Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

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EuraGerhard
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon EuraGerhard » 13. Februar 2015 14:30

Petergillarsverige hat geschrieben:Könnte s auch sein, dass du völlig falsch liegst?

Natürlich könnte das sein. Ich halte die Wahrscheinlichkeit dafür aber für sehr klein.

Natürlich stelle ich, das bin ich meiner Skeptikerehre schuldig :wink: , meine eigenen Auffassungen auch regelmäßig in Frage. Bislang habe ich aber noch keinen Anlass gesehen, von einer meiner hier beschriebenen Positionen in Bezug auf Religion abzurücken.

MfG
Gerhard

Petergillarsverige
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Petergillarsverige » 13. Februar 2015 16:53

Meine farmor hing der Religion an: "Deckel auf den Sarg und dann ist Schluss"
Du würdest das inhaltlich wohl auch so sehen.

Du schreibst aber von der, wenn auch geringen Wahrscheinlichkeit, des Irrtums.
Also, wenn ich mich irre, stimmt die Religion meiner farmor, für mich wäre das Pech, aber ich lebe nicht schlecht, bin in eine tolle Gemeinschaft eingebunden. Von meinem Pech würde ich, weil tatsächlich endgültig tot, nichts mitbekommen.

Wenn du dich irrst, hast du alle Ewigkeit "Zeit" dich über den Irrtum zu ärgern.

Wir haben eine schicke Gleichung:

Wahrscheinlichkeit = >0 mal Faktor (Es gibt die Ewigkeit nach den Tod) = >0 |bei dir ungewünschte ewige Existenz

Wahrscheinlichkeit = >0 mal Faktor (Es gibt die Ewigkeit nach den Tod) = >0 |bei mir gewünschte ewige Existenz mit Gott

also sicherheitshalber die zweite Gleichung, Pascal lässt grüßen :-)
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon vibackup » 13. Februar 2015 17:59

EuraGerhard hat geschrieben:Es ist sicher schön für Dich, dass Du diese Erfahrung gemacht hast. Auch ich, ich war früher gläubiger Christ, habe mich oft auf Gott eingelassen. Aber was ich dabei erfahren habe, war schlicht ... Nichts! Irgendwann einmal habe ich es dann aufgegeben. Meine Konsequenzen daraus:

  1. Was einen Gott als eine Art übergeordnete Intelligenz, ein "höheres Wesen" hinter dem Universum betrifft, so bin ich Agnostiker. Ich glaube zwar nicht daran und ich sehe auch nicht den geringsten Hinweis auf die Existenz eines solchen "höheren Wesens". Aber als überzeugter Skeptiker kann ich natürlich Zweifel an meiner eigenen Auffassung nicht ausschließen.
  2. Was aber Gott im Sinne eines "persönlichen Gottes" betrifft, also eines Gottes, mit dem man in Kontakt treten kann, und der irgendeinen aktiven Einfluss auf unser Leben nimmt, so bin ich davon überzeugt, dass es ihn nicht gibt. Einige der biblischen Geschichten mögen einen gewissen historischen Kern haben, aber das göttliche Element darin ist meiner festen Überzeugung nach entweder Einbildung, oder es wurde später hineininterpretiert.

Das stimmt gut mit meinen Erfahrungen.
EuraGerhard hat geschrieben:
  1. Sollte meine Überzeugung bzgl. eines "persönlichen Gottes" falsch sein, sollte es ihn also doch geben, so wäre er abgrundtief böse und hätte nicht die geringste Verehrung oder gar Anbetung verdient.

Ich weiß nicht ob ich das unterschreiben könnte; ich bin noch nie Gott gewesen, sehe mich also außerstande, zu beurteilen, nach welchen Kriterien ein solches Wesen handelt. Ich bin allerdings überzeugt, dass, sollte es ein solches Wesen geben (was ich wie gesagt nicht glaube) es sich mit Beweggründen trägt, die außerhalb meiner Vorstellung liegen, sonst wäre es kein Gott. Schon allein die Idee, außerhalb der Zeit zu stehen, sprengt mit seinen Implikationen meine Vorstellungskraft.

//M
PS: Abgesehen davon schätze ich die Sachlichkeit und Kompetenz deiner Beiträge sehr, wenn ich das mal etwas unpassend anbringen darf.

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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon EuraGerhard » 16. Februar 2015 12:17

Hallo!

Petergillarsverige hat geschrieben:Meine farmor hing der Religion an: "Deckel auf den Sarg und dann ist Schluss"
Du würdest das inhaltlich wohl auch so sehen.

Es ist richtig, dass ich auch nicht an ein Leben nach dem Tod glaube.

Petergillarsverige hat geschrieben:Also, wenn ich mich irre, stimmt die Religion meiner farmor, für mich wäre das Pech, aber ich lebe nicht schlecht, bin in eine tolle Gemeinschaft eingebunden. Von meinem Pech würde ich, weil tatsächlich endgültig tot, nichts mitbekommen.

Das geht mir exakt genauso. Und gerade weil ich nicht an ein Leben nach dem Tode glaube, wertschätze ich das Leben vor dem Tod umso mehr.

Petergillarsverige hat geschrieben:Wenn du dich irrst, hast du alle Ewigkeit "Zeit" dich über den Irrtum zu ärgern.

Zu ärgern, oder auch zu freuen, je nachdem. Ich habe schon zu Lebzeiten kein Problem damit, meine einmal als solche erkannten Irrtümer zu korrigieren. Da würde ich das nach dem Tode, sollte ich wider Erwarten dazu noch in der Lage sein, vermutlich auch noch können. Ich hoffe, es dauert noch möglichst lange, aber irgendwann kommt einmal der Zeitpunkt, an dem ich herausfinden werde, ob es ein Leben nach dem Tode gibt oder nicht. Falls ich mich geirrt habe, werde ich es dann sehen. Falls nicht, würde ich davon nichts mitbekommen.

Petergillarsverige hat geschrieben:Wir haben eine schicke Gleichung:

Wahrscheinlichkeit = >0 mal Faktor (Es gibt die Ewigkeit nach den Tod) = >0 |bei dir ungewünschte ewige Existenz

Wahrscheinlichkeit = >0 mal Faktor (Es gibt die Ewigkeit nach den Tod) = >0 |bei mir gewünschte ewige Existenz mit Gott

also sicherheitshalber die zweite Gleichung, Pascal lässt grüßen :-)
In der ersten "Gleichung" hast Du einen Fehler drin: Dass ich nicht an eine ewige Existenz glaube, heißt keineswegs, dass sie bei mir ungewünscht ist. Und würde ich nach Deiner zweiten "Gleichung" leben, also gewissermaßen "sicherheitshalber" an Gott und an ein Leben nach dem Tod glauben, dann müsste ich so tun, als ob. Denn wirklich, ehrlich(!) daran glauben kann ich einfach nicht, Punkt, aus! Somit würde ich mit einer Lüge leben, und das ist sicherlich nicht Sinn der Sache. Da bin ich lieber ein ehrlicher Agnostiker.

vibackup hat geschrieben:... ich bin noch nie Gott gewesen, sehe mich also außerstande, zu beurteilen, nach welchen Kriterien ein solches Wesen handelt. Ich bin allerdings überzeugt, dass, sollte es ein solches Wesen geben (was ich wie gesagt nicht glaube) es sich mit Beweggründen trägt, die außerhalb meiner Vorstellung liegen, sonst wäre es kein Gott.

Mein dritter Punkt ist auch rein spekulativ zu verstehen, ein reines "Gedankenexperiment": Ich glaube ja auch nicht an die Existenz eines "persönlichen Gottes". Sollte es aber doch ein "göttliches Wesen" geben, so müsste ich das Gleiche tun, wie es auch die Menschen tun, die daran glauben: Versuchen, es mit meinen menschlichen Mitteln, mit meinem begrenzten Erkenntnisvermögen in irgend einer Weise zu erfassen und mit meinen persönlichen Erfahrungen in Einklang zu bringen. Und dann würde ich bei oben genannten Schlussfolgerungen landen.

MfG
Gerhard


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