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Bewerbung in Schweden. Foto: © Yuri Arcurs - Fotolia.com

Der richtige Weg zum neuen Job

Was bei einem deutschen Arbeitgeber gern gesehen ist, muß in Schweden noch lange nicht zum Erfolg führen. Die Mentalitäten der beiden Kulturen sind unterschiedlich – wer das weiß, kann bei seiner Bewerbung leichter punkten.

Wir haben die Mitglieder unserer Schweden-Community nach ihren Erfahrungen mit dem schwedischen Arbeitsmarkt gefragt. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse.

Den Ball flach halten – lagom genügt 

Wie auch in anderen Bereichen des menschlichen Miteinander, reagieren Schweden eher empfindlich, wenn ihr Gegenüber sich selbst als toller Hecht präsentiert. Es genügt, wenn Leistungen guter Durchschnitt sind, Du mußt nicht der Beste Deines Jahrgangs gewesen sein. Auf keinen Fall solltest Du prahlen oder übertreiben. Laß Deinen Titel weg; sowohl bei der Vorstellung, als auch auf Deiner Visitenkarte. Denn wer sich als Dr. Superschlau vorstellt, wird von den Schweden gern belächelt.
 

Die erste Seite: Anschreiben auf englisch oder schwedisch

Das einseitige Anschreiben darf ruhig auf englisch abgefasst sein. Sind deine Sprachkenntnisse bereits so gut dass du es in Landessprache abfassen kannst: Um so besser! Beachte auf jeden Fall, ob in der Stellenausschreibung eine bestimmte Sprache oder Form gewünscht wurde. So sind zum Beispiel auch Bewerbungen per eMail oder Internet-Kontakformular durchaus üblich. Bei schriftlichen Bewerbungen müssen die Unterlagen wie auch in Deutschland sauber und einwandfrei sein, Stil-, Form- und Rechtschreibfehler sind zu vermeiden. Eine normale Schriftart, genügend große Ränder (3,5 cm), weißes Papier sind auch in Schweden selbstverständlich.

Eine Grundregel besagt: Während im Lebenslauf beschrieben wird was du alles gemacht hast, soll dein Anschreiben zeigen was du aus all dem gelernt hast, was du gemacht hast.

Lange und komplizierte Sätze sollten vermieden werden, ebenso stilistische Verschnörkelungen. Liefere die Information, die unmittelbar zur ausgeschriebenen Stelle paßt. Gehe deutlich auf die Ausschreibung ein, rede den zuständigen Ansprechpartner direkt an (Name vorher in Erfahrung bringen). In Schweden werden meist keine Fachidioten gesucht, sondern Teamworker, die sich gut in das Arbeitsumfeld einfügen können, und die mit ihren zukünftigen Kollegen auch menschlich klar kommen.

Deshalb: Schreibe ruhig auch ein paar Worte über deine Interessen, deine Familie, dein Umfeld. Der zukünftige Arbeitgeber möchte auch deine Persönlichkeit kennen lernen. Hast du fundierte Sprachkenntnisse, solltest du das ebenfalls erwähnen. Neben sei gesagt, dass man ohne alltagstaugliche Schwedenkenntnisse in kaum einer Branche eine Chance auf Einstellung hat.

Formaler Aufbau

Das alles paßt auf eine Seite:

  • Links oben dein Name und deine Kontaktdaten
  • Darunter der Name deiner Kontaktperson, Firmenadresse, Datum
  • Dann als Betreff die Stellenbezeichnung, eventuell mit Referenznummer (aus der Anzeige)
  • Einleitung. Die ersten ein, zwei, drei Sätze müssen das Interesse des Personalchefs fangen und ihn zum Weiterlesen animieren. Schreibe etwas Positives über deine Person, und warum die Stelle zu dir paßt.
  • Hauptteil. Schreibe über deine beruflichen Erfahrungen (soweit sie zur Stelle passen), aber auch über dich als Person, deine Interessen, deine Lebenssituation. Kurz und knapp.
  • Schlußteil. Hier kannst du erwähnen, dass du in einem Bewerbungsgespräch gern weitere Informationen lieferst. Erwähne den beigefügten Lebenslauf, sowie eventuell weitere beigefügte Anlagen. Biete an, schriftliche Ausbildungsnachweise und Zeugnisse auf Anforderung nachzureichen.
  • Schließe "Mit freundlichen Grüßen/Med vänlig hälsning", und unterschreibe mit Vor- und Nachname.


Kommentare  

# Wiebke Stirmann 2013-04-23 16:08
Hilfreich wäre, hier ein Beispiel in schwedischer Sprache und Aufbau zu finden!
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# dietmar 2013-07-01 21:30
Hej Wiebke,
eine gute Idee! Ich habe am Ende des Artikels (Seite 2) mal zwei Beispiele verlinkt, die durchaus typisch sind.
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