Abenteuer Deutschland oder...

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Imrhien
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Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Imrhien » 25. Dezember 2012 21:15

... eine dreimonatige "Rückwanderung" von Schweden nach Deutschland.

Jetzt, wo wir wieder daheim sind (Frohe Weihnachten!), kann ich es ja nun offiziell sagen: Wir waren für drei Monate in Deutschland und unser Heim hier stand leer. Angefangen hatte das Ganze, weil die Firma bei der wir angestellt sind, eine Niederlassung in Deutschland aufmachte und dabei Hilfe brauchte. Wir sind also ins Ruhrgebiet um der Niederlassung die Starthilfe zu geben. Das Ruhrgebiet ist nun nicht gerade Schweden, das wussten wir vorher schon. Auch, dass es für Deutschland nicht unbedingt typisch ist, vor allem was die Einwohneranzahl angeht. Wenn man Köln und ein wenig drumrum mitrechnet, dann hat das ganze Gebiet dort in etwas so viele Einwohner wie ganz Schweden. Davon war ich geschockt. Auch davon wie oft man dort in dem Autobahngewirr im Stau steht. Es gibt keine Zeit am Tag, an dem es nicht voll war. Naja, wir haben ja auch direkt an der A3 gewohnt. Mit direkt meine ich, dass wir fast was hätten drauf werfen können. Nur fast, die Lärmschutzwand war noch dazwischen. Aber hören konnte man sie trotzdem immer.
Ich kann gerne mal mehr von unseren Erfahrungen in Deutschland erzählen und wie die Unterschiede so sind.
Immerhin ist das nun ganz frisch.
Aber ich kann schon jetzt sagen, dass wir uns sehr nach Schweden gesehnt haben und in den drei Tagen in denen wir nun schon wieder hier sind, gab es deutlich weniger Streit in der Familie und wir waren alle entspannter. Naja, zugegeben, jetzt haben wir ja auch Urlaub. Doch allein die Weite des Landes und vor allem die Stille vorm Haus... das ist unbezahlbar und wir merken, dass wir dringend wieder auftanken müssen. Wir waren ganz schön fertig am Ende der drei Monate.

Ich wünsch Euch Frohe Weihnachten und eine entspannte Zeit bis zum Jahreswechsel.

Grüsse (endlich wieder aus Schweden)
Imrhien

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Speedy » 25. Dezember 2012 21:45

Hej,

ich sehne mich ja des öfteren, manchmal zurueck. Aber wenn ich mir vorstelle in Hamburg wohnen zu muessen, dann weiss ich nicht recht ob ich das schaffen wuerde. Mit all dem Verkehr etc.

Insofern bewundere ich Freunde, die mit Mitte 50 den Schritt zurueck gewagt haben und Glueck hatten. Zumindest habe ich nichts negatives gehört.

Man ist und bleibt zwar deutsch in der Seele und in den Gewohnheiten aber man ist doch sehr "entschleunigt" wie unser deutscher Freund zu sagen pflegt.

Gruss Speedy

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Elvis09 » 26. Dezember 2012 09:43

Hallo,

wir waren Anfang Dezember eine Woche in Hamburg auf Verwandtenbesuch und auf dem Julmarknad.War ja alles sehr schön.Aber reichte dann auch nach der Woche.Die vielen Ampeln,der Verkehr.Da liebe ich die Natur und alles andere in Schweden viel zu sehr.

Gruß Sandra :)

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Gottfried » 26. Dezember 2012 10:51

Nur der Vollständigkeit halber:
Deutschland besteht nicht nur aus "Ballungsgebiet, Verkehr, Ampeln und Lärm....."
An unserem Haus fuhren gestern vielleicht 3 Autos vorbei, Ampeln haben wir auch nicht....
Aber das will ja vielleicht auch keiner wissen......

VG


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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Kling » 26. Dezember 2012 11:11

Klar gibt es nicht nur Ballungsgebiete in Deutschland. Doch der Unterschied ist schon da. Auch ist nicht ueberall der Verkehr so gross, aber diese Gebiete muss man langsam suchen. Wir waren nach 10 Tagen Deutschland im Sommer auch froh wieder hier zu sein. Es war einfach alles nur Stress pur. Nicht nur die ganzen Besuche sondern auch der Verkehr.

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Speedy » 26. Dezember 2012 11:38

Gottfried hat geschrieben:Nur der Vollständigkeit halber:
Deutschland besteht nicht nur aus "Ballungsgebiet, Verkehr, Ampeln und Lärm....."
An unserem Haus fuhren gestern vielleicht 3 Autos vorbei, Ampeln haben wir auch nicht....
Aber das will ja vielleicht auch keiner wissen......

VG


Gottfried

Hej Gottfried,

ja das weiss ich wohl. So war es auch nicht gemeint. Ich weiss es gibt schöne und ruhige Stellen in Deutschland. Z.B an der Nord-oder Ostsee. Dorthin wuerde ich auch ziehen wollen aber sicher nie wieder Hamburg, auch wenn ich die Stadt sehr liebe.

In diesem Sinne einen herzlichen Gruss

Speedy

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon meckpommbi » 26. Dezember 2012 14:06

nun komme ich ja aus meckpomm und mein letzter d aufenthalt war auch da
trotz ruhigerer laage ist es kein vergleich - wobei es sicher darauf ankommt wo man den in schweden wohnt in der pampa wie ich oder in stockholm

Imrhien Ich kann gerne mal mehr von unseren Erfahrungen in Deutschland erzählen und wie die Unterschiede so sind.
Immerhin ist das nun ganz frisch.


ja wuerde mich sehr interessieren :oops:
gruss birgit

als ich noch in d war fand ich die menschen aus dem pott wirklich nett so direkt wenig falsch und bochum zum bleistift unheimlich gruen

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Tulipa » 26. Dezember 2012 18:19

Hej Imrhien,

beruflich für einige Monate in einem anderen Land zu sein, finde ich eigentlich nicht ungewöhnlich.

Mich interessiert aber, wie habt ihr das mit der ganzen Familie gemacht? Ihr habt doch mehrere Kinder, sind die dafür aus der Schule raus? Was haben die dann stattdessen in D gemacht, auch Schule/Kiga? Wer hat die betreut, wenn offensichtlich ihr beide Eltern da gearbeitet haben?

LG
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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Otto » 27. Dezember 2012 20:38

Da hattet ihr vermutlich einfach nur Pech, wenn euch die schwedische Firma billigst neben der Autobahn unterbringt, oder?
Ziemlich naiv zu glauben, in Schweden wohnten alle ruhig und beschaulich und in Deutschland hektisch mit ungesunder Luft. Das ist ein Klischee, das zum Himmel schreit - wird aber gerne auch von Schweden angeführt, voller Selbstbewunderung des eigenen Landes.
Schaut euch doch mal genau um, wie viele Schweden direkt neben stark befahrenen Straßen wohnen - selbst in kleinsten Dörfern geht die Autobahn direkt an den ach so süßen roten Holzhäuschen vorbei - in Stockholm oder Göteborg wohnen ziemlich viele an stark befahrenen, autobahnähnlichen Straßen. Und das ganz ohne Schallschutzwände - einfache Holzplatten sind oft der ganze Schutz.
Fröhliche Weihnachten & herzlich willkommen auf dem Ententeich!

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Re: Abenteuer Deutschland oder...

Beitragvon Imrhien » 28. Dezember 2012 16:36

Hej,

erst mal, sorry, dass ich nicht direkt wieder da war. Wir sind noch ganz schön beschäftigt mit dem Wiedereingewöhnen :)
Schlittschuhfahren und Schlittenfahren und mit den Nachbarn Feuerzangenbowle trinken :)

Gottfried:
Ich weiss, dass es bei Euch ländlicher zugeht. Und ich hatte ja auch geschrieben, glaub ich jedenfalls, dass das Ruhrgebiet nicht typisch für Deutschland ist. Aber das war eben ein ganz schöner Schock für uns. Man gewöhnt sich schnell an das Landleben in Schweden, wobei ich ja durchaus an einer grossen Stadt lebe, so für schwedische Verhältnisse.

Tulipa:
Nein,ins Ausland gehen für die Arbeit ist wohl nichts ungewöhnliches. Für uns war es das nur weil diesmal auch die ganze Familie ging und nicht nur mein Mann. Er ist ja öfter mal weg, meist jedoch nicht so lange.
Da es diesmal halt wirklich länger sein sollte und nicht nur Ausflüge, sind wir eben alle gemeinsam. Ich hatte auch ein paar Sachen zu tun dort in der Niederlassung und daher passte das gut.
Mit den Kindern haben wir das tatsächlich so gemacht, dass wir rechtzeitig deutsche Grundschulen angerufen haben und gefragt haben ob sie Gastschüler aufnehmen. ich hatte vorher beim Kultusministerium angerufen, bei der Schulbehörde angerufen und wer weiss nicht wo noch. Die wussten alle nicht weiter. Daher blieb es am Ende dabei,d ass ich die Rektoren direkt gefragt hab und da war es eigentlich nirgends mehr ein Problem. Wir haben uns dann schon iom Sommer zwei Schulen angeschaut und eine davon gewählt. Die Kinder waren dort im Unterricht und in der Betreuung danach. Der Kleinste war das grössere Problem, da es kaum Kindergartenplätze für unter drei gibt und wenn, dann bekommt man die nur schwer. Wir hatten Glück, über den Kollegen in der neuen Niederlassung hatten wir eine Tagesmutter, im gleichen Ort wo die Schule war. Die Schule hat das Ganze mehr oder minder inoffiziell gemacht. Keine Ahnung wie genau... Wir haben jedenfalls was auf das Schulkonto gespendet... Ich denke mal, dass das wegen Mittagessen und Betreuung so war, da muss man sich nämlich sonst auch über die Stadt anmelden und bekommt eigentlich nur schwer einen Platz. Aber die haben das einfach so intern geregelt und es gab nie irgendwelche Probleme.

Was die Eingewöhnung angeht:
Das war schon schwerer. Die Kinder hatten es total schwer mit den Veränderungen klarzukommen. Die deutsche Schule hat sie am Anfang total abgeschreckt. Man darf kaum raus, wenn es regnet ist Regenpause drinnen. Auf dem Hof mit Stöcken spielen ist verboten. In der Klasse muss man meist still sitzen und nur schreiben und zuhören. Keine Kleingruppenarbeit und keine Vorlesezeit. Jeden Tag Hausaufgaben. Versteht mich nicht falsch. Die Schule war toll. Die Kinder mochten die anderen Kinder und die Lehrerinnen und das Personal von der Betreuung war auch super. Die haben sich alle sehr gut gekümmert. Aber eben nicht so wie wir das aus Schweden kennen. Keine langsame Eingewöhnung, keinen mjukstart. Direkt voll rein und los. Dabei waren wirklich alle verständig und hilfsbereit. Aber eben nicht schwedisch :)
Wir hatten insgesamt totales Glück mit der Schule. Sie ist klein und gemütlich. Jeder kennt jeden und somit eher so wie sie das von hier kennen. Leider mussten wir dazu jeden Morgen fast ne halbe Stunde über die Autobahn fahren. In der Nähe des Wohnortes gab es keine kleine Schule, nur grosse Stadtschulen, mit teils ganz anderen Problemen. Hier war so was wie heile Welt...

Aber jetzt sind wir total froh, dass wir wieder daheim sind.
Schweden ist ruhiger und entspannter als das was wir in den letzten drei Monaten so hatten.
Und die Zeit hat uns gezeigt, wie sehr wir hier angekommen sind. Wir haben es vermisst aber wichtiger fast noch, zu sehen, dass wir vermisst wurden. Die Nachbarn auf beiden Seiten haben sich überschlagen damit sich um das Haus und das Grundstück zu kümmern und alles so zu tun, dass es bewohnt aussieht.
Und die Wiederkommensfeste waren feuchtfröhlich :) (alles im braven Rahmen, waren ja Kinder dabei)
Sie hatten alle Angst, dass wir nicht wieder kommen und haben das auch gesagt. Das war ein schönes Gefühl.

Deutschland ist ein tolles Land und manches dort ist wirklich gut. Wir haben nie Probleme gehabt einen Arzt zu bekommen oder irgendeine Hilfe. Wobei, als deutscher im Ausland lebend und in Deutschland zu Besuch, da hat man irgendwie auch ne Sonderstellung. Das merkt man schon wenn man irgendwo was will und erklären muss wo man wohnt... Da sind die Leute direkt hilfsbereit. So wie in Schweden, wenn man Tourist ist.

Ach und wie gut, dass wir den ADAC nie gekündigt haben :) Den haben wir in der Zeit leider auch gebraucht.... Das viele Fahren auf der Autobahn hat sich dann bemerkbar gemacht. Ständig Stau, da hat auch das tollste Auto irgendwann keine Lust mehr und geht einfach aus. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass mein Auto irgendwann einfach alles abstellte und nicht mehr fahren wollte. Bis zum Softwareupdate. Nun fährts wieder, zum Glück.

Grüsse
Imrhien


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