300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

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svenska-nyheter
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300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon svenska-nyheter » 25. April 2007 14:42

Schweden gilt im europäischen Vergleich oft als Vorbild in Sachen Kinderbetreuung: Nur jedes 20. Kind hat keinen Kindergartenplatz – eine Zahl, von der deutsche Eltern nur träumen können. Die bürgerliche Regierung hat sich aber zum Ziel gesetzt, und damit ja auch ehrgeizig Wahlkampf betrieben, mehr für Eltern zu tun, die ihre Kinder zu Hause, ganz ohne fremde Hilfe, umsorgen wollen. Auch wenn noch kein Beschluss gefasst ist, bekräftigte Sozialminister Göran Hägglund nun die Einführung des versprochenen Betreuungsgeldes zum 1. Januar 2008. Ein Vorschlag, der auch auf Kritik stößt.

(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

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Haui
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Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon Haui » 25. April 2007 19:30

Ein sehr schöner Vorschlag an dem sich unsere Familienministerin ein Beispiel nehmen sollte. Hier will man Kinder nur in Krippen verwahren obwohl der unmittelbare Kontakt der Mutter zum Kind das Beste ist.
Gruß Haui
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Peter i Klackbua

Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon Peter i Klackbua » 27. April 2007 06:38

Schweden ist aber nicht Deutschland und umgekehrt! 300 € Erziehnungsgeld klingt natürlich toll - aber man muss nun wirklich kein großer Steuerfachmann sein um zu erkennen dass dies im Normalverdienerfall nicht einmal annhähernd jenem Effekt entspricht den den in Deutschland das Ehegattensplitting seit uralten Zeiten hat.

Der Vergleich ist also nicht angebracht weil Äpfel mit Birnen vergleicht werden.

Vielmehr ist zu fragen was in Schweden mit diesem Erziehungsgeld tatsächlich beabsichtigt ist. Meiner Meinung nach geht es hier nur darum statistisch zu schönen.
Statt Sozialbeitrag gibt´s halt Erziehungsgeld. Klingt schöner, oder nicht?

Wer wird dieses Erziehungsgeld denn in Anspruch nehmen? Frau Svensson, deren Mann auch nur ein Durchschnittseinkommen hat? Wird sich die Familie Svensson schwer leisten können, auch wenn nur ein kleines Mäulchen zusätzlich zu stopfen ist.
Mit dem Erziehungsgeld erreicht man primär kinderreiche, sozial schwächere Gruppen (mit Migrationshintergrund) die ohnehin oft keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Und statt Sozialbeitrag bekommen diese Leute halt jetzt Erziehnungsgeld. Geändert hat sich auch für diese Leute aber nichts.
Heja Sverige!

Und waren es nicht vor der letzten Wahl die Bürgerlichen, die den Sossen vorgeworfen haben die Arbeitslosenstatistik geschönt zu haben? Die neue Regierung hat schnell dazugelernt.

p.s. warum kann Radio Schweden eigentlich keine Kronen-Beträge angeben? Habe ich die Euro-Einführung verpaßt oder was?

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Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon Laubfrosch/Lövgroda » 27. April 2007 08:35

Peter i Klackbua hat geschrieben:p.s. warum kann Radio Schweden eigentlich keine Kronen-Beträge angeben? Habe ich die Euro-Einführung verpaßt oder was?


Vielleicht liege ich jetzt vollkommen daneben, aber kann es sein, dass unser Admin beim einstellen die Beträge bewusst konvertiert, da hier ja doch (laut Mitgliederliste) mehr User lesen, die (noch) in der Eurozone leben?

Ist nur so ne Vermutung.
Hejdå

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bjoerkebo

Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon bjoerkebo » 27. April 2007 09:41

Ich finde es witzig ,das Schweden jetzt das einfuehren will was Deutschland jetzt abgeschafft hat.Erziehungsgeld gab es zu meiner Erziehungszeit auch.
Frange mich zwar jedes Mal wie man es in Deutschland geschafft hat mit einem Gehalt ueber die Runden zu kommen, aber in Schweden ist das nahezu unmöglich,wenn du nicht grad nur trocken Brot frisst.
Verrueckte Welt.

@haui
Zur "Verwahranstalt" Kindergarten:
Ich denke jeder muss selber nach seinem Wissen und Gewissen handeln:
Meine Tochter war in D. vier Jahre in der Tagesstätte,weil ich so die Möglichkeit einer Umschulung nutzen konnte.Meine Tochter ist sehr selbstständig und ich habe trotzdem eine enge Bindungzu ihr.
Ich selbst halte nichts von gluckenden Muettern,die nur um ihr Kind tänzeln und diese ausser kaffeetrinkenden Frauen nichts anderes sehen....so erlebe ich es oft.

Bin selbst aus der Branche Kindergarten und finde es sehr wichtig das Kinder die Möglichkeit bekommen diesen zu besuchen.Es muss ja nicht grade mit einem Jahr sein.Aber ich finde es gut das es die Möglichkeiten gibt.
Ich wäre fueher gern arbeiten gegangen aber hatte keine Möglichkeit,da der Aufwandt in keinem Verhältnis stand.

Denke da kann man Stunden diskutieren......

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Haui
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Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon Haui » 27. April 2007 10:44

Entschuldigung
ich wollte Niemanden zu nahe treten
Wollte nur auf die verkorkste Familienpolitik in Deutschland
hinweisen. Aber Deutschland soll ja Hier nicht das Thema sein
und ich liege vermutlich völlig Falsch.
Entschuldigung noch einmal
Gruß Haui
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bjoerkebo

Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon bjoerkebo » 27. April 2007 10:52

Kein Problem Haui!

Ich habe mich auch immer masslos ueber die deutsche Familienpolitik geärgert,hoffe es wird hier in Schweden besser.
Aber leider liegen die Probleme im dt.Kigas immer am Geld und dem Personalschluessel,was ja ein Rattenschwanz ist.
Schade drum,gibt so viele gute Pädagogen,die ihre Arbeit gerne ernsthaft machen wollen,aber aufgrund der Streichungen auf der Strasse stehen.......

Leider.Hoffe nur das Schweden nicht die selben Fehler macht

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Skogstroll
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Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon Skogstroll » 27. April 2007 11:02

Das Problem verkorkster Familienpolitik und damit verkorkster Altersstruktur und damit kollabierender Sozialsysteme liegt nach meiner Meinung nicht am Geld. Vielleicht hat sich das jetzt geändert, aber bisher wurden deutsche Familien finanziell deutlich besser gefördert als schwedische. Auch die Kinderberteuung spielt sicher eine, aber nicht die entscheidende Rolle. Entscheidend ist aus meiner Sicht die gesellschaftliche Akzeptanz von Kindern.
Geht mal in Deutschland mit Kindern essen (nicht nur zu McDoof). Selbst die Wohnungssuche kann mit Kindern schwierig sein.
Das ist etwas, was über Jahrzehnte gewachsen ist und eher etwas mit Ideologien zu tun hat als mit Geld. Da ist über viele Jahre hinweg etwas in den Köpfen verkorkst worden.

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Peter i Klackbua

in Schweden und Deutschland mit Kindern essen gehen

Beitragvon Peter i Klackbua » 27. April 2007 11:36

Schönes Beispiel an dem man die Unterschiede auf den Punkt bringen kann.
In Deutschland wirst Du als Eltern mit bösen Blicken wegen Deiner "ungezogenen Gören" abgestraft.
In Schweden kannst Du mit Kindern wirklich nur zu "McDoof" essen gehen weil sich ein richtiges Lokal eine normale Familie nicht ohne mehr als zweimal nachzudenken leisten kann.

Und was die pädagogischen Fähigkeiten der schwedischen Dagistant anbelangt - ist auch Vorsicht geboten. Da kann man auch nicht einfach drauf vertrauen das alles lagom ist und sein Kind abgeben wenn einem Letzteres lieb und teuer ist.

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Re: 300 Euro Betreuungsgeld ab Januar geplant

Beitragvon janaquinn » 27. April 2007 12:19

Hej
in Deutschland ist es ähnlich wie in Schweden, geh mal mit deinen Kindern zu McDoof, da sind schnell mal 30,- oder 40,-€ weg, von anderen Lokalen will ich garnicht erst sprechen. Und was sind 300,-€ Erziehungsgeld, die ich in Deutschland bekommen habe, wenn ich allein für den Kindergartenplatz meines Sohnes monatl. fast 400,-€ zahlen muss. Zuhause lassen konnte ich meinen Sohn nicht, da ich nicht durch die gesamte Stadt fahren konnte, damit ich seine Therapien unter einen Hut bekomme.
Ich habe in Deutschland in der Kinderbetreuung eine sehr positive Erfahrung gemacht und eine eher negative Erfahrung, welche vorallem den Forschritten meines Sohnes geschadet haben, so ist sein Entwicklungsstadium jetzt nach 8 Monaten im Kindergarten in W´tal weit hinter dem her, als wir ihn in München in den Kiga geschickt haben.
Ich werde sehen, welche Forschritte er hier in Schweden machen wird.
Ansonsten schliesse ich mich der Meinung von bjoerkebo an, Kinderkrippen und Kindergärten sind wichtig für die soziale Entwicklung eines Kindes, wichtiger als gluckende Mütter, die ihre Kinder vor allem und jeden bewahren möchten.
Und eine wirklich feste Bindung zwischen Mutter und Kind kann kein Kindergarten aufheben, denn die Kleinen lernen nämlich zu unterscheiden, zwischen Kindergarten-Tante und Mama. Außerdem eine ausgeglichene und mit sich zufriedene Mutter, welche einen Ausgleich zur täglichen Kinderversorgung hat, ist besser als eine frustrierde Frau, die eigentlich arbeiten will, es aber aufgrund einer fehlenden Betreuung des Kindes nicht kann, und eben diesen Frust an ihren Kindern direkt oder indirekt auslässt.
Einige Stunden unter Gleichaltrigen Kindern haben noch keinem Kind geschadet, es erlebt was, lernt viel und hat Mama und Papa abends genauso etwas zu erzählen, wie anders herum.
Ich freue mich darauf, wenn Taima und Yannic in Kinderkrippe und Vorschule gehen können, denn gerade Yannic liebt den Kontakt zu anderen Kindern und auch für Taima´s Entwicklung ist es wichtig.

lg jana
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