Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

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Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon svenska-nyheter » 24. Januar 2014 14:02

Im schwedischen Parlament zeichnet sich eine Mehrheit für die Änderung des Sexualstrafrechts ab. Nach Demonstrationen am vergangenen Wochenende möchten nun auch die Sozialdemokraten, dass eine Einwilligung zum Geschlechtsverkehr vorgeschrieben wird. Sie schlagen deshalb die Berufung eines entsprechenden Komitees für eine solche Gesetzesänderung vor.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon Petergillarsverige » 24. Januar 2014 14:20

Die Haltung der Altvorderen hatte was: "Erst heiraten - dann Sex" :wink:
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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon meckpommbi » 24. Januar 2014 19:39

du meinst also der vergewaltiger sollte vorher fragen "bist du schon verheiratet?"
haleluja

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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon Petergillarsverige » 24. Januar 2014 20:10

Also konkreter formuliert:
Erst miteinander heiraten, dann Sex
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Hanjo
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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon Hanjo » 25. Januar 2014 00:33

Petergillarsverige hat geschrieben:Also konkreter formuliert:
Erst miteinander heiraten, dann Sex
Zumindest müssen nun beide laut sagen: Ja, ich will. Wer die Frage stellt, was die beiden wollen wird noch diskutiert :lol: .
Wer seine Träume erfüllen will, muss erst einmal aufwachen
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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon knut245 » 25. Januar 2014 14:07

Wahrscheinlich wird man dann bald eine schriftliche Vereinbarung brauchen, die vorher von beiden Seiten zu unterschreiben ist. Wie will man denn sonst gerichtsfest beweisen, dass der Partner einverstanden war?

Frei nach Obelix: die spinnen, die Schweden :patsch:

PS: natürlich mit genauer Beschreibung des geplanten Vorgehens, damit es hinterher nicht heißen kann, "er hat mich zu ... gezwungen"
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon EuraGerhard » 25. Januar 2014 17:21

Hallo,

ich finde es ja richtig, wenn ein Vergewaltiger hart bestraft wird und sich nicht mit faulen Ausreden herauswinden kann.

Bei dem jetzt diskutierten Vorhaben sehe ich allerdings die große Gefahr, dass die Unschuldsvermutung im Strafrecht ausgehebelt wird, nach der ein Angeklagter so lange als unschuldig zu gelten hat, bis seine Schuld nachgewiesen ist. Die Unschuldsvermutung ist ein elementarer Grundsatz des Rechtsstaates und sowohl in der Europäischen Menschenrechtskonvention als auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fest verankert.

@ Petergillarsverige: Hast Du den Artikel eigentlich gelesen, bevor Du Deinen Kommentar verfasst hast?

MfG
Gerhard

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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon Petergillarsverige » 26. Januar 2014 10:20

Hab ich, vom Smartphone aus sind meine Kommentare meist kurz.
Deshalb mal der Hintergrund:
Früher war die Tatsache: "Die Frau kann beim Sex schwanger werden" deutlich präsenter. Der Mann musste also ggf. die Verantwortung über viele Jahre für Frau und Kind tragen. Einer meiner Großonkel hat seine Freundin geheiratet nachdem sie schwanger wurde. Es wurde auch eine ganz brauchbare Ehe. Mein Urgroßvater musste noch zwei Jahre warten bis er seine Freundin mit Kind heiraten durfte - sie musste erst 16 werden. :(
Ich halte das für eine extrem bedenkliche Entwicklung, wenn sich heute der Mann kurzweg aus der Verantwortung stehlen kann. Deshalb meine Bemerkung, dass es ganz sinnvoll ist vorher zu heiraten. Das sollte der Regelfall sein.
Jetzt reden sich Männer damit heraus es sei ein gegenseitiges Einvernehmen gewesen. Nun muss man doch den Mann mal fragen wie er denn dieses Einvernehmen der Frau belegen kann. Sind die beiden seit längerem zusammen? Hat die Frau den Mann mal als Freund bezeichnet?
Diese genannten Vorkommnisse zeigen doch wie leichtsinnig manche Männer sind. Hätte Assange nicht mit den beiden Frauen solche Eskapaden gehabt, könnte er jetzt spazieren gehen wenn ihm danach ist. Ich finde es gehört ein neues Verantwortungsbewußtsein geschaffen. Nun ja. "Neue Männer braucht das Land...."
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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon tjejen » 26. Januar 2014 10:54

Ehe schützt vor Vergewaltigung nicht!

---

In dem Gesetz geht es darum dass man sich sicher sein soll, dass der/die andere will. Dass muss man weder deutlich aussagen oder unterschreiben. Ein Ja gestern gilt nicht unbeding heute. Man kann seine Meinung sogar ändern wenn man schon angefangen hat.

---

Ob es ein gutes Gesetz ist weiss ich nicht, ich habe Für- und Gegenargumentation gelesen, die ich plausibel fand.

Das wichtigste ist, dass die Rechtsprechung endlich versteht, dass auch jemand der gerne und viel Sex hat, nicht immer und mit jedem Sex haben möchte. Momentan liegt die Argumentation zu sehr auf dem bisherigen Leben/Kleidung des Opfers statt auf dem konkreten Fall.
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Änderung des Sexualstrafrechts rückt näher

Beitragvon knut245 » 26. Januar 2014 11:03

@ Peter

Ich glaube es kam in diesem Fall nicht so auf die Länge an :lol:

Eher geht Dein Posting am Inhalt des Beitrags vorbei. Es geht ja nicht darum, was im Fall einer Schwangerschaft passiert oder man verheiratet ist, sondern darum, dass ein Einverständnis auf beiden Seiten vorliegen soll.

Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit, aber diese Regelung ist völliger Schwachsinn. Einverständniserklärungen bringen nur dann was, wenn sie beweisbar sind. Sonst steht weiterhin Aussage gegen Aussage. Also müsste man, wie oben schon angeführt, auf eine schriftliche Erklärung hinaus. Das stelle man sich mal konkret vor: beide sind scharf und kurz davor, in die Kiste zu hüpfen, aber da ist ja noch dieser Fragebogen, der gleich nebem dem Kondom im Nachtschrank liegt: "Kleinen Moment noch, Liebste, wir müssen das hier kurz ausfüllen. Also: bist Du einverstanden, dass wir hier heut gleich Sex haben, sagen wir von 23.30 bis 24 Uhr? Ich hätte Lust, Dir dabei... würdest Du mir dann evtl. ..., dann kreuze ich das jetzt an und wir unterschreiben das dann beide". Eine romantische Vorstellung.

Hier wird versucht, eine höchst private Situation mit gesetzlichen Regeln zu beherrschen. Das muss schiefgehen. Man könnte jetzt versuchen, diesen ganzen Gesetzgebungsprozess als symbolische Aktion zu bewerten, um ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Das verträgt sich allerdings nicht mit der ganz grundsätzlichen Eigenschaft der Gesetzgebung, nämlich der, dass Gesetze auch einzuhalten sind und ihre Einhaltung zu überwachen oder ggf. zu beweisen ist.

Neue Männer braucht das Land? Zum Teil, die meisten sind doch wohl ganz OK. Die neuen sollen aber nicht gleich jede Frau heiraten müssen, mit der sie im Bett waren. Es reicht, wenn sie den Willen der Frauen respektieren. Und wenn es dann noch ein paar neue Frauen gibt, die die wenigen ersetzen, die mit behaupteten Vergewaltigungen ihrem Ex schaden wollen, dann wäre doch alles in Butter. Mit oder ohne Ehe.
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.


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