledigung der Probleme orientiert. Oft fürchtet man, von unreifen und fordernden Patienten überflutet zu werden, die unnötigerweise kommen, weshalb man viele Ressourcen darein legt, Patienten fernzuhalten. Das wiederum verzögert die Behandlung, was dann zu komplizierteren und längeren Behandlungen führt.
Dazu kommt, dass selten Ärzte in Chefpositionen sitzen, und dass Chefs hier wenig Konsequenzen zu fürchten haben, wenn sie etwas richtig in die Binsen fahren; in Deutschland darf ein solcher Chef gehen, der hier einfach weitermachen kann, oder an eine andere gemütliche Stelle gesetzt wird.
Ich denke, es sind andere Faktoren, die die Zugänglichkeit verschlechtern; ein Mangel an Ärzten ist es eher nicht.
Ich lasse mich da aber gerne belehren, wenn jemand Zahlen hat, die etwas anderes belegen.

//M *der selber Ärzte ausbildet*

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon vinbergssnäcka » 10. Februar 2015 21:31

unreifen und fordernden Patienten

das sind aber nicht Deine Worte oder?

also, ich hab keine Zahlen, aber was Gastrologen in Kronoberg angeht, da habe ich das mehrfach aus erster Hand gehört, dases zu wenig gibt....Da werden überstunden ohne Ende geschoben, ich hatte eine Darmspiegelung abends um 19 Uhr und hab 4 Monate drauf gewartet...mit recht akuten Beschwerden...

kann aber durchaus sein, das diese Ressoursen woanders Däumchen drehen, das kriegt man ja als Patient nicht mit.

Ein grosses Problem sehe ich auch in der Kultur der Leihärzte, gerade im primärvård. In meiner vårdcentral (privat, aber landstingansluten) gibt es zwei fest angestellte Allgemeinärzte und je nachdem bis zu 4 Leihärzte. Die wechseln dann jede Woche, das heisst, du triffst keinen Arzt zweimal (wenn man nicht das Glück hat, zu den fest Angestellten zu kommen). Das funktioniert, wenn man mit "einfachen" Krankheiten kommt, also...Untersuchung, Diagnose, Behandlung = Gesund. Wenn Du aber mit was chronischem kommst, dann schlackern deinem Gegenüber schon nach 10 min die Ohren, verständlich. Gut in Deutschland war man nach 10 min schon wieder aus dem Behandlungszimmer draussen...

Grundsätzlich kann ich mich aber nicht beklagen, habe sehr viele engagierte Ärzte kennengelernt, oft sind es die äusseren Umstände, die eine gute Behandlung verhindern...zB die strickte Einteilung in Landsting und die teilweise strickte Ablehnung einer Zusammenarbeit..

insofern hast Du sicher Recht vibackup, es liegt sicher nicht immer an der Anzahl der vorhandenen (oder nicht vorhandenen) Ärzte....
liebe Grüsse

Heike

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon vibackup » 10. Februar 2015 22:13

unreifen und fordernden Patienten

vinbergssnäcka hat geschrieben:das sind aber nicht Deine Worte oder?

Es sind zwar meine Worte (so sagt das natürlich niemand in den entsprechenden Gremien) aber wenn die Idee geäußert wird, bspw eine "drop-in-mottagning" zu machen, wo Patienten einfach nur kommen können, dann wird sehr schnell deutlich, wessen Geistes Kind die Leute sind... doch, ich glaube, dass man das vor allem in den Leitungsgremien so sieht.
Kombiniert mit einer gewissen Verachtung für Ärzte.
vinbergssnäcka hat geschrieben:Ein grosses Problem sehe ich auch in der Kultur der Leihärzte, gerade im primärvård.

Ja, das sehe ich auch so.
Und leider trägt die Arbeitssituation in den beiden am meisten betroffenen Fachrichtungen dazu bei, noch mehr Ärzte dorthin zu treiben, die dann in der normalen Versorgung fehlen.
Tja, aber so etwas verstehen unsere klugen Politiker und hohen tjänstemän nicht.

//M

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Re: Ärzte in der Warteschleife

Beitragvon EuraGerhard » 11. Februar 2015 08:37

vibackup hat geschrieben:Und leider trägt die Arbeitssituation in den beiden am meisten betroffenen Fachrichtungen dazu bei, noch mehr Ärzte dorthin zu treiben, die dann in der normalen Versorgung fehlen.

Dazu mal ein paar Fragen: Ist es denn für Ärzte attraktiv, Leiharzt zu werden anstatt in der normalen Versorgung zu arbeiten? Und wenn, dann weshalb? Mehr Geld? Mehr Abwechslung?

MfG
Gerhard


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