1. Arztbesuch in Schweden

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Susan
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1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon Susan » 12. September 2008 07:24

Hallo!
Gestern hatten wir einen aufregenden Tag. Eine meiner großen Töchter hat seit längerem Probleme mit ihrerm Eisenwerten im Blut. Da wir in Deutschland bei einem Homöopathischen Arzt waren haben wir uns hier auch in die Richtung umschaut und eine ganz liebe Heilpraktikerin mit homöop. Behandlung gefunden. Die Blutwerte (HB)sollten wir in der Schule bei der Schulschwester untersuchen lassen. Die war natürlich ganz aufgebracht, da die Werte so niedrig waren und hat uns ins Krankenhaus zur Blutabnahme geschickt. Sie bestand darauf das gleich am nächsten Tag zu machen.
Also sind wir dorthin, kurz Blut abgenommen kurz Bauch abgetastet und abghört. Danach ist mein Kind wieder in die Schule und ich nach Hause. Kaum Zuhause ruft die Schulschwester wieder an und sagt mir ich soll unverzüglich mit meiner Tochter in das nächst größere Krankenhaus (von uns 60km entf.) fahren und eine Bluttransfusion machen. Nun ist mein Schwedisch ja noch nicht so gut (vorallem am Telefon). Ich hab versucht ihr zu sagen das ich da erst mit meinem Mann und auch mit unserer Ärztin des Vertrauens reden will, aber die hat gesagt: Nein, du mußt sofort gehen und wenn du kein Auto hast, ruf ein Taxi, es ist sehr gefährlich"... usw.
Zum Schluß hat sie mir dann doch noch zugestanden die Angelegenheit vorher mit meinem Mann zu besprechen, der ja gerade nicht hier war und wir einigten uns auf den heutigen Tag.

Gerade jetzt ist mein Mann mit ihr im Krankenhaus und redet nochmals mit der Ärztin. Unserer Tochter geht es eigentlich, bis darauf das sie sehr blaß ist und ein wenig schwächer als sonst ganz gut. Ich weiß auch nicht wie es jetzt weitergeht, werde es Euch aber dann berichten.

Ja, das war unser 1. Arztbesuch in Schweden :(

nobse

Re: 1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon nobse » 12. September 2008 07:41

Das hört sich ja nicht gut an , aber vielleicht ergibt sich da etwas von allein, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in Schweden so gut wie alle Medikamente die ich täglich nehmen muss, vergessen kann. Es geht mir dort eindeutig besser.

hansbaer

Re: 1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon hansbaer » 12. September 2008 07:49

Naja, Schweden heilende Wirkung zuzuschreiben halte ich für etwas gewagt :-)

In weiten Teilen ist das Gesundheitssystem hier ein Ärgernis, das die meisten mit Lethargie nur noch hinnehmen. Den Hausarzt kriegt man ja schnell, aber wenn man was spezielles braucht, wartet man je nachdem ewig. Meine Freundin durfte 5 Monate auf eine Magenspiegelung warten, ich 4 Monate auf eine kleine Operation.

nysn

Re: 1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon nysn » 12. September 2008 08:37

Hej Susan,

das schwedische Gesundheits-/Krankensystem hat zwar so seine Macken. Doch wenn es etwas Ernstes ist und man so schnell ins Krankenhaus geschickt wird, kann man schon davon ausgehen, dass man dort gut versorgt wird.

Mach dir auch erst Mal keine Sorgen auf die Reaktion der Schulschwester. Die will ja auch auf Nummer sicher gehen und hat als Krankenschwester keine Arztkompetenz.

Ein Tipp fürs Krankenhaus: Ihr habt einen Anspruch auf einen Dolmetscher (Tolk), auch wenn Ihr möglicherweise schon recht gut Schwedisch könnt, könnte es in Eurem Fall vielleicht doch hilfreich sein.

Ihr müsst das dann im Krankenhaus evtl. "nachdrücklich" sagen - die sind verpflichtet, einen Dolmetscher für Euch zu besorgen. In der Regel machen sie das auch - jedenfalls in den größeren Städten.

Alles Gute und viel Glück,
S-nina

irni
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Re: 1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon irni » 12. September 2008 19:32

Manchmal können die Krankenschwestern hier sehr schnell sein beim Weiterschicken! Aber komisch finde ich schon, dass ihr nicht gleich nach der Blutabnahme im Krankenhaus bleiben musstet wenn es so ernst war.

/irni

Susan
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Re: 1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon Susan » 13. September 2008 11:09

das liegt woll daran, das dieses Krankenhaus in Vimmerby gar kein richtiges Krankenhaus ist, sondern nur Notaufnahme und normale Ärzte. Bei größeren Angelegenheiten muß man nach Västervik. Dort waren wir dann ja auch gestern und man hat mir meiner Tochter nochmals eine Reihe Bluttests und Untersuchen gemacht. Aufjedenfall keine Bluttransfusion (zum Glück) , da hat die Schwester wohl ein bischen übertrieben. Nun müssen wir mal abwarten was dabei raus kommt.

Wenn viele immer sagen, so Krankenangelegenheiten dauern in Schweden immer so lang - na, da hab ich andere Erfahrungen gemacht. So sieht man es immer wieder - großes Land, viele verschiedene Erfahrungen und man kann nichts verallgemeinern.

Also bis bald
Susan

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Re: 1. Arztbesuch in Schweden

Beitragvon Imrhien » 13. September 2008 17:57

Susan hat geschrieben:d
Wenn viele immer sagen, so Krankenangelegenheiten dauern in Schweden immer so lang - na, da hab ich andere Erfahrungen gemacht. So sieht man es immer wieder - großes Land, viele verschiedene Erfahrungen und man kann nichts verallgemeinern.


Das kannst Du laut sagen. Ich saß mit einem Thromboseverdacht mal 7 Stunden in der Notaufnahme bis ich überhaupt mal den ersten Arzt gesehen habe... Vermutlich gabs dringendere Fälle :)

Aber zu Deiner Tochter. Ich finde es einerseits erschreckend wie die Schwester damit umging, andererseits ist es doch gut, dass sie was tut, wenn sie besorgt ist. Wenn die Möglichkeit besteht (Infrastruktur, Personal) und die einen Verdacht haben, reagieren sie doch entsprechend schnell und mit ziemlicher Deutlichkeit. Finde ich beruhigend, wenn es auch für Euch sicher nicht so angenehm war. Man malt sich da ja alles aus...
Bald habt Ihr aber ja den Bescheid vom Krankenhaus und damit ist dann hoffentlich alles ok und für die Zukunft klar.

Liebe Grüße
Wiebke


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