200 Rentiere ertrunken

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200 Rentiere ertrunken

Beitragvon svenska-nyheter » 13. November 2009 13:08

Etwa 200 Rentiere der Samigemeinde Sirges ertranken am späten Donnerstag Nachmittag im See Kutjaure in der Gemeinde Jokkmokk in Lappland bei dem Versuch, eine Herde mit 3000 Tieren über den zugefrorenen See zu treiben.


>>ganzer Artikel

(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon Sápmi » 13. November 2009 14:00

Ich hab gelesen, es seien sogar 400 gewesen (http://yle.fi/alueet/lappi/2009/11/400_ ... 57033.html)
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon Krümel7 » 13. November 2009 18:34

Welch ein grausamer Tod, fragt sich nur, was Sie in Panik versetzt hatte.
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon amarok » 13. November 2009 18:58

Sápmi hat geschrieben:Ich hab gelesen, es seien sogar 400 gewesen (http://yle.fi/alueet/lappi/2009/11/400_ ... 57033.html)

Den Link kannst wahrscheinlich hier im Forum nur Du lesen. :wink:

Krümel7 hat geschrieben:Welch ein grausamer Tod, fragt sich nur, was Sie in Panik versetzt hatte.
Krümel


http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/ve ... y/17814331

?

Wissen tun es sicher nur die, die wirklich dabei waren.

P.S. Man kann an der o.g. deutschsprachigen Pressemeldung übrigens schön nachvollziehen wie Fehlinformationen "um die Welt reisen". Es passierte auf dem See "Kutjauri" nicht auf einem Fluss.

http://www.dn.se/nyheter/sverige/flera- ... t-1.993780
Zuletzt geändert von amarok am 13. November 2009 19:09, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon Sápmi » 13. November 2009 19:02

amarok hat geschrieben:Den Link kannst wahrscheinlich hier im Forum nur Du lesen. :wink:


Sollte ja auch nur die Quellenangabe sein. Aber die Zahl 400 kann dort auch jeder lesen. :P

Was da genau passiert ist, ist wohl schwer zu sagen. In dem finnischen Artikel steht, dass es sich um keinen menschlichen Fehler handelte.
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon amarok » 13. November 2009 19:28

Hier einige traurige Bilder und ein Interview zum Thema:
http://svt.se/2.22620/1.1770147/hundrat ... _drunknade
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon Sápmi » 20. November 2009 13:37

Hier noch ein Artikel zu den ertrunkenen Rentieren und anderen Sámi-Problemen in S:

Schweden:
400 Rentiere ertrunken - Klimawandel bedroht Ureinwohner - Bergbau boomt
Göttingen, 19. November 2009
Schwedens Sami-Ureinwohner leiden immer stärker unter den Folgen des
Klimawandels. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen
berichtete am Donnerstag, durch ansteigende Temperaturen erlebe der
Bergbau in den traditionellen Siedlungsgebieten der Sami in Nordschweden
einen Boom. Ohne Rücksicht auf traditionelle Landrechte und trotz
Einspruch der Ureinwohner hätten schwedische, kanadische, britische und
australische Bergbau-Konzerne seit Januar 2009 an 21 neuen Standorten
nach Eisenerz, Gold, Kupfer und Uran gebohrt. An den meisten
Explorationsorten sollen nun neue Tagebauminen entstehen. Dies ginge mit
so gravierenden Umweltzerstörungen einher, dass die Lebensgrundlage der
Sami in weitem Umkreis vernichtet werde. In mehreren Fällen hätten Sami-
Dörfer inzwischen Beschwerde gegen die Projekte bei den Behörden
eingereicht.

In Nordschweden werden die größten Goldvorräte Europas vermutet. Auch
Eisenerz, Kupfer, Silber und Zink ist in großen Mengen vorhanden. Erst
kürzlich wurden Nickelvorräte im Wert von 142 Millionen US-Dollars
entdeckt. Schon wird ein Ausbau der Eisenbahnlinien nach Norwegen
geplant, um die Erze schneller in die Häfen zur Verschiffung nach Übersee
zu transportieren.

Zusätzlich zu der Bedrohung durch den geplanten Tagebau gebe es durch
den Klimawandel bereits ernste Folgen für die traditionelle Rentierhaltung
der Sami. So seien Ende vergangener Woche 400 Rentiere beim
Überqueren eines zugefrorenen Flusses in der Nähe der Stadt Jokkmokk
durch das dünne Eis gebrochen und ertrunken. Die Bewohner des Sami-
Dorfes Sirges hatten bislang auf ihrem alljährlichen Weg zu den
Winterweiden nie Probleme mit zu dünnem Eis. Doch offenbar vereisen
Gewässer aufgrund des Klimawandels jetzt langsamer und später im Jahr.

Die Rentierherden seien durch die ansteigenden Temperaturen sogar in
ihrem Fortbestand bedroht, warnte die GfbV. Denn traditionell ernähren sich
die Rentiere von Flechten der Bäume, die sie früher unter dem Schnee
fanden. Wenn der Schnee bei Temperaturschwankungen um null Grad
antaut und später wieder zu einer harten Eisdecke friert, sind die Flechten
für die Tiere nicht mehr erreichbar. Viele Rentiere verenden, weil sie keine
Nahrung mehr finden. Immer öfter müssen Sami daher ihre Tiere im Winter
füttern. Langfristig können sich die Ureinwohner diesen Aufwand nicht
leisten. Rund 3000 der 20000 Sami in Nordschweden leben heute noch von
der Rentierzucht.



http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=2092
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon Skogstroll » 20. November 2009 14:22

In den Radiomeldungen war von 291 Tieren die Rede.
Ob das Unglück möglicherweise auf Fehler der Treiber zurückzuführen ist, weiss ich nicht. Falls ja, wird man wohl kaum öffentlich darüber reden.
Eine andere Sache ist aber auch, dass das Eis bis jetzt ziemlich schwach ist. Zwar war es Anfang Oktober eher ungewöhnlich kalt, jetzt sind dafür die Temperaturen ungewöhnlich hoch, mit Plusgraden selbst bin ins Fjäll. Erst seit gestern quält sich das Quecksilber (für die Jüngeren: Vor Erfindung des Digitalthermometers gab es Quecksilberthermometer) langsam unter die Null. Das ist sicherlich eine Konsequenz der globalen Erwärmung, hätte von den Treibern aber in Betracht gezogen werden müssen.

Eine andere Frage war die Beseitigung der Körper. Die ursprüngliche Idee war es, die toten Rene im Fjäll zu verteilen und von den Raubtieren fressen zu lassen, sicher auch mit dem Hintergedanken, auf diese Weise weniger lebende Tiere an Järv & Co. zu verlieren. Das erlaubt aber die EU-Gesetzgebung nicht. Dann sollten die Tiere einfach unter Planen und gefroren liegen gelassen und im Frühjahr vergraben werden, aber nun hat sich der Kolmården gemeldet, der sie an seine Löwen verfüttern will.

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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon amarok » 20. November 2009 17:24

"400 Rentiere ertrunken - Klimawandel bedroht Ureinwohner - Bergbau boomt"
Also diese Überschrift ist ja ehrlich gesagt wirklich sehr "komplex".

Ich habe mal im web gesucht und einen See "Kutjaure" oben beim Padjelanta bzw. Sarek NP gefunden, der sich über einen Fluss in den Akkajaure entwässert.
Die Idee die Kadaver den Raubtieren (z.B. Järv) zu überlassen ist ja prinzipiell o.k.. Aber wie lange hätten die denn an den 250 - 300 toten Tieren fressen sollen. Außerdem wundert es mich dann doch ein bisschen, dass ausgerechnet dieser Vorschlag gekommen ist, wo doch auch von den Sami-Gemeinden immer wieder Anträge auf sog. Schutzjagden auf järv und varg gestellt werden. Wahrscheinlich sind es dann doch eher wirtschaftliche Beweggründe gewesen, die zu diesem "Raubtier-Fressplatz-Vorschlag" geführt haben.
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Re: 200 Rentiere ertrunken

Beitragvon Sápmi » 23. November 2009 12:54

amarok hat geschrieben:Also diese Überschrift ist ja ehrlich gesagt wirklich sehr "komplex".



Naja, das war eben diese Sammelmeldung von der GfbV. :wink:
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