Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

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EuraGerhard
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon EuraGerhard » 4. Februar 2015 14:58

Petergillarsverige hat geschrieben:Gerhard, ist das ein Beweis im naturwissenschaftlichen Sinne?

Nein, im stochastischen, also mathematischen Sinne. Er zeigt auch nicht, dass es völlig unmöglich ist, sondern lediglich, dass die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des "Verstoßes" gegen den 2. Hauptsatz so infinitesimal klein ist, dass man sie in diesem Universum getrost vernachlässigen kann. Einen echten naturwissenschaftlichen - also experimentellen - Beweis für die Nichtexistenz einer Sache zu liefern ist prinzipiell nicht möglich.

Petergillarsverige hat geschrieben:Hast du damit bewiesen, dass man die Zufälligkeit niemals durch irgend einen Prozess kippen kann.

Natürlich kann man die Zufälligkeit "kippen". Aber dazu müsste man in irgend einer Form Energie ins System stecken. Prompt wäre es kein abgeschlossenes System mehr, womit der 2. Hauptsatz nicht mehr gültig wäre. Sämtliche Überlegungen zu einem Perpetuumobile 2. Art enthalten irgendwo (mindestens) einen Denkfehler, bei dem zum Beispiel übersehen wird, dass doch Energie zugeführt wird, o.ä.

Petergillarsverige hat geschrieben:Mir würde das reichen, aber du glaubst nicht mit was für einer Intensität geglaubt wird, man könne ein PM bauen.

Doch das glaube ich. Ich hatte schon oft genug mit Perpetuumobile-Bastlern zu tun. Aber entweder übersehen sie konsequent den oder die Denkfehler in ihren Theorien. Oder aber sie verschleiern sie ganz bewusst, denn es kommt ihnen ohnehin nur darauf an, gutgläubigen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Welche von beiden Varianten auf die Berliner Firma, deren Namen ich nicht nennen werde, zutrifft, weiß ich nicht. Angesichts deren Hartnäckigkeit vermute ich aber, dass es die zweite ist.

MfG
Gerhard

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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Petergillarsverige » 4. Februar 2015 17:48

Da sind wir uns dann wohl völlig einig.
Das mit den PM Erfindern ist so eine Sache. Einer hat sich jahrelang mit einer Idee rumgeschlagen. Ich hab ihm dann erklärt wo der Denkfehler liegt. Er war zwar nicht gerade begeistert, hat das aber verstanden und hingenommen.
Ein anderer ist mir mal auf einer Messe echt auf den Geist gegangen. Der hat mich geradezu angebrüllt: "Alle Physiker sind bescheuert" Der wollte mit dem Prinzip nicht rausrücken. Könnte ja sein, dass ich ihm die Erfindung klaue. Da stecken oft traurige Figuren dahinter.
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Rallaren » 4. Februar 2015 18:32

vibackup hat geschrieben:Ersatzreligion... das ist ja einfach nur polemisch.
Das war nicht meine Aussage sondern die des Religionslehrers

Das glaube ich allerdings nicht...
Wenn ich etwas nicht weiß, glaube ich daß es so oder so ist. Wenn ich es dann durch Erfahrung weiß, glaube ich es nicht mehr, dann weiß ich es.
Hat mit religion nix zu tun.

[Ich gehe da weiter: Glauben entzieht sich dem Beweis, sonst ist es Wissen. Und Wissen muss veri- und falsifizierbar sein, sonst ist es Glauben. Die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz Gottes kann man weder veri- noch falsifizieren (trotz vieler Versuche).


Das ist eben der Punkt: der Beweis kann in keiner Richtung geführt werden, prinzipiell nicht, und deshalb muss er natürlich auch nicht geführt werden. Von niemandem.
In dieser Frage ist jeder Mensch auf sich selber zurückgeworfen und muss glauben, was er eben glauben will. Und wir beide haben uns entschieden, an die Nichtexistenz eines Gottes zu glauben, Peter, an dessen Existenz zu glauben.
In meiner Welt sind das zwei gleichwertige Entscheidungen. Ich nenne das Religion, aber man muss es nicht so nennen.
Aber ich war auch nie katholisch, mir fehlt also diese Allergie, die meisten Anders-als-ich-gläubigen, die ich getroffen habe, waren tolerant und haben das auch so gesehen (dass das gleichwertige Entscheidungen sind). Daher fehlt mir die Erfahrung, dass mich jemand überzeugen will. Dass jemand überzeugt ist, und daher aus dieser Überzeugung redet und handelt... nåväl, das tun wir beide auch. Oder?

//M

Eine Religion zeichnet sich, für mich, durch Gemeinsamkeiten, gemeinsame Regeln aus. Das fehlt jedem Atheisten/Nichtreligiösen. Sie haben nur gemein, daß sie nicht an Gott glauben. Das wars dann aber auch.
Und ich hab da keine Entscheidung getroffen, nun werde ich mich mal von Religion und Gott abwenden, das alles ist aus meinem Leben verschwunden, einfach so, ohne daß ich was vermisse. Und ich gehe auch nicht rum, fordere von anderen, so zu denken wie ich.

Beweisen muß nur derjenige etwas, der herausgeht und postuliert, es gibt einen Gott, an den müßt Ihr glauben und Euch so verhalten. Dann fordere ich schon einen Beweis, daß seine Aussage richtig ist.
Wer einfach so vor sich hin glaubt, wem oder was soll er was beweisen?
Höchstens sich selbst, wenn er zweifelt. Aber das ist dann seine Sache.
Und das ist auch für mich völlig in Ordnung so.

Ich hab nix dagegen, wenn Jemand religiös ist, ist mir so was von Wurscht.
Ich sehe zuerst den Menschen, dann sein Verhalten mir und anderen gegenüber.
Solange Niemand seine Religion anderen aufzwingen will, Religionen zu moralischen Instanzen erhebt, aufgrund von Religion Sonderrechte einfordert, aufgrund von Religion Verhaltensweisen von anderen fordert.
Dann ist doch alles supi.

@petergillarsverige
Nein, Du trittst mir nicht zu nahe, ich habe die Religion als nicht glücklich machend erkannt. Für mich.
Das Handeln von Religionen ist so widersprüchlich, so unzeitgemäß, so frei von wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Bei manchen Religionen hat man den Eindruck, die Sonne drehe sich weiterhin um die Erde


Der Einstieg in dieses Forum war ja, daß Schulabschlussfeiern wieder in Kirchen stattfinden können, dürfen, sollen.
Ich verstehe einfach nicht, was ein Schulabschluss mit Kirche, Gott und Religion zu tun hat. Ich seh da keinen Zusammenhang. Daher mein Geschreibsel.

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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon vibackup » 4. Februar 2015 20:57

Rallaren hat geschrieben:[i]Wenn ich etwas nicht weiß, glaube ich daß es so oder so ist. Wenn ich es dann durch Erfahrung weiß, glaube ich es nicht mehr, dann weiß ich es.

Dann hast du ein niedrigeres Level von Anforderungen als ich, was du "Wissen" nennst; meine Erfahrung liegt, so sie nur meine ist, immer noch im Bereich des Glaubens.

Rallaren hat geschrieben:Eine Religion zeichnet sich, für mich, durch Gemeinsamkeiten, gemeinsame Regeln aus. Das fehlt jedem Atheisten/Nichtreligiösen. Sie haben nur gemein, daß sie nicht an Gott glauben. Das wars dann aber auch.

OK für mich; dann ist Glauben das bessere Wort, oder?
Rallaren hat geschrieben:Und ich hab da keine Entscheidung getroffen, nun werde ich mich mal von Religion und Gott abwenden, das alles ist aus meinem Leben verschwunden, einfach so, ohne daß ich was vermisse.

OK. Das war bei mir anders. Ich habe mich aktiv entschieden, und es gab einen definierten Zeitpunkt.
Rallaren hat geschrieben:Und ich gehe auch nicht rum, fordere von anderen, so zu denken wie ich.

Das kann man ja auch kaum, denn wie gesagt: wir glauben ja nur.
Rallaren hat geschrieben:Beweisen muß nur derjenige etwas, der herausgeht und postuliert, es gibt einen Gott, an den müßt Ihr glauben und Euch so verhalten. Dann fordere ich schon einen Beweis, daß seine Aussage richtig ist.

Du meinst, wenn derjenige das zum Imperativ macht? Ja, das verstehe ich, ist mir aber noch nicht so oft begegnet... natürlich gibt es überall Radikalinskis, aber die meisten, die mir begegnet sind, egal aus welcher Glaubensrichtung (um mal das Wort Religion zu vermeiden ;-)) waren offen, tolerant, und sich der Tatsache bewusst, dass sie auch nur glauben.
Aber ich denke, wir sind uns (außer, dass wir das Wort "Religion" unterschiedlich definieren und die Grenze zwischen "Wissen" und "Glauben" unterschiedlich definieren) im Prinzip einig.

//M

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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Petergillarsverige » 4. Februar 2015 22:56

Was spricht denn dagegen eine würdevolle Feier in einer Kirche zu machen? Einschulung wird ja wohl ohne Schultüte und Tamtam gemacht. Wenn man stattdessen den Abschluss in einer Kirche feiert...
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon knut245 » 5. Februar 2015 10:43

Ich finde es auch albern. Wenn die Schule selbst keine geeigneten Räume hat, kann sie sich für diesen Zweck doch woanders einmieten. Nur weil die Abschlussfeiern in der Kirche stattfinden, sind sie ja noch keine Gottesdienste. Mit den christlichen Symbolen kann man ja wohl zurechtkommen oder sie einfach übershen, wenn man sich dran stört. Hätte zufällig ein Jagdverein einen geeigneten Saal, dann hingen halt stattdessen tote Tiere an der Wand...
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Petergillarsverige » 5. Februar 2015 10:54

knut245 hat geschrieben: Hätte zufällig ein Jagdverein einen geeigneten Saal, dann hingen halt stattdessen tote Tiere an der Wand...


Also -das geht mal gar nicht! :-)
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon knut245 » 6. Februar 2015 10:41

Wieso? Tote Menschen gehen doch auch (jedenfalls als Nachbildung) :wink:
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Petergillarsverige » 6. Februar 2015 11:19

Bei uns gibt es die Kreuze nur ohne Korpus.
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Re: Abschlussfeiern wieder in der Kirche?

Beitragvon Rallaren » 9. Februar 2015 17:24

[color=#BF0000]Wenn ich etwas nicht weiß, glaube ich daß es so oder so ist. Wenn ich es dann durch Erfahrung weiß, glaube ich es nicht mehr, dann weiß ich es.[/color]
Dann hast du ein niedrigeres Level von Anforderungen als ich, was du "Wissen" nennst; meine Erfahrung liegt, so sie nur meine ist, immer noch im Bereich des Glaubens.
Da hänge ich jetzt nicht mehr mit. Was hat das mit Level oder Anforderungen zu tun? Das ist doch ganz einfach der Unterschied zwischen
Glauben und Wissen. Das religiöse Glauben kann man da nicht berücksichtigen, weil es nie ein Wissen geben wird.

[color=#BF0000]Eine Religion zeichnet sich, für mich, durch Gemeinsamkeiten, gemeinsame Regeln aus. Das fehlt jedem Atheisten/Nichtreligiösen. Sie haben nur gemein, daß sie nicht an Gott glauben. Das wars dann aber auch.[/color][/quote]
OK für mich; dann ist Glauben das bessere Wort, oder?
Vielleicht muß ich nochmals deutlich sagen, daß ich Glauben (persönliches Glauben) und Religion (genormtes Glauben) deutlich unterscheide

Beweisen muß nur derjenige etwas, der herausgeht und postuliert, es gibt einen Gott, an den müßt Ihr glauben und Euch so verhalten. Dann fordere ich schon einen Beweis, daß seine Aussage richtig ist.
Du meinst, wenn derjenige das zum Imperativ macht? Ja, das verstehe ich, ist mir aber noch nicht so oft begegnet... natürlich gibt es überall Radikalinskis, aber die meisten, die mir begegnet sind, egal aus welcher Glaubensrichtung (um mal das Wort Religion zu vermeiden ;-)) waren offen, tolerant, und sich der Tatsache bewusst, dass sie auch nur glauben.
Aber ich denke, wir sind uns (außer, dass wir das Wort "Religion" unterschiedlich definieren und die Grenze zwischen "Wissen" und "Glauben" unterschiedlich definieren) im Prinzip einig.

Ich persönlich empfinde es öfter so, daß Jemand im Namen eines Gottes irgendwas erklärt, fordert. Nicht nur Radikalinskis, sondern auch ganz normale "Geistliche". In Talkshows, im öffentlichen Leben. Immer wieder geschieht es, daß Gottes Wille geschehen soll, etwas gottgefällig sein soll. Gott wird als höchste Autorität genannt,anerkannt.
Diese Leute sollten den Beweis antreten, daß es diese Autorität gibt.

Wie schon oben beschrieben, trenne ich Glauben und Religion.

Ich glaube, wir sind uns oft einig. Es wär aber auch nicht so schlimm, wenn es nicht so wäre.
Denn ich achte besonders, daß Du Dir die Zeit nimmst, die Meinungen von Mitforisten zu lesen, und dann auch inhaltlich darauf zu antworten. Gerade in einem anderen Tread habe ich das als herausragend empfunden, während andere sich nur beschimpften und in die jeweilige Ecke schleuderten


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